Firma stattet Rettungsdienste und Polizei aus

Bei Wagener ist Kreativität im Fahrzeugbau gefragt

Geschäftsführer Michael Günther steht im Laderaum eines umgebauten Gerätewagens der Wasserrettung. Die benötigte Ausrüstung kann in den von der Firma Wagener eingebauten Regalen verstaut werden.
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Geschäftsführer Michael Günther steht im Laderaum eines umgebauten Gerätewagens der Wasserrettung. Die benötigte Ausrüstung kann in den von der Firma Wagener eingebauten Regalen verstaut werden.

Die Fahrzeuge, die bei der Wagener Technik GmbH in Kassel-Waldau vom Hof rollen, ziehen Aufmerksamkeit auf sich: Sie sind mit neonfarbenen Folien beklebt und tragen Sondersignale in Gelb und Blau auf dem Dach.

Kassel – Neben einer Kfz-Werkstatt hat sich das 1927 gegründete Traditionsunternehmen auf den Sonderfahrzeugbau spezialisiert – vom Notarztwagen über das kommunale Fahrzeug bis zum Polizeitransporter ist fast alles dabei. An der Spitze der Firma stehen die Brüder Michael (37) und Andreas (40) Günther. Der Jüngere – als studierter Rettungsingenieur – verantwortet den technischen Part in der Geschäftsführung. Der Ältere ist gelernter Kaufmann und Handwerker, er kümmert sich um alle kaufmännischen Betriebsfragen. Der Großvater Robert Günther hatte in den 1960er-Jahren das Unternehmen übernommen. Seit 20 Jahren etwa ist die Firma im Sonderfahrzeugbau tätig, heute werden bis zu 150 Spezialfahrzeuge an Kunden im gesamten deutschsprachigem Raum ausgeliefert.

In einem Mannschaftstransportwagen mit Digitalfunk-Technik sitzt Geschäftsführer Andreas Günther.

„Wir haben anfangs viel Lehrgeld zahlen müssen“, berichtet Andreas Günther. Doch irgendwann sei die Nachfrage immer größer geworden, obwohl der Markt ein kleiner ist. „Ohne Herzblut geht es nicht. Man braucht viel Fachwissen und Erfahrung“, ergänzt Michael. Er selbst hat einst selbst als Rettungssanitäter gearbeitet, auch einige der rund 50 Mitarbeiter sind bei Freiwilligen Feuerwehren aktiv. „Die Kameraden brauchen sichere und gute Fahrzeuge, auf die sie sich verlassen können. Nur so können sie Leben retten“, betont sein Bruder Andreas.

Sonderfahrzeuge von Wagener sind meistens Einzelstücke

Die Fahrzeuge von Wagener kommen nicht von der Stange, die meisten sind Einzelstücke. „Die Anforderungen an die Ausstattung sind sehr unterschiedlich. Manche Fahrzeuge kommen in der Stadt zum Einsatz, andere in den Bergen oder am Meer“, erklärt Michael. Zwar gebe es einige Standard-Komponenten, die immer wieder zum Einsatz kommen, jedoch achte man sehr genau auf Kundenwünsche. Löschfahrzeuge und Krankenwagen hat Wagener nicht im Angebot, denn „da kommt es noch auf ganz andere Fähigkeiten an“, sagt der technische Leiter.

Trotzdem müssen die Techniker bei Wagener breit aufgestellt sein. Im Betrieb arbeiten neben Kfz-Mechatronikern auch Industriemechaniker, Informationselektroniker und Metallbauer. Pro Fahrzeug gibt es einen Projektverantwortlichen, der falls nötig von Kollegen mit speziellem Fachwissen unterstützt wird. Alles finde in enger Abstimmung mit den Herstellern der Basis-Fahrzeuge statt, die Wagener für den Sonderbau zertifiziert haben. Nach der eigentlichen Ausbildung in einem der genannten Berufe brauche es mindestens ein halbes Jahr, um die Besonderheiten der Sonderfahrzeuge kennenzulernen, sagt Andreas Günther. „Da gehört auch ein Stück Kreativität zur Arbeit zwischen den verschiedenen Gewerken“, ergänzt sein Bruder Michael. Hinzu kommt: Gerade im Bereich der digitalen Einsatzleitsysteme habe es in den vergangenen Jahren große Technologiesprünge gegeben.

Von Gregory Dauber

Bosch Car Service

1927 gründete Ludwig Wagener im Kasseler Königstor das Unternehmen, das viele als „Bosch-Wagener“ kennen. Der Bosch Car Service gehört heute zur Wagener Technik GmbH mit Sitz im Industriepark Waldau. Als Franchise-Nehmer betreiben die Brüder Andreas und Michael Günther eine Kfz-Werkstatt, die alle typischen Leistungen rund ums Auto anbietet.

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