Gesunde Ernährung

Krebs-Gefahr durch Pommes! Mit diesen Tipps vermindern Sie das Risiko

Forscher haben in Pommes einen Stoff nachgewiesen, der Krebs verursachen kann. Durch eine bestimmte Zubereitung kann man das Risiko vermindern.

  • Pommes sind eine beliebte Beilage in Deutschland
  • Forscher haben in dem Lebensmittel den krebserregenden Stoff Acrylamid gefunden
  • Mit diesen Tipps kann man Krebs durch Pommes verhindern

Kassel - Egal ob als Schwimmbad-Snack mit Mayo und Ketchup, oder als Beilage im Restaurant zu Currywurst oder Schnitzel - Pommes ist sehr beliebt in Deutschland. Vielen Verbrauchern ist jedoch nicht klar, dass die gold-gelbe Sünde auch Stoffe enthält, die Krebs auslösen können.

Krebs durch Pommes? Fettige Lebensmittel bereiten Forschern Sorgen

Zu den gesündesten Beilagen gehören Pommes bekannterweise nicht. Egal ob frittiert oder im Backofen gegart - meist ist bei der Zubereitung sehr viel Öl im Spiel. Ernährungswissenschaftler schlagen Alarm. Zu viel Pommes-Konsum kann zu Übergewicht führen. Laut dem Statistischen Bundesamt galten 2019 mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland als übergewichtig.

Aber nicht nur das Fett in Pommes bereitet den Forschern Sorgen, auch krebserregende Stoffe wie Acrylamid wurden in Pommes entdeckt. Als Reaktion auf die Studien-Ergebnisse hat die EU eine neue Verordnung erlassen. Lebensmittelhersteller und Gastronomen werden dazu angehalten, den Acrylamid-Gehalt in ihren Produkten zu senken. Auch Hobby-Köche können das Krebs-Risiko mindern, indem sie einige Dinge bei der Zubereitung beachten.

Pommes ist eine der beliebtesten Beilagen - doch sie kann einen Krebs erregenden Stoff beinhalten.

Krebs erregende Stoffe in Pommes? So entsteht Acrylamid

Acrylamid kann entstehen, wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel stark erhitzt werden. Verantwortlich dafür sind laut Verbraucherzentrale Zucker wie Fruktose und Glukose, die Aminosäure Asparagin, Temperaturen über 120 Grad Celsius und ein geringer Wassergehalt des Lebensmittels. Auch die Lagerbedingungen und die Erhitzungsdauer spielt eine Rolle.

Beim Backen, Braten und Frittieren nutzt man hohe Temperaturen ab 150 Grad Celsius. Ziel ist es einen gewissen Bräunegrad und Aroma- und Geschmacksstoffe zu erhalten. Allerdings ist die Nutzung von hohen Temperaturen von 170 bis 180 Grad auch nicht ganz ungefährlich. Auch Acrylamid, der Stoff, der nachweislich Krebs verursachen kann, profitiert von dieser Hitze. Gekochte und gedünstete Lebensmittel sind frei von Acrylamid, der Stoff entsteht erst beim Braten, Backen, Frittieren oder Rösten über 120 Grad Celsius.

Krebs durch Acrylamid? Diese Lebensmittel sind betroffen

Neben Pommes gibt es auch andere Lebensmittel, die mit höherer Temperatur einen Anstieg der Acrylamid-Konzentration aufweisen und somit Krebs auslösen können:

  • Chips
  • Bratkartoffeln
  • Kroketten
  • Kaffee
  • Keksen
  • Kräcker
  • Toast- und Knäckebrot
  • (Frühstücks-)Cerealien
  • Nüsse
  • Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen oder Spekulatius

Krebs: Auch für Kinder oder Säuglinge kann Acrylamid eine Gefahr sein

Laut eines Gutachtens der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit erhöht Acrylamid das Krebs-Risiko für Verbraucher aller Altersgruppen. Auch Kinder sind in Gefahr. Ihnen bleibt das Risiko durch Kaffee zwar erspart, gebratene oder frittierte Kartoffelprodukte wie Pommes oder Kroketten gehören allerdings auch in dieser Altersgruppe zu beliebten Lebensmitteln.

Ebenso kann der krebserregende Stoff durch Toastbrot, Kekse, Kräcker oder Knäckebrot aufgenommen werden. Für Säuglinge besteht die Gefahr genauso - besonders in Lebensmitteln wie Zwieback und Keksen kann Acrylamid enthalten sein. Generell gilt: Es gibt keinen festgelegten Grenzwert, ab wann Acrylamid schädlich ist.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale müsse man davon ausgehen, dass theoretisch jede Dosis eine gesundheitsschädliche Wirkung hervorrufen könne. Besonders bei Kindern und Säuglingen ist daher Vorsicht geboten: Im Verhältnis zum Körpergewicht essen sie mehr als Erwachsene und können daher auch schnell größere Mengen des Krebs-Stoffes aufnehmen.

Tipps für den Alltag: So minimieren Sie die Krebs-Gefahr bei der Zubereitung von Lebensmitteln

Durch schonende Zubereitung lassen sich Acrylamidwerte im Essen verringern. Generell sollten höher belastete Lebensmittel eher vermieden werden. Produkte wie Pommes oder Chips sind sehr kalorienreich und fetthaltig und haben zudem noch wenig Vitamine und Mineralstoffe. Daher gehören sie laut der Experten ohnehin nicht zu ernährungswissenschaftlich sinnvollen Lebensmitteln.

Kohlenhydratreiche Lebensmittel sollten außerdem nur so kurz und niedrig wie möglich erhitzt werden. Neben der Temperatur spielt auch der Wassergehalt und das Fett große eine Rolle: Je höher der Wassergehalt im Produkt, desto geringer die Acrylamidkonzentration und desto geringer das Krebs-Risiko.

Krebs durch Pommes verhindern - Anweisungen für eine schonende Zubereitung

Bei Pommes aus der Fritteuse soll laut Experten auf eine maximale Öl-Temperatur von 175 Grad geachtet werden. Außerdem kann man die Pommes lediglich 3,5 Minuten frittieren, um die Bildung des Stoffes auszuschließen und das Krebs-Risiko zu mindern.

Bei der Zubereitung im Backofen kann, im Vergleich zum Frittieren, schneller Acrylamid gebildet werden. Ohne Umluft sollen Pommes laut Verbraucherzentrale daher nur bei maximal 200 Grad Celsius gegart werden. Bei Geräten mit Umluft sollten Verbraucher die Temperatur auf maximal 180 Grad Celsius einstellen. Neben einer geringeren Temperatur verhindert auch Backpapier und die Wahl von größeren/dickeren Pommes die Steigung der Acrylamidwerte.

Ebenso gilt: Je mehr Pommes auf dem Backblech sind, desto geringer ist die Krebs-Belastung. Nach der Hälfte der Backzeit sollten sie gewendet werden.

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Rubriklistenbild: © dpa/picture alliance/Ina Fassbender

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