Essen und Krebs-Prävention

Schützt vegane Ernährung gegen Krebs? Das sagen Experten

Kann vegane Ernährung einer Erkrankung mit Krebs vorbeugen? Wie der Faktor Essen das Risiko beeinflusst und die Gesundheit schützt. Das sagen Experten zum Thema.

  • Krebs ist eine weit verbreitete Erkrankung.
  • Die Ernährung kann Einfluss nehmen auf das Risiko, an bestimmten Krebs-Arten zu erkranken.
  • Der Europäische Kodex zur Krebsbekämpfung gibt wichtige Ernährungstipps.

Kassel - Es ist ein Streit beinahe religiösen Ausmaßes. Ernährung ist für viele Menschen ein großes Thema. Doch was die richtige Ernährung ist, darüber scheiden sich die Geister. Fleischesser, Vegetarier, Veganer und Intervallfaster treffen auf noch speziellere Ernährungsformen wie Anhänger der Paleo-Diät oder die Frutarier.

40 Prozent der Krebserkrankungen auf beeinflussbare Faktoren zurückzuführen

Getrieben sind diese Lebensformen von dem Wunsch, der Gesundheit etwas Gutes zu tun. Die Krankheit Krebs ist im 21. Jahrhundert eine weit verbreitete Bedrohung. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) geht davon aus, dass 40 Prozent der in Deutschland diagnostizierten Krebs-Erkrankungen auf beeinflussbare Risikofaktoren zurückzuführen sind. Und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagt, dass 30 Prozent der Krebs-Erkrankungen in den sogenannten westlichen Ländern auf ungünstige Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten zurückzuführen seien. Das schreibt die Ärzte Zeitung.

Körpergewicht, Bewegung und Ernährung sind wichtige Faktoren, die auf das Risiko an Krebs zu erkranken, Einfluss nehmen - beispielsweise auf Brustkrebs und Darmkrebs. Vor allem ein erhöhtes Körpergewicht ist ein Risikofaktor. Laut der Internationalen Krebsforschungsagentur erhöht es das Risiko für mindestens 13 Krebsarten.

NameDeutsches Krebsforschungszentrum
Gründung1964
OrtHeidelberg
ZweckBiomedizinische Forschungsinstitution und Stiftung des Öffentlichen Rechtss2
ForschungEntstehung von Krebs und Risikofaktoren

Krebs und Ernährung: Veganer aus verschiedenen Gründen

Der veganen Ernährung wird immer wieder nachgesagt, das Risiko an Krebs zu erkranken, zu senken. Aber leben Pflanzen-Esser wirklich gesünder? Oder handelt es sich dabei um einen Mythos?

Die Entscheidung, sich vegan zu ernähren, treffen Menschen oft aus ethischen und ökologischen Gründen. Ethisch, weil sie keine Tiere oder tierischen Produkte essen möchten, ökologisch, weil die Produktion tierischer Erzeugnisse das Klima belastet. Auch der dritte Aspekt, die Gesundheit, kann entscheidend sein. Doch was hat die Ernährung zunächst einmal überhaupt mit Krebs-Prävention zu tun?

Gesunde Ernährung vermindert Krebs-Risiko: So kann man der Krankheit vorbeugen

Nach Informationen des Krebsinformationszentrums haben Studien ergeben, dass bestimmte Ernährungsweisen das Risiko an Krebs zu erkranken verringern, während andere zu einem erhöhten Krebs-Risiko führen.

Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mit dem Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung folgendes, um der Erkrankung vorzubeugen:

  • Häufiges Essen von Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse.
  • Kalorienreiche Nahrungsmittel einschränken.
  • Zuckerhaltige Getränke vermeiden.
  • Industriell verarbeitetes Fleisch sollte ebenfalls vermieden werden.
  • Wenig rotes Fleisch und salzreiche Lebensmittel konsumieren.

Acht Prozent der Krebs-Erkrankungen in Deutschland im Jahr 2018 seien auf ungesunde Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen, berichtet der Krebsinformationsdienst. Eine Ernährung, die überwiegend aus pflanzlichen Lebensmitteln besteht, würde nach diesen Angaben das Risiko für bestimmte Erkrankungen senken.

Krebs und veganes Essen: Pflanzliche Nahrungsmittel sind gut für Gesundheit

Pflanzliche Nahrungsmittel sind voller Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe sowie kalorienarm. Auch Nüsse, Öle mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren wie Raps- und Olivenöl und Getreideprodukte, vor allem aus Vollkornmehl, sind wichtig. Diese Informationen sprechen dafür, dass eine vegane Ernährung auf bestimmte Krebs-Erkrankungen präventiv wirken könnte.

Doch von einer komplett veganen Ernährung spricht der Krebsinformationsdienst nicht. Zwar soll Fleisch in Maßen konsumiert werden, jedoch sei das Produkt vom Tier ein Lieferant für Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiße.

Jedoch sollte auf verarbeitetes Fleisch wie Wurst verzichtet werden und auch der Konsum von rotem Fleisch eingeschränkt werden. Denn ein übermäßiger Verzehr von rotem und verarbeiteten Fleisch erhöht das Risiko für Darmkrebs. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, die Ernährung mit tierischen Lebensmitteln zu ergänzen.

Krebs und vegane Ernährung: Bisher kein Konsens zu Krebs-Risiko

Was lässt sich also zusammenfassend sagen? Einigkeit scheint nach dem Krebsinformationsdienst in der Wissenschaft darüber zu herrschen, dass ballaststoffreiches Getreide, Obst und Gemüse zu den Risiko-senkenden Lebensmitteln bezüglich Krebs zählen. Fleischerzeugnisse wie Wurst und rotes Fleisch hingegen werden verdächtigt, die Krebs-Gefahr zu erhöhen.

„Oft geht der Verzicht auf Fleisch mit einer gesünderen Ernährung einher, weil man fettärmer und gemüse- und ballaststoffreicher isst: Dann tut man sich zusätzlich etwas Gutes“, steht auf der Homepage des Krebsinformationsdienstes.

Vegetarier scheinen laut des Krebsinformationsdienstes seltener an Krebs zu erkranken. Jedoch wird sich davon distanziert, von der Ernährung als alleinigem Einflussfaktor auf ein vermindertes Krebs-Risiko auszugehen. Denn eine bewusste Ernährung gehe oft einher mit einem gesunden Lebensstil, zu dem Sport und Verzicht auf Alkohol und Drogen gehört.

Vegane Ernährung soll gegen Krebs helfen - unumstritten ist diese Aussage nicht (Symbolbild).

Vermindert vegane Ernährung das Krebs-Risiko? Wichtig ist, tierische Produkte in Maßen

Ob eine rein vegane Ernährung besonders das Krebs-Risiko senkt, dazu scheint es bislang keinen Konsens zu geben. Eine wirksame Diät bei Krebs gebe es nicht - zumindest habe man dafür keine Belege. Vermeintliche Krebsdiäten könnten sogar gefährlich für Patienten sein. Vegan bedeutet also nicht, dass das Risiko Krebs zu bekommen automatisch vermindert ist. Jedoch raten die Experten dazu, den Verzehr von Tieren und tierischen Produkten zu beschränken. (Katharina Ahnefeld)

Milch ist laut Experten ein sehr umstrittenes Lebensmittel. Ernährungswissenschaftler warnen nun vor einer erhöhten Krebs-Gefahr. Auch das Bundesinstitut für Risiko (BfR) äußert sich. Darüber hinaus haben Forscher in Pommes einen Stoff entdeckt, der Krebs verursachen kann. Durch eine bestimmte Zubereitung kann man das Risiko vermindern. Tomaten hingegen gelten als gesundes Lebensmittel. Doch es gibt einen Mythos: Tomaten-Strunk soll Krebs erzeugen. Experten haben eine klare Meinung zu dem Thema.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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