2010 war für die Kasseler Bank ein gutes Jahr – Darlehensgeschäft zog an

Kredite wieder gefragt

Kassel. Die Kasseler Bank eG hat 2010 von der auf Touren kommenden Wirtschaft profitiert und ihr Geschäft ausgeweitet.

Dass Unternehmen und Privatkunden wieder eher geneigt sind, Geld auszugeben, machte sich in einem anziehenden Kreditgeschäft bemerkbar: Darlehen für 146 Millionen Euro sagte das genossenschaftliche Geldhaus im vergangenen Jahr neu zu. Das war ein Fünftel mehr als im Vorjahr, sagte Vorstandsvorsitzender Martin Schmitt bei der Vorlage der Zahlen am Dienstag.

Lebhaft entwickelte sich das Geschäft mit Baufinanzierungen. Aber auch Unternehmen besorgten sich Geld, weil sie aufgeschobene Investitionen nachholten. Die Kreditzusagen an den gewerblichen Mittelstand machen mit 70 Mio. Euro knapp die Hälfte des neuen Darlehensgeschäfts aus. Insgesamt hat die Kasseler Bank nun ein Kreditvolumen von 1,13 Milliarden Euro in ihren Büchern, 2,5 Prozent mehr als 2009.

Doch die rund 100 000 Kunden der Kasseler Bank liehen sich 2010 nicht nur Geld, sie legten auch welches an. Die Einlagen, ob auf dem Sparbuch, als Schuldverschreibungen oder auf anderen Konten, wuchsen um 4,1 Prozent auf 1,56 Mrd. Euro.

Abschreibungen auf Kredite und Wertpapiere, die 2009 das Ergebnis der Bank drückten, sind im vergangenen Jahr nach den Worten Schmitts ausgeblieben. Gleichzeitig sprudelten die Ertragsquellen stärker. Das galt zum einen für den Provisionsüberschuss. Er speist sich aus Gebühren – etwa wenn die Bank im Kundenauftrag Wertpapiere kauft. Doch auch die Zinsspanne weitete sich aus. Hier verdient die Bank damit, dass sie sich Geld günstiger leiht als sie es verleiht. Die Kasseler Bank habe die Differenz zwischen lang- und kurzfristigen Zinsen an den Kapitalmärkten genutzt, sagte Schmitt. Gleichzeitig sanken die Kosten: Musste sie 2009 noch 66 Cent ausgeben, um einen Euro einzunehmen, waren es im vergangenen Jahr nur 63,1 Cent.

Vom Bilanzgewinn, der um rund zehn Prozent auf 2,24 Mio. Euro stieg, sollen auch die Mitglieder profitieren. Ihnen wird eine Dividende von vier Prozent auf ihre Anteile vorgeschlagen. Entschieden wird das in der Vertreterversammlung am 8. Juni.

Trotz der gestiegenen Erträge treibt die Kasseler eine Sorge um: Als „vollkommen undifferenziert“ kritisiertSchmitt die gesetzlich beschlossene Bankenabgabe. Danach sollen auch Genossenschaftsbanken in einen Rettungsfonds für wankende Geldhäuser einzahlen, obwohl der Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken ein eigenes Sicherungssystem hat. Die Kasseler Bank könnte hier mit bis zu 100 000 Euro im Jahr zur Kasse gebeten werden.

Für 2011 erwartet Schmitt einen leichten Rückgang auf das Niveau von 2009. Denn die Zinsspanne, die für einen Teil des Gewinns verantwortlich ist, werde in diesem Jahr enger werden. Die Zahl der Beschäftigten soll mit 460 Mitarbeitern stabil bleiben.

Von Barbara Will

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