Krise: Wie Amerikas Superreiche leiden

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Warren Buffett (r.) mit Bill Gates (l.)

Washington - Armer Warren Buffett. Nur wenige Menschen dürfte die Schuldenkrise soviel Geld gekostet haben wie den Starinvestor aus den Vereinigten Staaten. So leiden Amerikas Superreiche:

Noch im März taxierte das US-Magazin “Forbes“ sein Vermögen in der berühmten Rangliste der Superreichen der Welt auf 50 Milliarden Dollar. Im September kam “Forbes“ nur noch auf 39 Milliarden Dollar. Neuere Zahlen gibt es nicht.

Das sind die zehn reichsten Menschen der Welt

Platz 10: Karl Albrecht (90) ist der reichste Deutsche. Sein Vermögen wird auf rund 23,5 Milliarden Dollar geschätzt. Er ist Mitbegründer und Eigentümer des Lebensmitteldiscounters Aldi. © dpa
Platz 9: Der Spanier Amancio Ortega (74) hat sein Vermögen von rund 25 Milliarden Dollar mit der Modekette Zara gemacht. © dpa
Platz 8: Der Brasilianer Eike Batista (53)  ist mit geschätzten 27 Milliarden Dollar der reichste Mann des Landes. Er hat eine deutsche Mutter und machte sein Vermögen mit einer Holding, die ein Dutzend Konzerne verschiedenster Branchen vereint - unter anderem Öl, Erz, Energie und Logistik. © dpa
Platz 7: Der reichste Franzose Bernard Arnault (61) verfügt über ein Vermögen von rund 27 Milliarden Dollar. Er ist Vorstandsvorsitzender des Luxusgüterkonzerns LVMH zu dem auch Louis Vuitton, Moet & Chandon sowie Hennessy gehören. © dpa
Platz 6: Der Amerikaner Lawrence Ellison (65) nennt rund 28 Milliarden Dollar sein Eigen. Er ist Gründer und Präsident des Softwarekonzerns Oracle. © dpa
Platz 5: Der Inder Lakshmi Mittal (59) hat sein Vermögen von rund 28,7 Milliarden Dollar mit einem Stahlwerksimperium gemacht. © dpa
Platz 4: Mukesh Ambani (52) ist mit rund 29 Milliarden Dollar der reichste Inder der Welt. Er ist Vorstandsvorsitzender einer Petrohcemiefirma. © dpa
Platz 3: Warren Buffett (79), Großinvestor und Unternehmer, verfügt über ein geschätztes Privatvermögen von rund 47 Milliarden Dollar. Er spendete den Großteil seines Geldes an Stiftungen. © dpa
Platz 2: Bill Gates (54) besitzt rund 53 Milliarden Dollar. Sein Vermögen häufte er durch die Gründung von Microsoft an. Er führte die Forbes Liste  lange Zeit an. Wie Warren Buffett spendete er den Großteil seines Vermögens. © dpa
Platz 1: Carlos Slim (70) ist mit geschätzten 53,5 Milliarden Dollar der reichste Mensch der Welt. Der Mexikaner führt erstmals die Forbes-Liste an. Er profitierte davon, dass sich sein Telekommunikationsunternehmen nach der Finanzkrise sehr schnell erholte. Zudem kaufte er angeschlagene und staatseigene Unternehmen auf, sanierte sie und verkaufte sie gewinnbringend. © dpa

Keine Frage, der ohnehin bescheiden lebende Buffett muss deshalb kein Butterbrot weniger essen. Und auch seine geliebten Steaks und seine Cola kann er sich noch leisten. Die Zahlen zeigen aber, wie flüchtig Reichtum in diesen turbulenten Zeiten sein kann. Das geschätzte Vermögen von Oracle-Chef und Lebemann Larry Ellison schrumpfte im gleichen Zeitraum von 39,5 auf 33 Milliarden Dollar; die Walmart-Erbin Christy Walton kam glimpflicher davon und büßte von 26,5 auf 24,5 Milliarden Dollar ein.

Die Milliardenverluste lassen sich leicht erklären: So hat Warren Buffett sein Vermögen nicht in bar auf der hohen Kante liegen, sondern es steckt in Aktien seiner Investmentholding Berkshire Hathaway. Und der Wert dieser Anteilsscheine war in den Finanzmarkt-Turbulenzen kräftig gesunken. Hatte eine (!) A-Aktie von Berkshire in der Spitze in diesem Jahr 131 500 Dollar gekostet, so sank das Papier im Spätsommer auf 99 000 Dollar ab. Momentan kostet die Aktie immerhin wieder 115 500 Dollar.

Buffett hat aber ohnehin nicht vor, seine Anteilsscheine zu Geld zu machen, insofern dürfte ihn sein “Verlust“ kalt lassen. Ganz im Gegenteil: Er sorgte sogar mit der Forderung für Aufsehen, dass die Reichen in den USA doch mehr Steuern zahlen sollten. Seine eigene Steuerquote sei niedriger als die seiner Sekretärin, räumte er unverhohlen ein. US-Präsident Barack Obama ergriff die Gelegenheit und schlug sogleich eine “Buffett Tax“ vor, eine Mindeststeuer für Leute mit einem jährlichen Einkommen von 1 Million Dollar und mehr.

Und sieh da, so schlimm scheint die Krise dann doch nicht zu sein. Bei einer Umfrage des US-Marktforschers Spectrem Group unter Amerikanern mit einem Vermögen von 1 Million Dollar und mehr haben sich 68 Prozent der Befragten für eine derartige Steuer ausgesprochen.

Längst nicht jeder Superreiche in den USA hat in der Krise gelitten, wie “Forbes“ aufzeigt: So stieg das Vermögen von Buffett-Freund und Microsoft-Gründer Bill Gates von März bis September sogar noch an. Der reichste Amerikaner und zweitreichste Mensch der Welt nach dem mexikanischen Telekom-Tycoon Carlos Slim Helu verbesserte sich von 56 auf 59 Milliarden Dollar. Der Zuwachs kommt auch anderen zugute: Gates und ebenso Buffett haben ihr Vermögen dem guten Zweck versprochen.

dpa

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