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Krypto-Queen: BKA fahndet weltweit nach flüchtiger Betrügerin - Sie soll Milliarden-Schaden verursacht haben

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Von: Patricia Huber

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Ruja Ignatova wurde bekannt als Gründerin der Kryptowährung OneCoin. Jetzt steht sie auf der „Most Wanted“-Liste von Europol und gilt als Milliarden-Betrügerin.

Bielefeld - „Kryptoqueen“: Mit diesem Titel machte sich die Deutsch-Bulgarin Dr. Ruja Ignatova weltweit einen Namen. Doch seit Oktober 2017 ist sie untergetaucht. Denn ihr Betrug mit der vermeintlichen Kryptowährung OneCoin ist aufgeflogen. Mittlerweile liegt ein deutscher und ein europäischer Haftbefehl gegen die in Deutschland aufgewachsene Betrügerin vor.

Ruja Ignatova: OneCoin-Gründerin hinterlässt Schaden in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar

Das Bundeskriminalamt (BKA) und das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA-NRW) haben eine Öffentlichkeitsfahndung herausgegeben. Darin heißt es wörtlich: „Die promovierte Juristin Dr. Ruja Ignatova steht im Verdacht, als treibende Kraft und geistige Erfinderin der vermeintlichen Kryptowährung ‚OneCoin‘ weltweit Investoren veranlasst zu haben, in diese tatsächlich wertlose ‚Währung‘ zu investieren.“ Der Betrugsschaden liegt laut BKA-Angaben im oberen zweistelligen Millionenbereich. In Medienberichten ist von 88 Millionen Euro die Rede. „Der weltweit verursachte Schaden dürfte mehrere Milliarden US-Dollar betragen“, heißt es in der Meldung des BKA weiter.

Ruja Ignatova
So sah die „Kryptoqueen“ Ruja Ignatova im Oktober 2016 aus. © LKA NRW

Ignatova versprach den OneCoin-Investoren: „Wir sind der Bitcoin-Killer. Wir sind schneller, sicherer und billiger.“ Doch die großen Versprechungen wurden für die Investoren zur großen Enttäuschung. Denn von dem investierten Geld machte sich Ignatova ein schönes Leben. Wie Buzzfeed.com berichtete, soll sie selbst 500 Millionen Euro aus dem Betrug gezogen haben – das sagte ihr Bruder vor Gericht aus. Konstantin Ignatov war auch in das OneCoin-Geschäft verwickelt. Nach dem spurlosen Verschwinden seiner Schwester im Oktober 2017 wurde er das Gesicht der dubiosen Kryptowährung. Im März 2019 wurde er dann am Flughafen Los Angeles verhaftet. Seitdem arbeitet er mit dem FBI zusammen an der Suche nach seiner Schwester.

OneCoin: Ruja Ignatova wurde zuletzt in Athen gesehen

Das BKA schreibt in der Fahndung, dass sich Ignatova im Ausland und auch bei potenziellen Unterstützern aufhalten könnte. Es wäre auch möglich, dass sie ihr Aussehen operativ verändern hat lassen. „Sie dürfte zudem über erhebliche finanzielle Ressourcen verfügen“, heißt es zudem. Zuletzt gesehen wurde sie am Flughafen in Athen. Dort sei sie von zwei russisch sprechenden Männern in Empfang genommen worden, berichtet buzzfeed.de.

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Wer Hinweise liefern kann, die zu einer Festnahme von Ruja Ignatova führen, erhält eine Belohnung von bis zu 5.000 Euro. Hinweise erbittet das LKA unter der Telefonnummer +49 211 939 - 6521 oder an jede andere Polizeidienststelle. Am Mittwochabend (11. Mai, 20.15 Uhr) wird außerdem ein öffentlicher Fahndungsaufruf bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ erfolgen. Auch Interpol und Europol sind mittlerweile in die Suche miteinbezogen.

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