Düngemittelwerte folgen den Agrarrohstoff-Preisen

K+S-Aktie legt kräftig zu

Wertvoller Rohstoff: Die Kali-Nachfrage steigt – und beschert der K+S-Aktie ein dickes Plus. Foto: K+S/nh

kassel. Agrarrohstoffe sind stark gefragt – vor allem Weizen, dessen Preis in den vergangenen Wochen um 50 Prozent auf 210 Euro je Tonne in die Höhe schnellte.

Die Gründe sind mannigfaltig: insgesamt schlechtere Ernten, Überschwemmungen im wichtigen Anbauland Kanada, Getreide-Exportverbot in Russland infolge von Dürre und verheerenden Bränden und nicht zuletzt Spekulation. Anleger hoffen auf gute Geschäfte und kaufen in Erwartung steigender Preise und hoher Renditen große Kontingente an Agrarrohstoffen auf, was die Kurse weiter noch oben treibt.

Davon profitiert auch der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S. Noch stagniert der Weltmarktpreis für Standdardkali bei rund 300 Dollar (227 Euro). Aber Experten und Anleger rechnen fest mit baldigen Aufschlägen. Nach einem seit Jahrzehnten bekannten Mechanismus ziehen die Düngemittelpreise denen für Agrarrohstoffe mit mehr oder weniger Verzug hinterher.

Die Kapitalmärkte haben diese erwartete Entwicklung bereits teilweise vorweggenommen. Die K+S-Aktie legte seit Anfang Juli um knapp 17 Prozent auf 44,11 Euro am Freitagabend zu und entwickelte sich damit besser als der Dax, der im selben Zeitraum nur 5,4 Prozent gewann.

Dennoch bleibt der K+S-Kurs bislang hinter der Branchenentwicklung zurück. Denn das Papier der europäischen Nummer eins und weltweiten Nummer drei bei Kaliprodukten legte nicht so stark zu wie die Aktien einiger Konkurrenten: Der weltweite Branchenprimus, der kanadische Potash-Konzern, erfreut sich eines Kursanstiegs von 26 Prozent binnen Monatsfrist, der US-Anbieter Mosaic verzeichnet ein Plus von 21 Prozent. Und die Aktie der russischen Uralkali-Gruppe gewann 18 Prozent dazu. Ein Grund für das schlechtere Abschneiden der K+S-Aktien sind vermutlich die unterschiedlichen Markteinschätzungen. US-Analysten und Anleger rechnen offenbar mit stärker steigenden Kali-Preisen als Investoren in Europa.

Hinzu kommt, dass K+S noch keine Halbjahreszahlen vorgelegt hat. Die gibt es am kommenden Donnerstag. Es scheint, als warteten die Anleger noch ab. Die meisten Marktbeobachter rechnen mit guten Zahlen. Noch wichtiger ist aber der Ausblick. Und der sollte angesichts der weltweit steigenden Kali-Nachfrage ebenfalls positiv ausfallen.

Von Jose Pinto

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