Kunststoffe, Verpackungen, Reifen: Rohstoffpreise geben nach

+
Reifen-Recycling bei Continental in Hannover. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Berlin (dpa) - Die Chemieindustrie, aber auch Reifenhersteller können sich 2015 auf sinkende Kosten für wichtige Rohstoffe einstellen. Das liegt vor allem an den massiv gefallenen Ölpreisen.

Erdöl ist ein zentraler Grundstoff für viele Chemikalien, aus denen Kunststoffe, Verpackungen und Reifengemische hergestellt werden. Branchenvertreter dämpfen jedoch Erwartungen, dass niedrigere Einkaufspreise in größerem Umfang an die Verbraucher weitergegeben werden könnten.

Nutznießer sinkender Beschaffungskosten für Chemikalien seien in einer ersten Stufe zunächst die Betriebe, sagte der Chefvolkswirt des Verbands der Chemischen Industrie, Henrik Meincke, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: "Unsere Produkte gehen vor allem in die Verpackungs-, Auto- oder Bauindustrie." Bei solchen, die direkt an Endkunden gehen - etwa Seifen, Waschmitteln oder anderen Konsumgütern -, sei wohl mit "keinem allzu großen Preisrückgang" zu rechnen.

Nachlässe seien prinzipiell aber möglich. "Wenn es eine Kostenentlastung gibt, erwarten die Kunden, dass das möglichst rasch weitergegeben wird", sagte Meincke. Letztlich werde der mögliche Umfang von der Frage bestimmt, wie sich die Ölpreise weiter entwickeln. Das sei aber schwer vorherzusagen.

"Für Chemikalien rechnen wir 2015 zunächst mit einem Preisrückgang von 0,5 Prozent", schätzte Meincke. 2014 war das Niveau bereits um ein Prozent gesunken. Mit Blick auf die billige Energie in den USA entspanne der Ölpreissturz die Lage für die deutsche Chemie etwas.

Auch die Kautschuk-Industrie meldete zum Jahreswechsel geringere Rohstoffkosten, die etwa die Reifenpreise drücken könnten. Dabei spielt einerseits Synthesekautschuk, für dessen Herstellung auch Öl verwendet wird, in bestimmten Gummigemischen eine Rolle.

Beim Naturkautschuk könne man noch nicht genau abschätzen, ob dieser weiter billig bleibt. "Aber ein großes Wachstum wird es wohl nicht geben", schätzte Helmut Hirsch vom Branchenverband angesichts der 2014 nur leicht gestiegenen Umsätze vieler Kautschuk-Verarbeiter.

Daneben gebe es weitere wichtige Faktoren. "Bei den Reifen steht das Geschäft zum Beispiel besonders unter dem Einfluss der Witterung, jetzt besonders mit dem Verlauf des Winters", betonte Hirsch. In den ostasiatischen Anbauländern spiele das Wetter ebenfalls eine zentrale Rolle: "In der bald wieder einsetzenden Regenzeit geht die Produktion zurück - das hat meist einen stabilisierenden Effekt auf die Preise."

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.