Kali- und Salzkonzern verdient wieder prächtig - Kanada soll neuen Schub bringen

K+S lässt Krise hinter sich

Sieht sehr gute Perspektiven für den Kasseler K+S-Konzern: Vorstandschef Norbert Steiner. Archivfoto: Koch

kassel. Der Vorstandschef des Kasseler Kali- und Salzproduzenten K+S, Norbert Steiner hat Grund zur Freude. Nicht nur weil der einzige deutsche Rohstoffkonzern von Rang mit einem Umsatz von fast fünf Milliarden Euro und einem Reingewinn von 445,3 Millionen 2010 wieder an die alte Ertragskraft anknüpfen konnte. Der Grund für Steiners Zuversicht ist, dass es für das einzige Dax-Unternehmen aus der Region derzeit richtig rund läuft und die Perspektiven hervorragend sind.

Die Nachfrage nach Kali- und Magnesiumprodukten und die Preise steigen, weil immer mehr Menschen ernährt werden müssen. Und auch die Salzsparte, die Speise-, Auftau- und spezielle Industriesalze liefert, erfreut sich dank harter Winter und insgesamt robuster Weltkonjunktur sehr guter Geschäfte.

Der Aktie half dies gestern aber nicht. Nach anfänglichen Gewinnen ging sie in einem sehr schlechten Börsenumfeld mit minus 1,83 Prozent auf 54,24 Punkte aus dem Handel.

Davon abgesehen: Für K+S und Steiner könnte es noch besser kommen. Mit dem Kauf des kanadischen Kali-Erkunders Potash One sind die traditionell in Europa und Asien starken Kasseler nicht nur dabei, den bislang von den USA und Kanada dominierten nordamerikanischen Markt aufzumischen. Sie erhöhen mit der geplanten Erschließung eines neuen Bergwerks auch schlagartig ihre Kali-Jahreskapazität um ein Drittel auf dann gut zehn Mio. Tonnen. Das schafft Raum für kräftiges Wachstum, das mit den an der Kapazitätsgrenze arbeitenden deutschen Gruben nicht zu erzielen ist.

Und weil der begehrte Dünger immer teurer wird, prüft K+S die Wiederinbetriebnahme ihrer stillgelegten Grube in Giesen bei Hildesheim. „Wir setzen weiter auf Deutschland und stärken die Gruppe durch Engagements im Ausland“, betont der 56-jährige Steiner, der K+S seit 2007 führt und mit ruhiger Hand durch die Krise steuerte.

Dagegen soll das Stickstoffgeschäft, das im wesentlichen aus dem Vertrieb von entsprechenden BASF-Produkten besteht, nicht ausgebaut werden. Düngemittel-Vorstand Joachim Felker erklärte gestern, dass K+S nicht für die zum Verkauf stehenden BASF-Aktivitäten bieten werde. Und die Haus- und Gartensparte Compo soll verkauft werden, was weiteren Spielraum für die Expansion im Kerngeschäft Kali und Salz schafft.

Konsequent treibt Steiner damit die Fokussierung des Konzerns auf diese Hauptgeschäftsfelder voran, die 2010 gut 70 Prozent zum Umsatz und 98 Prozent zum Ergebnis beitrugen. Während die Kasseler beim Salz mit starken Übersee-Aktivitäten die weltweite Nummer eins sind, belegen sie beim Kali Rang vier.

Die Beschäftigung im Inland und in der Region ist laut Steiner „absolut stabil“ mit leichter Tendenz nach oben. Und wenn die Grube in Giesen wiederbelebt werden sollte, werde es einen Beschäftigungsaufbau geben, versicherte der zupackende Manager. Das Wort des verheirateten Vaters zweier Söhne gilt intern wie extern als absolut verbindlich.

Der BASF-Konzern wird von den weiteren Entwicklungen nicht mehr lange profitieren: Er will seinen Anteil von 10,3 Prozent an K+S verkaufen, um seine Schulden zu senken.

Von José Pinto

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