Sparkassen und Volksbanken verteidigen Automatengebühren für Fremdkunden

Teures Abheben: Wer mit der Karte eines fremden Instituts bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken Geld abheben will, zahlt für diese Dienstleistung bis zu fünf Euro. Foto: dpa

Das Geld am Automaten ist zu teuer. Das werfen Wettbewerbshüter und Verbraucherschützer den Banken vor. Gerade in ländlichen Gegenden seien die Gebühren zu hoch. Wer mit der Karte eines fremden Kreditinstituts zu Sparkasse oder Volksbank gehe, der müsse die Abbuchung zu teuer bezahlen.

Fast alle privaten Geschäftsbanken verlangen 1,95 Euro. Bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen zahlen Fremdkunden hingegen meist drei, vier oder mehr Euro. Die öffentlich-rechtlichen Institute begründen die höheren Gebühren damit, dass sie ein viel größeres Netz in der Fläche unterhalten als die private Konkurrenz. Sie stellen etwa vier von fünf deutschen Geldautomaten.

Seit Januar müssen die Geräte die Gebühren vor dem Abheben anzeigen. Zu günstigeren Gebühren hat das bislang nicht beigetragen. Bei einer Umfrage in der Region hat nur eines von neun Instituten seither die Gebühr gesenkt. Die Kreissparkasse Northeim verlangt nun 4,50 statt fünf Euro. „Wir haben unsere Kosten weiter optimiert und die Gebühr gesenkt“, sagt Marketingleiter Gernot Bollerhei. Die Kreissparkasse wolle nichts verdienen, müsse aber die Kosten an Fremdkunden weitergeben. Nur ein Dutzend der 29 Geldautomaten steht in städtischem Gebiet.

So erklärt auch Christina Hackenberg die 3,80 Euro, die Fremdkunden an den 57 Geldautomaten der Kasseler Bank berappen müssen. Die Einnahmen der häufig genutzten Automaten in der Stadt deckten die Kosten der weniger frequentierten Geräte auf dem Land mit ab.

Die Gebühr zahlten aber nur sehr wenige Kunden. Im vergangenen Monat sei sie lediglich bei 2,4 Prozent aller Verfügungen erhoben worden, sagt Hackenberg. Die große Mehrheit der Kunden habe eine Karte des VR-Verbunds und hebt kostenlos ab. Die Kreissparkasse Northeim und die Sparkasse Waldeck-Frankenberg nennen ähnliche Zahlen.

„Wir versorgen mit unseren Geldautomaten vor allem unsere eigenen Kunden“, sagt auch Elmar Fritsch von der VR-Bank Schwalm-Eder. Er schätzt, dass die 23 Automaten zu 80 Prozent von Verbundkunden genutzt würden. Seitdem die Gebühr von 4,50 Euro angezeigt werde, sei die Zahl der Fremdkunden noch gesunken. „Jetzt drücken sie eher auf Abbrechen, wenn sie den Preis sehen“, sagt Fritsch: „Das ist eine faire Regelung.“

Die Volksbank Göttingen hat die Gebühren bereits Anfang Januar von fünf auf vier Euro gesenkt. „Wir müssen die Entwicklung abwarten und den Markt beobachten, ob weitere Senkungen möglich sind“, sagt Vertriebsleiter Volker Angerstein. Die Volksbank unterhält 29 Geldautomaten an 23 Standorten zwischen Hedemünden und Northeim.

Von Marcus Janz

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