Kasseler Geoinformatik GmbH versorgt Förster und Landwirte mit Datensystemen

Michael Zintel

Kassel. Michael Zintel ist zufrieden: „Wir sind gut im Rennen.“ Die Intend Geoinformatik GmbH, deren geschäftsführender Gesellschafter der 47-Jährige ist, arbeitet in gewisser Weise im grünen Bereich – hauptsächlich für die Forstwirtschaft.

Das vor zehn Jahren gegründete Kasseler Unternehmen bietet eine Software, die es den Nutzern erlaubt, den Wald mit allen Bäumen zu sehen: Mit ihr lassen sich Bestände erfassen, Polter – die Lagerplätze für geschlagenes Holz am Wegrand – einzeichnen und sogar protokollieren, wo Borkenkäfer Probleme versprechen.

Die Navigation im Grünen stützt sich auf das geografische Informationssystem (GIS), des US-Unternehmens ESRI. Die Kalifornier mit deutscher Tochter in Kranzberg bei München bezeichnen sich selbst als Marktführer auf ihrem Gebiet.

Die beschaulichen Tage der Förster sind Vergangenheit. Die Reviere werden größer, die Aufgaben komplexer. Wer mit Intend ins Grüne zieht, wird entweder von einem Satelliten-Navigationssystem oder einer digitalisierten Karte begleitet. Auf ihr ist der Forst eingezeichnet. Je nach Anforderungen kann der Förster sie mit zusätzlichen Informationen spicken, etwa mit einem Plan, der den schweren Holzbearbeitungsmaschinen oder den Lastwagen die Wege weist, auf denen sie nicht stecken bleiben oder durch Naturschutzgebiete rollen. Das spart Zeit – und Geld. Denn die bis zu 250 000 Euro teuren Holzernte-Maschinen müssen ausgelastet werden. Beim Abtransport des Holzes könne man bei richtiger Planung bis zu 40 Prozent der Zeit sparen, sagt Zintel. Dass es inzwischen Karten für das gesamte deutsche Waldwegenetz gibt, kommt Intend entgegen.

Die Daten werden auf einem Intend-Server abgelegt. Über das Internet kann auf sie jederzeit zugegriffen werden, sogar vom Waldweg aus.

Die neue Beweglichkeit zwischen den Bäumen nahm ihren Anfang in einem Projekt, das Revierförstern die Überwachung von abgebrannten Waldflächen erleichterte. Inzwischen hat die Geschäftsidee, Daten mobil vor Ort zu erfassen oder abzufragen, dem Unternehmen mit 30 Mitarbeitern eine einjährige Förderung der Europäischen Union und des Landes Hessen eingebracht.

150 Kunden hat Intend, die größten von ihnen sind die Forstbetriebe von zehn Bundesländern. Zwei Millionen Euro Umsatz erwartet Intend in diesem Jahr, gut zehn Prozent mehr als 2009, das Ergebnis ist positiv, sagt Zintel.

Was im Wald funktioniert, ist auch auf dem Acker von Nutzen: So bietet Intend Systeme zur Datenerhebung von landwirtschaftlichen Flächen an. Eingesetzt werden sie etwa zur Kontrolle, wenn Subventionen für Flächenstilllegungen oder den Anbau bestimmter Pflanzen fließen. Der Tourismus ist ein weiteres Feld für Intend. Mit einem digitalen Wanderführer, der Kartenmaterial und Routenbeschreibungen enthält, schicken die Kasseler bereits Wanderfreunde ins Gelände.

Von Barbara Will

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