Nach hohen Abschreibungen

LBBW nach Gewinnrückgang optimistisch für 2017

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Der Sitz der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in Stuttgart. Foto: Sebastian Kahnert

Altlasten aus der Finanzkrise haben die LBBW im vergangenen Jahr noch einmal eingeholt. Hohe Abschreibungen auf alte Firmenwerte der SachsenLB lasten auf dem Gewinn. Doch die wahren Probleme sieht der neue LBBW-Chef woanders.

Stuttgart (dpa) - Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will nach einem deutlichen Rückgang im vergangenen Jahr ihren Gewinn 2017 wieder deutlich steigern. 

"Für das Gesamtjahr erwarten wir ein Ergebnis in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe", sagte LBBW-Chef Rainer Neske in Stuttgart.

2016 hatte die LBBW wegen hoher Abschreibungen auf den Firmenwert der vor Jahren in der Finanzkrise übernommenen SachsenLB einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht. Die Ertragsperspektiven im Unternehmensgeschäft hätten sich eingetrübt, hieß es zur Begründung, insbesondere als Folge der niedrigen Zinsen.

Vor Steuern sackte das Ergebnis nach vorläufigen Zahlen von 531 Millionen Euro im Vorjahr auf 142 Millionen Euro ab. Nach Steuern blieben noch 11 Millionen Euro übrig (Vorjahr: 422 Mio Euro). Der Rückgang habe aber keinen Einfluss auf die wichtige Kapitalquote der Bank, so Neske. Endgültige Zahlen will die LBBW im April vorlegen.

Dabei sind die Aussichten alles andere als rosig. Wie andere Institute leidet die LBBW unter den niedrigen Zinsen, die insbesondere im Privatkundengeschäft auf die Margen drücken. Große Sorgen mache außerdem die geopolitische Lage in Europa mit dem geplanten Brexit, Wahlen in wichtigen europäischen Ländern sowie den anhaltenden Problemen in Griechenland.

"Die Unsicherheit über die Ziele der neuen US-Regierung ist weiterhin groß und wird so schnell nicht abnehmen", sagte Neske. In dieser Lage könne eine Bank nicht Vollgas bei der Geschäftsexpansion geben. Auf der anderen Seite muss die LBBW Geld in die Hand nehmen, um sich auf die digitalen Veränderungen in der Branche einzustellen.

Die LBBW ist dabei, die Zahl ihrer Filialen zu reduzieren und Automaten-Standorte aufzubauen. Zuletzt waren von 170 Filialen mit Bankberatern noch 140 übrig. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Jobs: Die LBBW ist dabei, hunderte Stellen zu streichen. 2016 hatte die LBBW noch 10 839 Beschäftigte - rund 281 weniger als im Vorjahr.

Die LBBW war während der Finanzkrise in Schieflage geraten und von ihren Eignern - den Sparkassen, dem Land und der Stadt Stuttgart - gestützt worden. Auf Druck der EU musste sie ihre Bilanzsumme massiv reduzieren, inzwischen stehen die Zeichen aber wieder auf Expansion, wie LBBW-Chef Neske betonte. Der frühere Privatkundenvorstand der Deutschen Bank leitet die Landesbank seit Anfang November.

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