Dänischer Spielzeughersteller Lego begann vor 80 Jahren als kleine Tischlerwerkstatt

Lego feiert 80. Geburtstag: Stein für Stein zum Erfolg

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Eigene Welt: Mit Lego-System-Produkten wurden so manche Kinderträume ind en 1950er Jahren wahr und ganze Städte entstanden.

Seit 80 Jahren erfüllt der dänische Spielzeughersteller Lego Kinder- und Erwachsenenträume. Auf der ganzen Welt sind seine kleinen bunten Kunststoff-Steine bekannt. Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens begann in einer Tischlerei in der kleinen Stadt Billund im Süden des Landes.

Ausgerechnet im ärmsten Teil Dänemarks, in der jütländischen Ebene, beginnt die Erfolgsgeschichte eines multinationalen Konzerns. Die Rede ist von Lego. Der Spielzeughersteller, dessen Produkte aus keinem Kinderzimmer mehr wegzudenken sind, wurde im Jahr 1932 als kleiner Handwerksbetrieb gegründet. Tischlermeister Ole Kirk Christiansen stellte zunächst nur Trittleitern, Bügelbretter, Stühle und Holzspielzeug her.

Damals war kaum abzusehen, dass aus dem Sechs-Mann-Betrieb ein Konzern mit weltweit über 10 000 Mitarbeitern werden würde. Inzwischen existiert das Familienunternehmen in dritter Generation. Auch Ole Kirks Sohn, Godtfred Kirk, begann früh im elterlichen Betrieb mitzuhelfen. Mit 14 Jahren stieg er richtig ein.

Als die Firma ihre Produktion ganz auf Holzspielzeug umstellte, machte sich die Kreativität von Godtfred Kirk bezahlt: Er entwickelte schon mit 17 Jahren die ersten Spielzeugmodelle. Immer getrieben von dem Firmenmotto seines Vaters: „Det Bedste er ikke for godt“ (dt.: Nur das Beste ist gut genug) gelangte die Marke Lego zu Weltruhm.

Zu verdanken war das auch der Umstellung auf die Herstellung der Spielzeuge von Holz auf Kunststoff. Als erstes Unternehmen in Dänemark kaufte Lego eine Spritzgussmaschine. Damit produzierte der Familienbetrieb im Jahr 1949 rund 200 unterschiedliche Kunststoff- und Holzspielzeuge, darunter die sich „automatisch verbindenden Steine“, der Vorläufer der Lego-Steine, wie wir sie heute kennen.

Doch Godtfred Kirk Christiansen hielt nicht viel von seiner Idee – und ein Verkauffschlager waren die Steine zunächst auch nicht. Das änderte sich fünf Jahre später. Auf einer Reise nach Großbritannien lernte er einen Einkäufer kennen, der der Meinung war, dass es Spielzeug im Allgemeinen an System und Ideen mangele. In Godtfred reifte die Idee für Lego System – 28 Baukästen und acht Fahrzeuge entstanden.

Lego: Die Welt der gelben Männchen

Getreu seinem Namen, der sich aus den Anfangssilben des dänischen „Leg godt“ (dt. Spiel gut) zusammensetzt, wurde das Unternehmen so erfolgreich, dass es expandierte. Die erste Auslandsfiliale wurde 1956 in Schleswig-Holstein gegründet. Bis heute ist Deutschland auch der größte Abnehmer der Lego-Produkte.

Meilensteine in der Geschichte des dänischen Familienunternehmens waren die Erfindung des ersten Rades 1961 und im Jahr 1969 die Produktion der größeren Duplo-Steine für Kinder ab eineinhalb Jahren. Doch Lego ging weiter. Mit der Lego Technic Serie entstanden 1976 komplexe Modelle, wie zum Beispiel das eines Harley Davidson Motorrads, die ältere Kinder in ihren Bann zogen.

Bis heute ist dieser Bann ungebrochen. Endgültig gesprengt wurden die Grenzen der Legowelt im Jahr 1978. Der Grund: Die Geburt kleiner gelber Minifiguren mit beweglichen Armen und Beinen. Als die gemeinsam mit Autos, Häusern und Straßenplatten vorgeführt wurden, begann eine Ära grenzenloser Phantasie in den Kinderzimmern. Die kleinen gelben Männchen bevölkerten nicht nur den Weltraum, sondern zogen auch als Ritter in Burgen um, und stachen in See als Piraten.

Doch Lego-Spielzeug ging mit der Zeit. Alles wurde actionorientierter und Filme wie Indiana Jones, Harry Potter oder Star Wars wurden in der Lego-Welt adaptiert. So dass es bald hieß: Möge die Macht mit dir sein, kleines gelbes Männchen.

Marktanteil in Deutschland gestiegen

Die Lego-Gruppe hat ihren Hauptsitz in Billund in Südjütland. Das dänische Unternehmen ist gemessen am Umsatz der fünftgrößte Spielzeughersteller weltweit. Im Jahr 2010 betrug sein Umsatz 16,014 Milliarden Dänische Kronen (etwa 2,152 Mrd. Euro). Der Spielzeugriese machte einen Nettogewinn von 500 Millionen Euro.

Zudem stieg im Jahr 2011 der Marktanteil in Deutschland auf mehr als 15 Prozent. Weltweit arbeiten über 10.000 Mitarbeiter für die Lego-Gruppe. Im deutschen Hohenwestedt (Schleswig-Holstein) entstand unter dem Namen LEGO Spielwaren GmbH im Jahr 1956 die erste ausländische Vertriebsgesellschaft. Verkauft werden die Spielzeuge in über 130 Ländern. Ein Konkurrent ist der US-Spielzeughersteller Mattel mit einem Umsatz von 5,97 Mrd. US-Dollar (4,57 Mrd. Euro).

Fakten zum Staunen

- 75 Lego-Steine besitzt jeder Mensch auf der Welt im Durchschnitt.

- 40 Milliarden Lego-Steine reichen aufeinander gestapelt bis zum Mond.

- 381 Millionen Räder produzierte die Lego-Gruppe 2010 und ist damit einer der größten Reifenhersteller der Welt.

- Aus 2048 Elementen besteht das größte Lego-Technic-Modell – der Unimog U400.

- Zwölf Mal könnte man die im Jahr 2010 produzierten Lego-Steine aneinandergereiht um die Erde legen.

- 28 Lego-Sets gehen in der Adventszeit weltweit in jeder Sekunde über den Ladentisch.

- 820.400 Mal verkaufte sich das erste Lego-Rad im Jahr 1967. Enthalten war das erste Rad im Set Nr. 400 aus dem Jahr 1962.

- 14,4 Millimeter misst das kleinste Lego-Rad. Es gehörte zu einem Zweisitzer, der im Jahr 1969 auf den Markt kam.

- 10,7 Zentimeter ist das größte Lego-Rad hoch. Es wurde für den Power Puller aus dem Jahr 2000 produziert.

- Es gibt 2400 unterschiedliche Lego-Stein-Formen.

- 915 Millionen Möglichkeiten gibt es, die sechs Zwei-mal-Vier-Steine zu kombinieren.

- 5000 Quadratmeter Grundfläche und 52 Stockwerke hätte ein Gebäude, das allein aus den im Jahr 2010 verkauften Lego-Steinen bestünde.

- 4,1 Millionen Mitglieder hat der Lego-Fanclub weltweit. (Quelle: Lego)

Von Julia Mohr

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