Lieferengpass bei Halbleitern bremst jedoch Wachstum bei Solartechnik-Hersteller

SMA legt erneut rasant zu

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Produktion kommt nicht nach: SMA kann nicht annähernd so viele Wechselrichter liefern, wie der Markt fordert. Erst in der zweiten Jahreshälfte soll sich die Lage entspannen.

Niestetal/Kassel. Der Solartechnik-Hersteller SMA in Niestetal (Kreis Kassel) hat sein rasantes Wachstum der vergangenen Jahre auch im ersten Quartal 2010 fortgesetzt. Der Umsatz vervierfachte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 339,3 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss verzwölffachte sich sogar auf 66,6 Mio. Euro.

Das Vorsteuerergebnis lag mit 92,4 Mio Euro fünfzehn mal höher als im Vorjahr. Das teilte das TecDax-Unternehmen am Freitag mit. Allerdings war das erste Quartal 2009 wegen der Wirtschaftskrise äußerst schwach verlaufen.

Gleichzeitig bestätigte der Vorstand die Prognosen für das Gesamtjahr. Danach erwartet SMA einen Umsatz von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro sowie ein Vorsteuerergebnis von 220 bis 300 Mio. Euro.

Das Wachstum der ersten drei Monate hätte weit größter ausfallen können, wenn es nicht gravierende Lieferengpässe bei elektronischen Bauteilen gäbe, wie sie in den SMA-Wechselrichtern zum Einsatz kommen. Sie führen dazu, dass eine jüngst in Kassel errichtete Übergangsfabrik bei weitem nicht ausgelastet ist. Nach unbestätigten Informationen dieser Zeitung liegt der Auslastungsgrad bei gerade einmal zehn Prozent.

Tabelle: SMAin Zahlen

Wann die Lieferengpässe überwunden sein werden, ist noch unklar. Vorstandssprecher Günther Cramer erwartet, dass sich die Liefersituation in der zweiten Jahreshälfte schrittweise bessert.

SMA ist Technologie- und Weltmarktführer bei Wechselrichtern, die den in Fotozellen gewonnenen Gleich- in netztauglichen Wechselstrom umwandeln.

Hauptumsatztreiber war auch im ersten Quartal erneut der hoch subventionierte deutsche Markt. Von der verkauften Wechselrichter-Leistung von 1288 Megawatt blieben gut 60 Prozent im Inland. Und weil die auf 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung zum 1. Juli um weitere 16 Prozent auf 32,88 Cent je Kilowattsrunde sinkt, versuchen viele Hausbesitzer noch schnell eine Solaranlage aufs Dach zu bekommen. Die Branche kann die Nachfrage aber nicht decken, weil es an Wechselrichtern mangelt.

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Viele Handwerksbetriebe, die ihr Geld überwiegend mit Solaranlagen verdienen, geraten zunehmend in Existenznöte. Der Bundesverband Solarwirtschaft, dessen Vorsitzender Cramer ist, führt derzeit Gespräche mit Energieversorgern. Ziel ist der fristgerechte Netzanschluss von Solaranlagen auch ohne Wechselrichter, um den künftigen Betreibern die aktuelle Einspeisevergütung zu sichern.

Wie berichtet, will SMA bis 2012 rund 400 Mio. Euro investieren, den Großteil davon in ein neues Werk an der A7. SMA beschäftigt derzeit fast 4900 Mitarbeiter - 2200 mehr als vor einem Jahr.

Die Börse honorierte die guten Zahlen nicht. Die Anleger zeigten sich enttäuscht, dass SMA wegen der Bauteile-Knappheit nicht in dem Maße wachsen kann, wie es möglich wäre. Bis zum Abend verlor das Papier 4,89 Prozent auf exakt 90 Euro.

Von José Pinto

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