Lehman-Geschädigte kritisieren Citibank-Angebot

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Durch die Lehman-Brothers-Pleite Geschädigte demonstrieren in Düsseldorf.

Düsseldorf - Die Interessengemeinschaft der Lehman-Brothers-Geschädigten hat das Angebot der Citibank abgelehnt, einem Teil der Opfer der Bankpleite 27 Millionen Euro auszuzahlen.

Diese “Entschädigung auf Gutsherren-Art“ diene vor allem der Bank, kritisierte die Gemeinschaft am Freitag. Der Verkauf der inzwischen wertlosen Lehman-Zertifikate solle stattdessen umfassend rückabgewickelt werden. Die 27 Millionen Euro seien vor allem für die Bank eine günstige Lösung. Sie entspreche nur knapp über fünf Prozent des geschätzten Gesamtschadens von 475 Millionen Euro.

Ein Sprecher der Citibank sagte, man sei über die Reaktion “erstaunt“. Das Angebot sei bei den Betroffenen auf eine “sehr positive Resonanz“ gestoßen. Bereits am ersten Tag hätten sich mehr als 1000 Kunden für die Regelung interessiert und registrieren lassen. Die Höhe des tatsächlichen Schadens und die Zahl der betroffenen Citibank-Kunden wollte die Bank weiterhin nicht nennen.

Mit dem Angebot versuche die Citibank, die anhaltenden Demonstrationen und Mahnwachen vor ihren Filialen zu beenden, vermutete die Initiative, der sich nach Angaben einer Sprecherin bundesweit rund 2000 Geschädigte angeschlossen haben. Die Falschberatung von Anlegern und Sparern beim Verkauf von Lehman- Zertifikaten sei bei der Citibank weit verbreitet gewesen.

Die Citibank habe als weitaus größte Gläubigerin der schließlich zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers ein starkes Eigeninteresse am Verkauf der Zertifikate der bereits 2007 stark angeschlagenen Investmentbank gehabt. Besonders Anlegern in Deutschland seien die nicht über die Einlagensicherung geschützten Zertifikate als sichere und konservative Anlageform empfohlen und verkauft worden. In den USA und vielen europäischen Ländern sei der Zertifikate-Verkauf an Privatkunden verboten.

Jedes vierte Lehman-Opfer der Citibank soll von der am Donnerstag vorgestellten Kulanzregelung profitieren und im Durchschnitt die Hälfte seines Kapitals zurückerhalten. Verbraucherschützer hatten die Erstattungsregeln mit der Bank ausgehandelt. Besonders ältere, risikoscheue und unerfahrene Anleger sollen profitieren und bis zu 80 Prozent zurückerhalten. Vermögende, risikobereite und erfahrene Anleger gehen nach dem Modell überwiegend leer aus.

dpa

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