Bildung

Der Lehrer: Von Wissenslücken und Lieblingsschülern

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Josef Kraus war 20 Jahre Schulleiter an einem Gymnasium in Bayern, bis er 2015 in den Ruhestand ging. Kraus unterrichtete Deutsch, Sport und Psychologie. Foto: Josef Kraus/dpa-tmn

"Wie arbeiten Sie denn?" - Jeder Berufstätige kann über seine Zunft eine Geschichte erzählen. Doch die wirklich spannenden Fragen wagen viele nicht zu stellen. Dabei ist kaum ein Job langweilig. Diesen Monat: drei Fragen an den Lehrer.

Berlin (dpa/tmn) - Josef Kraus (67) kennt den Lehrerberuf bestens. Er war 20 Jahre Schulleiter an einem Gymnasium in Bayern, bis er 2015 in den Ruhestand ging. Kraus unterrichtete Deutsch, Sport und Psychologie. Über das Leben als Lehrer.

Haben Sie auch einmal eine Frage gestellt bekommen, die Sie selbst nicht beantworten konnten?

Das kommt immer wieder mal vor, vor allem, wenn es Unterricht in der Oberstufe ist und wenn man besonders wissbegierige Schüler vor sich hat. Zu häufig darf es nicht sein, dass Lehrer blank sind, weil die Schüler sonst Zweifel an der fachlichen Autorität ihrer Lehrer haben. Wie man als Lehrer damit umgeht? Nun, man sagt, dass man die Frage bis zur nächsten Stunde klären werde. Aber man faselt nicht herum. Es kommt durchaus sympathisch rüber, wenn Lehrer mal Wissenslücken einräumen.

Ist man beim Benoten von Klassenarbeiten manchmal ein bisschen gnädig?

Natürlich! Das darf es aber nur geben, wenn eine Note gerade so an der Kippe steht und wenn diese Großzügigkeit allen Schülern gleichermaßen zugutekommt. Alles andere wäre ungerecht. Hat man als Lehrer auch mal Lieblingsschüler?

Es gibt Schüler, mit denen das Unterrichten und das Diskutieren mehr Freude macht als mit anderen. Und es gibt Schüler, die man lieber nicht in einer Klasse hätte. Aber man darf sich das als Lehrer nicht anmerken lassen. Man muss alle gleichbehandeln. Sonst zieht man sich schnell den Vorwurf zu, voreingenommen zu sein.

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