Kasseler Recop GmbH versorgt auch Fidschi-Inseln mit Anlagen für Getränke-Industrie

Lenker des Flaschen-Zugs

Arbeitsalltag bei Recop Electronic: Elektriker Tobias Bertram (links) und Industriemechaniker Marco Pilgram testen eine Maschine, die prüft, welche Flaschen sich in den Kisten befinden. Fotos: Backovic

Kassel. Zwischen ihnen liegt die halbe Welt, aber eins haben der Bremer Bierbrauer und sein Kollege in der Karibik gemeinsam: Für Ordnung beim Marsch der Flaschen sorgt Technik aus Kassel.

Geliefert hat sie die Recop Electronic GmbH. Die Nordhessen sind auf Kontroll- und Steuerungsanlagen für die Getränke- und Lebensmittelindustrie spezialisiert.

„In Deutschland werden am Tag etwa sieben Millionen Flaschen von unseren Anlagen sortiert“, sagt Knut Oppermann, der das Unternehmen vor 16 Jahren mit Werner Recht gründete.

Vier Mitarbeiter hatte die Firma in Kassel damals, der erste Jahresumsatz lag bei 650 000 Mark. Schon 2001 zog die Firma in den eigenen Neubau in Kassel-Waldau um. Heute sind die Geschäftsführer Oppermann und Sven Böhm, der Nachfolger Werner Rechts, die Chefs von 64 Mitarbeitern. Aktuell werden zwei Mechatroniker ausgebildet, im August kommt ein neuer Lehrling hinzu. 2008 setzte Recop 16 Millionen Euro um.

Coca Cola und Martini

In vielen Brauereien sortieren die Recop-Anlagen Flaschen und Kisten, kontrollieren etwa Füllstände und Verschlüsse. Coca Cola, Bitburger, Martini, Licher, Adelholzener und die Beck Brauerei in Bremen setzen beispielsweise auf die Nordhessen. Kunden hat das Unternehmen überwiegend in Europa, aber auch auf den Fidschi-Inseln und dem karibischen Inselstaat Trinidad und Tobago.

Das Erfolgsrezept sieht Oppermann in der technischen Umsetzung der Maschinen: Die Anlagen haben eine grafische Oberfläche und lassen sich deshalb leicht bedienen. „Wenn der Nutzer also gut damit zurecht kommt, dann führt das zu Erfolg“, sagt der Geschäftsführer.

„Wir realisieren etwa 150 Projekte im Jahr“, sagt Böhm. Dass Recop bei der Umsetzung grundsätzlich auf individuelle Kundenwünsche eingeht, sei ebenfalls sehr wichtig.

Recop legt seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung und Konstruktion der Maschinen, nicht auf die Herstellung. 30 Prozent der Mitarbeiter sind deshalb Ingenieure, die sich mit der Softwareentwicklung beschäftigen.

Die Teile, aus denen die Anlagen bestehen, lässt Recop extern produzieren. Bevor eine Maschine auf die Reise zum Abnehmer geschickt wird, wird sie in Kassel montiert, getestet und demontiert. „Anschließend wird die Anlage beim Kunden vor Ort aufgebaut“, sagt Böhm.

Das Angebot des Unternehmens ist recht umfangreich. Es reicht von einfachen Apparaten zum Kontrollieren von Flaschen für wenige tausend Euro bis zur großen Komplett-Sortieranlage, die knapp sechs Mio. Euro kostet.

Für die nächsten Jahre haben sich Oppermann und Böhm neue Ziele gesetzt. „Wir wollen an einer Ausweitung der Internationalisierung arbeiten“, sagt Oppermann. Insbesondere am süd- und mittelamerikanischen Markt ist Recop interessiert. Aber auch GUS-Staaten wie Russland will die Firma versorgen. Im Bereich Lebensmittelindustrie – zum Beispiel bei Konserven – will Recop seine Arbeit intensivieren.

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