Rechtsrahmen für den Anbau

Letzte Chance für EU-Ökoverordnung

+
Bundesagrarminister Schmidt hat einfache und übersichtliche EU-Regeln für Bioprodukte angemahnt. Foto: Patrick Pleul

Was ist Bio? Wie werden ökologisch angebaute Lebensmittel gekennzeichnet? Und wer darf damit werben? Das alles soll in einer EU-Verordnung geregelt werden. Doch das ist ein dickes Brett.

Luxemburg - Nach jahrelangem Streit über EU-Regeln für Bioprodukte soll es bis Monatsende einen letzten Einigungsversuch geben.

Darauf einigten sich Bundesagrarminister Christian Schmidt und seine EU-Kollegen in Luxemburg. "Eine neue Ökoverordnung muss praktikabel und nachvollziehbar sein, um Vertrauen bei Verbrauchern und Produzenten zu sichern", betonte Schmidt.

Es geht um eine Verordnung mit Regeln zum Anbau und zur Kennzeichnung von Produkten aus der ökologischen Landwirtschaft. Die EU-Kommission hatte schon Anfang 2014 einen Entwurf vorgelegt.

Ziel war unter anderem, mit übersichtlichen Biosiegeln Verbrauchern die Auswahl zu erleichtern und Etikettenschwindel zu unterbinden. Seit Oktober 2015 ringen Kommission, Mitgliedsländer und EU-Parlament um die Details. Jetzt soll es eine letzte Verhandlungsrunde bis Ende Juni geben.

Minister Schmidt sagte, Deutschland setze sich für eine pragmatische Lösung ein. Nötig sei ein zukunftsfähiger Rechtsrahmen für den Ökolandbau. Es gelte nun, Lösungen für die Schwachstellen am Entwurf zu finden. Malta soll als derzeitiger EU-Ratsvorsitz bis 21. Juni Vorschläge erarbeiten und dann erneut mit dem Europaparlament verhandeln. Gelinge kein Durchbruch, "müssen wir einen Neustart ins Auge fassen", sagte Schmidt.

Der Grünen-Verhandlungsführer im Europaparlament, Martin Häusling, begrüßte die Festlegung der EU-Länder. "Die Vernunft hat gesiegt", erklärte er. "Wir brauchen eine Einigung, um die Möglichkeiten für Biolandwirtschaft in der Europäischen Union zu sichern. Deshalb werden die Verhandler des Europäischen Parlaments alles tun, um vor der Sommerpause einen guten Kompromiss zu erreichen."

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.