Linde kommt aus der Krise

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Wolfgang Reitzle, Vorstandsvorsitzender der Linde AG in München vor Beginn der Hauptversammlung des Unternehmens.

München - Linde arbeitet sich dank seines Sparprogramms aus der Krise. Der Technologiekonzern hat sein Ergebnis im dritten Quartal trotz gesunkener Umsätze annähernd konstant gehalten.

Das operative Ergebnis lag bei 637 Millionen Euro und damit nur 2,3 Prozent unter dem Vorjahreswert, wie Linde am Montag in München mitteilte. Der Gewinn sank um 4,7 Prozent auf 182 Millionen Euro. Der Umsatz gab um 9,5 Prozent auf 2,837 Milliarden Euro nach. Das dritte Quartal lief für Linde damit bei weitem besser als das erste Halbjahr. In den ersten sechs Monaten hatte das operative Ergebnis noch um 12,2 Prozent nachgegeben, der Gewinn sogar um 31,8 Prozent. Konzernchef Wolfgang Reitzle zeigte sich zufrieden: Die positiven Tendenzen vom Ende des zweiten Quartals hätten sich verfestigt. Die Nachfrage im Gasgeschäft ziehe langsam wieder an.

Zudem zeige das laufende Spar- und Optimierungsprogramm Wirkung. Man habe trotz sinkender Umsätze die Marge verbessert. Wer sonst könne das noch von sich behaupten. Dennoch werde das Gesamtjahr unter dem Vorjahr bleiben. “Wir haben, in den ersten beiden Quartalen so viel verloren, dass wir das nicht aufholen können“, sagte der Manager. Reitzle rechnet für das laufende zweite Halbjahr 2009 mit einer besseren Geschäftsentwicklung als in der ersten Jahreshälfte. Zudem werde 2010 besser werden als 2009, zumindest im Gasgeschäft sagte der Linde-Chef. Genaueres lasse sich derzeit aber noch nicht sagen. Insgesamt zeigte sich Reitzle vorsichtig. Bei vielen wichtigen Kunden könne es noch Jahre dauern, bis sie wieder ihre Produktionshöchststände vor der Krise erreichten, dämpfte er Erwartungen an einen schnellen Aufschwung.

Sparprogramm schneller als erwartet

Bei seinem 2008 gestarteten Spar- und Optimierungsprogramm kam Linde laut Reitzle schneller voran als geplant. Das Ziel für das laufenden Jahr seien Einsparungen von 200 Millionen Euro, sagte der Manager. Linde will bis 2012 insgesamt 650 bis 800 Millionen Euro einsparen. Im laufenden Jahr hat der Konzern rund 3.600 Stellen abgebaut 170 davon in Deutschland. Damit sei der größte Teil erreicht, sagte Reitzle, allerdings könne es durchaus weiteren Stellenabbau geben, auch im nächsten Jahr. Das hänge von der Umsatzentwicklung ab.

Für die bei weitem größere der beiden Konzernsparten Gase zeigte sich Reitzle deutlich optimistischer als für den Anlagenbau. Gase habe im dritten Quartal mit 625 Millionen Euro das selbe operative Ergebnis wie im Vorjahreszeitraum erreicht, die Nachfrage ziehe hier an. Zudem profitiere der Bereich von langfristigen Verträgen und der breiten Kundenbasis. Für den Anlagenbau zeigte sich der Manager etwas pessimistischer. Zwar habe Linde mit 3,9 Milliarden Euro einen hohen Auftragsbestand, allerdings sei der Auftragseingang deutlich schwächer. Die Krise wirke sich auf den internationalen Großanlagenbau aus.

AP

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