Übersichtlich, doch nicht immer verständlich: Was hinter den einzelnen Posten auf dem Lohnzettel steckt

Service für Azubis: Lohnabrechnung leicht gemacht

Am Monatsende werden viele Auszubildende das erste Mal eine Lohn- und Gehaltsabrechnung erhalten. Doch oft ist gar nicht klar, was sich hinter den einzelnen Posten versteckt. Wir lüften die Rätsel um Steuern und Sozialabgaben.

Angegeben ist in jedem Arbeitsvertrag das steuerpflichtige Brutto (St Brt). Fast immer ist dies bei Auszubildenden identisch mit der Summe des sozialversicherungspflichtigen Brutto (SV Brt). Somit ändert sich auch nichts am Gesamt-Brutto (Gesamt-Brt). In unserem Beispiel erhält der Auszubildende im ersten Lehrjahr als Elektrohandwerker 526 Euro, die er zwar nicht versteuern, aber für die er monatlich Sozialabgaben zahlen muss.

Lohnsteuer muss Lehrling Max Mustermann mit seinem Brutto nicht zahlen. Sie wird erst fällig ab einem monatlichen Gehalt von 899,99 Euro brutto. Wer unter dieser Summe bleibt, zahlt keinen Solidaritätszuschlag (Soli) von 5,5 Prozent . . . . . . und auch keine Kirchensteuer von neun Prozent.

Bei einem zu versteuernden Brutto von 529 Euro werden werden dann 43,13 Euro Krankenversicherung fällig. Meist ist ein Azubi bei einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Der Arbeitgeber legt zusätzlich – aus seiner Schatulle – 7,3 Prozent des Bruttogehaltes für die Krankenversicherung drauf. Aufgeführt sind in dieser Lohn- und Gehaltsrechnung nur die Beträge, die der Auszubildende zahlt. An die Rente denken beginnt mit dem ersten Arbeitstag: 52,34 Euro muss der Azubi von seinem Bruttogehalt bezahlen. Der Arbeitgeber zahlt ebenfalls die gleiche Summe zur Rentenversicherung. Es sind 9,95 Prozent für jeden. Aber: Damit sorgt der Azubi nicht für die eigene Rente vor, sondern finanziert das Altersgeld der jetzigen Rentner. Er erarbeitet sich einen Anspruch auf Rente, den die Generation nach ihm – seine Kinder – bezahlen.

Die Arbeitslosenversicherung gehört ebenfalls zu den Sozialleistungen. Mit je 1,5 Prozent werden seit Januar 2011 Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur Kasse gebeten. Für den Auszubildenden bedeutet dies noch 7,89 Euro pro Monat Abzug.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen seit Januar 2009 jeweils 0,975 Prozent des Brutto für die Pflegeversicherung. Für kinderlose Arbeitnehmer über 23 Jahren sind es 1,225 Prozent. Für den Azubi macht dies 5,13 Euro monatlich aus.

Ausgezahlt bekommt der junge Arbeitnehmer letztlich von seinen 526 Euro Brutto noch 417,51 Euro – sein Nettogehalt über das er verfügen kann.

Unter diesem Punkt rechnet der Arbeitgeber die Leistungen über das Jahr zusammen. Das macht die Lohnsteuererklärung am Jahresende leichter.

Hier listet der Arbeitgeber die prozentualen Sätze für die Abzüge der Sozialversicherungsbeiträge (KV, RV, AV, PV) auf.

Die Übersicht über den Jahresurlaub – genommene wie freie Tage.

Von Martina Wewetzer

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