Lokführer weiter auf hartem Streikkurs

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Stillstand: Güterzugwaggons auf den Gleisen eines Rangierbahnhofs im niedersächsischen Seevetal. Foto: Axel Heimken

Mit Geduld müssen Bahnkunden den nächsten Streiktag der Lokführer bewältigen. Die Gewerkschaft GDL will ihren Ausstand bis Sonntag durchziehen. Vage Hoffnung auf ein früheres Ende verbreitet Bahnchef Grube, der einen neuen Vorstoß machen will.

Berlin (dpa) - Trotz breiter Kritik setzen die Lokführer ihren Streik bei der Deutschen Bahn fort. Im Fern- und Güterverkehr kommt es erneut zu starken Einschränkungen.

Hoffnung auf ein vorzeitiges Ende des bis Sonntag angekündigten Streiks machte aber die Ankündigung des Bahnvorstands, heute in Berlin einen neuen Lösungsvorschlag zu präsentieren.

Nach dem Sonderfahrplan der Bahn sollte knapp jeder dritte Fernzug fahren, in den Regionen schwankte das Angebot zwischen rund 15 Prozent des sonstigen Angebots in Berlin/Brandenburg und zwei Dritteln in Hessen oder Rheinland-Pfalz.

Die Kunden könnten sich auf die Sonderpläne verlassen: "So wie es im Internet kommuniziert wird, fahren die Züge auch", sagte ein Bahnsprecher in Hamburg. Dünn fielen erneut auch die Fahrpläne der S-Bahnen in den Ballungsgebieten aus. Viele Pendler stiegen aufs Auto um, so dass es unter anderem auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen zu längeren Staus kam als sonst üblich.

Bahnchef Rüdiger Grube wollte am Vormittag in Berlin einen "neuen Vorschlag zur Befriedung der Lage" machen. "Wir versuchen, die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen", sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber dem RTL-"Nachtjournal". "Wir reden über das Wie, die Inhalte dieser Tarifverträge. Über Zeit- und Geldregelungen."

Weber wies auch den GDL-Vorwurf zurück, das Unternehmen spiele wegen des geplanten Tarifeinheitsgesetzes auf Zeit. "Das kostet Geld, das kostet Kunden, das macht unsere Mitarbeiter mürbe", sagte Weber am Mittwoch im WDR-Hörfunk über den Streik. "Das wäre verantwortungslos, wenn wir auf Zeit spielen würden." Hintergrund ist das von der schwarz-roten Bundesregierung geplante Tarifeinheitsgesetz, das den Einfluss der GDL einschränken würde.

GDL-Chef Claus Weselsky will am Mittag am Kölner Hauptbahnhof zu Streikenden sprechen, sein Stellvertreter Norbert Quitter schon am Vormittag in Frankfurt. Besonders interessant wird dabei die Reaktion der GDL auf den Vorstoß der Bahn sein. Die Gewerkschaft hat bislang eine Schlichtung abgelehnt, weil Grundrechte ihrer Mitglieder nicht verhandelt werden könnten.

Ihre wirtschaftliche Belastung hat die Bahn auf zehn Millionen Euro pro Streiktag beziffert, die mittelbaren Schäden für die Wirtschaft sind darin nicht enthalten. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag befürchtet Produktionsausfälle. "Wenn der Streik wie angekündigt sechs Tage dauert, kommen Lieferketten ins Stocken, Lager laufen leer, die Produktion stottert", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der "Nordwest-Zeitung".

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