Eigentümer sind seit vier Wochen nicht zu erreichen

Lübecker Flughafen meldet Insolvenz an

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Lübeck. Der Flughafen Lübeck hat Insolvenz angemeldet. Es sei ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet worden, sagte eine Sprecherin des Amtsgerichts Lübeck am Mittwoch. Nach Informationen der „Lübecker Nachrichten“ wurde der Hamburger Anwalt Professor Klaus Pannen zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Beantragt habe die Insolvenz Siegmar Weegen (49), der am Dienstag zum Notgeschäftsführer berufen worden war.

Er glaube, dass in dieser Situation in einem Insolvenzverfahren auch ein Stück Hoffnung liegen könne, sagte Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). In den kommenden Wochen muss der vorläufige Insolvenzverwalter prüfen, ob und wie der Flugbetrieb aufrechterhalten werden kann.

Saxe hatte zuvor das Verhalten der Flughafeneigentümer kritisiert, die nicht zu erreichen sind. Es sei unverantwortlich von ihnen, das Unternehmen fast vier Wochen alleine zu lassen. Mit Weegen habe nun jemand die Führung übernommen, der das Unternehmen kenne und wisse, was zu tun sei.

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der bisherige Eigentümer, der ägyptische Investor Mohamad Rady Amar, seine Anteile an der 3-Y-Logistic und Projektbetreuung GmbH verkauft hat. Das ist die Muttergesellschaft der Yasmina Flughafenmanagement GmbH, die den Flughafen Lübeck-Blankensee seit dem 1. Januar 2013 betreibt. Neuer Inhaber und gleichzeitig Geschäftsführer der Yasmina ist der Berliner Geschäftsmann Adam Wagner. Beide waren zuletzt nicht mehr zu erreichen gewesen.

Aus Mieten und Pachten schulde die Flughafenbetriebsgesellschaft Yasmina der Stadt etwa 189 000 Euro. Zudem warten die 100 Flughafenmitarbeiter seit dem 15. April auf ihren Monatslohn, wie eine Flughafensprecherin sagte. Die Märzgehälter wurden auch verspätet gezahlt.

Der Flughafenbetrieb laufe aber normal und sei gesichert, die Mitarbeiter kämen zur Arbeit. Die Stimmung sei aber gedrückt, sagte die Sprecherin. Dass Lübeck den Flughafen wieder in Eigenregie führt, ist unwahrscheinlich. Auch das Land würde nicht helfen. Es gebe keine rechtliche Verpflichtung, den Betrieb zu übernehmen, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. (dpa)

Stimmung ist gedrückt: Der Lübecker Regionalflughafen musste Insolvenz anmelden. Foto: dpa

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