Lufthansa fliegt weiter nach Sonderflugplan

+
Die Lufthansa fliegt weiter nach dem Sonderflugplan.

Frankfurt - Die Lufthansa fliegt weiter nach dem Sonderflugplan. Und das, obwohl der Streik bereits am Montagabend ausgesetzt worden war.

Lesen Sie auch:

Pilotenstreik ausgesetzt - Kompromiss vor Arbeitsgericht

Hier gehts zu den Abflugzeiten aller deutschen Flughäfen

“Wir können die rund 1000 Flüge, die im Sonderflugplan stehen, auch so anbieten“, sagte sie. Auch einige wenige zusätzlich Flüge kämen schon hinzu. Der Flugplan solle täglich weiter aufgestockt werden, so dass sich der Betrieb bis zum Freitag wieder normalisiere. Auch an diesem Dienstag müssen sich die Fluggäste in ganz Deutschland daher auf zahlreiche Flugausfälle und Verspätungen einrichten.

Lufthansa-Streik: Das müssen Passagiere jetzt wissen

Flugausfälle, Verspätungen, lange Schlangen: Was Passagiere zum Pilotenstreik wissen sollten. © dpa
1.) Wann genau wird gestreikt? Begonnen hat der Ausstand der Piloten in der Nacht zum Montag, 22. Februar, um 00.00 Uhr. Beendet sein soll er nach Ankündigung von Cockpit erst am späten Donnerstagabend, 25. Februar, um 23.59 Uhr. © dpa
2.) Welche Ausmaße hat der Pilotenstreik? Die Lufthansa hat die Streichung von zwei Dritteln ihrer Flüge in dem betreffenden Zeitraum angekündigt. Von den täglich rund 1.800 Flügen starten also nur 600. © dpa
Auch Auswirkungen auf andere Länder waren schon am Montag zumindest in geringen Umfang spürbar - schließlich sind die Airports in München und Frankfurt am Main wichtige internationale Drehkreuze. © dpa
3.) Wer streikt? Aufgerufen sind 4.000 der 4.500 Piloten und Co-Piloten in Passagier- und Frachtmaschinen bei der Lufthansa sowie ihrer Tochter Germanwings. Wie viele Piloten jeweils tatsächlich streiken, ist offen. © dpa
Weil die Vereinigung Cockpit bei den Beschäftigten des Lufthansa-Kernkonzerns einen hohen Organisationsgrad hat, wurde jedenfalls eine hohe Streikbeteiligung erwartet. © dpa
4.) Was wollen die Piloten mit ihrem Streik erreichen? Sie wollen vor allem ihre gut bezahlten Arbeitsplätze im Lufthansa-Konzern schützen. Nach Darstellung der Gewerkschaft werden diese zunehmend in billigere Gesellschaften verlagert. © dpa
Ursprünglich wollten die Piloten zudem 6,4 Prozent mehr Gehalt - bei einem Stopp der Auslagerung ihrer Jobs wären die Piloten aber wohl zu einer Nullrunde bereit. © dpa
5.) Welche Rechte hat ein Passagier bei Verspätungen? Laut der EU-Fluggastrechte-Verordnung können Fluggäste schon bei kürzeren Verspätungen auf Rechte pochen. © dpa
Bei Abflugverzögerungen von zwei Stunden bei Kurzstrecken, drei Stunden bei Mittelstrecken und vier Stunden bei Langstrecken muss auf Wunsch “für das leibliche und kommunikative Wohl“ des Fluggastes gesorgt werden, wie die Verbraucherzentralen betonen. © dpa
Im Klartext: Passagiere haben dann Anspruch auf kostenlose Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Faxe oder E-Mails sowie - falls nötig - Hotelübernachtungen inklusive Transfer. Wer seine Reise nicht mehr antreten will, kann bei einer mindestens fünfstündigen Flugverspätung sein Geld zurückverlangen. © dpa
6.) Was, wenn der Flug gestrichen wird? Wer am Flughafen erfährt, dass seine Verbindung gestrichen ist, hat die Wahl, den Ticketpreis erstattet zu bekommen oder sich mit einem Ersatzflug zum Ziel bringen zu lassen. © dpa
Die Fluggesellschaft muss dann eine alternative Beförderung unter gleichen Reisebedingungen und zum frühestmöglichen Zeitpunkt ermöglichen. Gegen Schadenersatz- oder Ausgleichszahlungen wehren sich die Fluggesellschaften in der Regel und verweisen oft auf die außergewöhnlichen Umstände - auch bei Streiks. © dpa
7.) Was sollten Passagiere noch tun? Sich bei einer Flugannullierung den konkreten Grund am Flughafen schriftlich bestätigen lassen. Damit können sie ihre Rechtsposition unter Umständen verbessern, falls es später vor Gericht geht. Wer sich offiziell beschweren will, muss sich dazu an das Luftfahrt-Bundesamt wenden. © dpa

Damit dürfte wie bereits am Montag erneut etwa jeder zweite Flug der größten deutschen Fluglinie ausfallen. Auch Flüge der Tochter Germanwings und der Frachtsparte Cargo sind erneut betroffen. Die Lufthansa begründete das nur langsame Wiederanlaufen mit den komplizierten Abläufen im weltweiten Flugnetz. Weder Maschinen noch Crews seien in vielen Fällen gerade dort, wo sie eigentlich sein müssten.

Ein großer Teil der Jets steht auf Parkpositionen an den Knotenpunkten Frankfurt und München. Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, die Abläufe geordnet wieder hochzufahren, versicherte der Lufthansa-Sprecher. Mit einem einigermaßen normalisierten Flugplan sei aber erst für Freitag wieder zu rechnen. Am Dienstag werde es zum Sonderplan wohl nur vereinzelt zusätzliche Flüge geben.

Am Abend hatten sich vor dem Frankfurter Arbeitsgericht die Tarifparteien auf einen Vergleich geeinigt. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte einen wichtigen Punkt in den Tarifverhandlungen fallen gelassen. Der eigentlich bis Donnerstag geplante Streik wurde nach nur einem Tag bis zum 8. März ausgesetzt, so dass nun genug Raum für neue Verhandlungen ist. Ein genauer Termin steht laut Lufthansa noch nicht fest. Es soll über Gehälter und Arbeitsbedingungen von rund 4500 Piloten im Kernbereich des Konzern geredet werden. Die VC will aber auch weiterhin die interne Billigkonkurrenz zum Thema machen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.