Keine Dividende für Aktionäre

Lufthansa streicht Jobs - trotz Milliardengewinn

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In Norderstedt protestieren die Lufthansa-Beschäftigten gegen die Beschlüsse.

Frankfurt/Main - Obwohl Lufthansa 2012 fast eine Milliarde Euro verdient hat, bleibt das Unternehmen auf Sparkurs. Im Norden und am Stammsitz Köln werden Hunderte Jobs gestrichen.

Die Lufthansa setzt ihren Sanierungskurs mit unvermindertem Schub fort. Konzernchef Christoph Franz will unter anderem die Hauptverwaltung am Stammsitz Köln und eine Tochtergesellschaft in Norderstedt bei Hamburg bis 2017 dichtmachen. Mindestens 700 Arbeitsplätze sind davon betroffen. Den Aktionären will Lufthansa trotz eines Gewinns von fast einer Milliarde Euro im Geschäftsjahr 2012 die gewohnte Dividende streichen. Die Gewerkschaft Verdi kündigte bereits entschlossenen Widerstand gegen die am Dienstagabend vorgestellten Pläne zum Stellenabbau an.

Es handele sich um Konkretisierungen des bereits angekündigten Stellenabbaus im Rahmen des Sparprogramms „Score“, mit dem der Lufthansa-Konzern sein Ergebnis um 1,5 Milliarden Euro im Jahr steigern will, erläuterte das Unternehmen in Frankfurt. 500 Millionen Euro davon entfallen auf Personalausgaben. Weltweit will Europas größter Luftfahrtkonzern 3500 Jobs streichen, davon 2500 in Deutschland.

Milliardeninvestitionen trotz Sparkurs

Von 200 Arbeitsplätzen in der Finanzverwaltung in Hamburg sollen 80 Prozent in ein „spezialisiertes Dienstleistungszentrum“ überführt werden, teilte Lufthansa weiter mit. Die Pläne würden in den nächsten Wochen mit den Arbeitnehmervertretungen diskutiert. Köln könnte noch in größerem Umfang betroffen sein, wenn die Zentrale der Regionaltochter Lufthansa CityLine nach München verlegt werden sollte. Betroffen wären 300 Mitarbeiter, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. In Norderstedt geht es um das Tochterunternehmen Lufthansa Revenue Services GmbH. Ob auch der juristische Firmensitz von Köln verlegt werde, stehe noch nicht fest.

Vor milliardenschweren Investitionen in modernere und damit meist sparsamere Flieger schreckt der Vorstand trotz des Spardrucks nicht zurück. Acht Langstreckenjets und 100 Kurz- und Mittelstreckenmaschinen will Franz nun bestellen und dafür rund neun Milliarden Euro ausgeben. Die Auslieferung der Flugzeuge ist für die Jahre 2015 bis 2025 geplant. Um welche Maschinen es sich handeln soll, verriet die Lufthansa zunächst nicht. Geplant ist eine konzernweit einheitlichere Flotte mit weniger Flugzeugtypen. Es liefen noch Verhandlungen mit den Herstellern Boeing und Airbus, hieß es in Frankfurt.

900 Millionen operativer Gewinn

Im abgelaufenen Jahr profitierte die Lufthansa überraschend stark von Beteiligungsverkäufen. Zugleich profitierte man vom Radikalschnitt bei der lange defizitären Tochter Austrian Airlines (AUA). Die Verlagerung des Betriebs auf deren Regionalflug-Ableger Tyrolean Airways schob den operativen Gewinn einmalig um 115 Millionen Euro in die Höhe.

Unter dem Strich verdiente der Dax-Konzern daher 990 Millionen Euro, nachdem er ein Jahr zuvor noch einen Verlust von 13 Millionen Euro eingeflogen hatte. Im operativen Geschäft lief es allerdings schlechter als 2011. Während der Umsatz um fünf Prozent auf 30,1 Milliarden Euro wuchs, ging der operative Gewinn um 36 Prozent auf 524 Millionen Euro zurück.

A380: Der neue Superflieger von Lufthansa

Süße Träume sind in den Betten der der First Class garantiert. Die Sitze lassen sich zur Schlafstätte umklappen. © Lufthansa
Viel Platz hat man auch in den Wachsräumen der First Class. © dpa
Der erste A 380 für Lufthansa. © Lufthansa
Mit roter Rose und einem "Willkommen" auf dem Bildschirm werden Gäste in der ersten Klasse begrüßt. © ap
Letzter Feinschliff für den ersten A 380 der Lufthansa. © dpa
Ruckzuck sind die Sitze der First-Class in Betten umgebaut. © dpa
Bequem nächtigen ist auch in der Business Class möglich. © dpa
Die Beine richtig ausstrecken - in der Business Class kein Problem. © dpa
So bequem sieht es in der First Class des Riegenvogels aus. © Lufthansa
Auch die Economy Class bietet jede Menge Beinfreiheit. © dpa
So sehen Luxus-Toiletten aus. © dpa
Das Badezimmer gehört zur Ausstattung der ersten Klasse. © Lufthansa
Die Stewardessen haben die Plätze in der First Class dekoriert. © ap
Die Betten in der First Class. © Lufthansa
Spargel im Schinkenmantel, exquisiter Käse und ein bisschen Kaviar oben drauf: Sie sehen die Snacks in der First Class aus. © dpa
Eine Treppe verbindet die Stockwerke. © Lufthansa
Die riesigen Türen des Supervogels. © dpa
Der Airbus A380 der Lufthansa - hier die Economy Class. © dpa
Bequem sind die Betten in der ersten Klasse. © ap
In der Business Class lassen sich Langstreckenflüge gut überstehen. © ap
Die Economy Class des Airbus A 380 der Lufthansa. © ap
Der luxuriöse Waschraum in der ersten Klasse. © Lufthansa
Die Kabine. © Lufthansa
In der Business Class lassen sich Langstreckenflüge gut überstehen. © ap
Willkommen steht auf den Multimedia-Bildschirmen auf den Rückenlehnen des Airbus. © dpa
Jürgen Raps, Chefpilot der Lufthansa, nimmt schon mal im Cockpit des Riesenvogels Platz. © dpa
Der erste A 380 für Lufthansa. © dpa
Der erste A 380 für Lufthansa. © dpa
Der erste A 380 für Lufthansa. © dpa
Stupsnase des Riesenvogels: Der Airbus A 380 der Lufthansa. © dpa
Lufthansa
Der erste A 380 für Lufthansa. © 
Der erste A 380 für Lufthansa. © Lufthansa

Erst im Oktober hatte Lufthansa-Chef Franz eine Verschärfung des Sparkurses angekündigt. Die bislang in Angriff genommenen Projekte wie das Programm „Score“ reichten nicht aus, um zusätzliche Belastungen auszugleichen, hieß es damals. Für das Sanierungsprogramm gab die Lufthansa 2012 rund 160 Millionen Euro aus. Nach unbestätigten Zahlen sollen bereits Ergebnisverbesserungen von rund 400 Millionen Euro erreicht worden sein.

Ohne Konflikte wird das Sparprogramm nicht ablaufen. Nach Ansicht der Gewerkschaft Verdi belasten die Pläne die Ende Februar anstehenden Tarifverhandlungen für Zehntausende Beschäftigte der Airline. Man werde den geplanten Abbau von Arbeitsplätzen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen, kündigte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle am Mittwoch in Berlin an. Dabei schloss sie ausdrücklich die Möglichkeit eines Streiks mit ein. In Norderstedt versammelten sich am Morgen mehr als 100 Beschäftigte des Tochterunternehmen Lufthansa Revenue Services GmbH. Sie protestierten gegen die Vorstandsbeschlüsse und forderten den Erhalt des Standortes. „Wir hatten mit dem Abbau von Arbeitsplätzen gerechnet, aber nicht mit der kompletten Schließung“, sagte Almut Auerbach von der Gewerkschaft Verdi. Nun werde die Arbeit vermutlich nach Indien, Polen oder Mexiko ausgelagert.

dpa

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