Konvekta-Gründer Carl. H. Schmitt wird heute 80

Ein Macher und Helfer

Denkt nicht an Ruhestand: Carl H. Schmitt. Archivfoto: Schölzchen

Schwalmstadt. Er gehört der Jury an, die den Umweltpreis der Bundesregierung und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie verleiht. Er arbeitet im Beirat der Deutschen Umwelthilfe mit, engagiert sich im Verband der Deutschen Automobilindustrie und bestimmt als Aufsichtsratsvorsitzender nach wie vor maßgeblich die Geschicke der mittelständischen Konvekta AG in Schwalmstadt (Schwalm-Eder-Kreis) mit.

Heute wird der Seniorchef des Unternehmens, Carl H. Schmitt, 80 Jahre und denkt gar nicht daran, kürzer zu treten. „Die Arbeit hält mich fit“, sagt er. Solange es seine Gesundheit zulasse, wolle er sich weiterhin beruflich, sozial und gesellschaftlich einbringen, was der Jubilar seit Jahrzehnten aus Überzeugung tut.

Von seinen zahlreichen ehrenamtlichen Engagements seien an dieser Stelle nur zwei exemplarisch genannt: ein Kinderhaus-Projekt in Indonesien und ein Kulturprojekt in der Schwalm. Nach dem verheerenden Tsunami an Weihnachten 2004 in Indonesien richtete er ein Waisenhaus für 15 Kinder ein, das er weitgehend allein finanziert. Einige der Kinder sind heute erwachsen. Alle bekommen eine Schulausbildung und erlernen einen Beruf oder studieren. Erst dann sind sie auf sich gestellt. „Es ist eine große Befriedigung zu sehen, dass die jungen Menschen ihren Weg gehen“, sagt der Unternehmer.

Aber auch in seiner Heimat ist er für sein soziales und gesellschaftliches Engagement bekannt. So betreut er unter anderem eine private Stiftung, die sich der Aufarbeitung der Schwälmer Kultur und der Aufbewahrung der Nachlässe der im nahen Künstlerdorf Willingshausen tätigen Künstler widmet.

Doch nicht nur Arbeit und Engagements halten den erfolgreichen Macher fit. Wann immer es seine Zeit erlaubt, wandert Schmitt, fährt Rad oder Kajak und segelt auf dem eigenen Boot in der Türkei.

Niemand wollte Kredit geben

1956 machte sich der damals 25-Jährige nach dem Studium der Betriebswirtschaft mit einem kleinen Ofenbaubetrieb selbstständig. Sein Startkapital: ein alter DKW, eine Reiseschreibmaschine und ein 10 000-Mark-Kredit, den ihm zunächst keine Bank geben wollte. Mit Weitblick und Geschick schuf er im Laufe der folgenden Jahrzehnte einen global agierenden Hersteller von Klima-Anlagen für Bus und Bahn und Lkw-Transportkühlungen mit Werken in Schwalmstadt, Thüringen, Argentinen, der Türkei, China und Indonesien. Gut 500 Menschen beschäftigt die Gruppe, davon fast die Hälfte am Firmensitz. 2010 setzte sie 75 (Vorjahr: 60) Mio. Euro um.

2001 übergab der Vater zweier Kinder und vierfache Großvater die Unternehmensführung an Sohn Constantin (47). Neben den leiblichen Kindern zog Schmitt mit seiner Ehefrau einen Pflegesohn auf.

Von José Pinto

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