Der Gold-Kurs steigt: Fragen und Antworten rund um das begehrte Edelmetall

Macht Omas Ring reich?

Es funkelt und glänzt: Diese Barren lagern in einem Tresor der Deutschen Börse AG in Frankfurt . Foto: dpa

Der Goldpreis steigt in diesem Jahr fast unaufhaltsam. Aktuell gibt es bei Banken und Goldschmieden entsprechend viel Geld für Gold. Vor zehn Jahren war die Feinunze Gold nur 255 Dollar wert. Gestern waren es 1181,95 Dollar, das sind 929,50 Euro je Feinunze. Deshalb versuchen viele Menschen Ringe, Armbänder, Nuggets, aber auch Zahngold für einen guten Preis zu verkaufen. Wo, und für wen sich jetzt der Verkauf lohnt:

? In welcher Form wird Gold gehandelt?

!Der Preis wird für eine Feinunze, die 31,1 Gramm wiegt, in Dollar angegeben. Der Börsenpreis ändert sich täglich. Barren und Münzen werden von Zentralbanken als Währungsreserve genutzt und eingelagert.

? Ist jedes Gold überhaupt gleichwertig?

! Ist in einem Goldring die Zahl 585 eingestanzt, besteht er lediglich aus 58,5 Prozent Feingold. Nur für den Feingoldanteil gibt es Geld.

? Lohnt es sich jetzt, Omas Erbstücke zu verkaufen?

! Da Schmuck nur nach seinem Feingoldanteil vergütet wird, drohen im Regelfall Verluste. Die handwerkliche Arbeit, die beispielsweise in einem Ring steckt, spielt keine Rolle. Nur das Gewicht des Feingoldes zählt. Oft ist es besser, den Schmuck an einen Liebhaber zu verkaufen. Banken nehmen keinen Schmuck an, sondern nur gesetzliche Zahlungsmittel.

? Sollte man sein Gold bei der Hausbank verkaufen?

! Nicht unbedingt. Ute Bitter von der Verbraucherzentrale Hessen: „Man sollte grundsätzlich Preise vergleichen.“ Zudem empfiehlt sie, auch bei Goldschmieden Angebote einzuholen. Wichtig ist auch, als Verkäufer den aktuellen Tagespreis zu kennen.

? Nehmen Banken Gebühren für den Ankauf von Gold?

! Das ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Bei vielen Sparkassen entstehen keine Gebühren, die Institute kaufen aber nur Gold von ihren Kunden. Bei Volks- und Raiffeisenbanken hat die Gebühr einen Festpreis von zehn Euro. Bei Geschäftsbanken sind die Gebühren völlig unterschiedlich, weil sie „Teil der ganz individuellen Geschäftspolitik sind“, bestätigt Tanja Beller, die Sprecherin des Bundesverbandes deutscher Banken.

? Wo kann man Kleinstmengen verkaufen?

! Die meisten Banken – wie beispielsweise die Volks- und Raiffeisenbanken – nehmen auch Kleinstmengen im Grammbereich an. Auch viele Goldschmiede und Juweliere kaufen kleinere Mengen.

? Ist es immer der Börsenpreis, den man als Verkäufer bei der Bank bekommt?

! Nein. Jede Bank hat einen An- und Verkaufspreis. Der Ankaufspreis der Bank ist immer niedriger als der Verkaufspreis. „An- und Verkaufspreis können täglich schwanken. Die Preise orientieren sich zwar an der Börse, sind aber nicht identisch“, erklärt Steffen Steudel, Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Bewahrt eine Bank selbst Gold auf, hat sie zusätzliche Kosten für die Versicherung und das Lagern.

? Wie lukrativ sind Angebote – beispielsweise aus der TV-Werbung – bei denen man sein Gold in einen Umschlag packt, einschickt und dann das Geld bekommt?

! Ute Bitter von der Verbraucherzentrale Hessen sieht in dieser Art des Verkaufs ein Risiko: „Ob man sein Gold zurückbekommt, wenn man nicht zum angebotenen Preis verkaufen will, ist unsicher.“ Wichtig ist deshalb, die Seriosität solcher Unternehmen genau zu prüfen, bevor man Wertsachen einschickt.

Von Dorothea Backovic

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