Machtkampf im Konzern

RWE-Deutschland-Chef Neuhaus geht vorzeitig

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Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender RWE Deutschland AG.

Essen - Beim radikalen Umbau des Energieriesen RWE hat einer der einflussreichsten Manager des Unternehmens seinen Posten verloren: Deutschland-Chef Arndt Neuhaus.

Der 49-Jährige verlasse Ende Januar den Konzern, teilte RWE am Nachmittag nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung mit. Damit geht ein Vertrauter der mächtigen Kommunen, die knapp ein Viertel der RWE-Anteile halten. Die Kommunen reagierten mit scharfer Kritik.

Neuhaus war seit mehr als 14 Jahren bei RWE und leitete seit 2011 die RWE Deutschland AG, die mit knapp 20 000 Mitarbeitern größte und umsatzstärkste Beteiligungsgesellschaft im Konzern.

Er verlasse das Unternehmen, weil ihm in der geplanten RWE-Zukunftsgesellschaft keine entsprechende Position mehr angeboten wurde, hieß es am Donnerstag aus RWE-Kreisen. Über einen Weggang von Neuhaus hatte zuvor bereits das "Handelsblatt" berichtet. RWE-Chef Peter Terium habe mit Neuhaus seinen ärgsten Widersacher aus dem Konzern gedrängt, schrieb die Zeitung.

Dies sei eine "katastrophale Entwicklung", sagte ein Kommunalvertreter. Ein erfolgreicher Manager werde offensichtlich aus persönlichen Gründen aus dem Konzern vertrieben, obwohl er als Netz- und Vertriebsmanager einen exzellenten Job abgeliefert habe.

RWE wird wegen der Folgen der Energiewende derzeit grundlegend umgebaut. Die erneuerbaren Energien sowie das Netz- und Vertriebsgeschäft werden dabei in einer neuen Tochter gebündelt und voraussichtlich Ende 2016 an die Börse gebracht. Aus den Erlösen will RWE seine Investitionen vor allem in die Erneuerbaren ausbauen. Das klassische Geschäft mit den Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken sowie der Energiehandel bleiben im Mutterkonzern.

Die RWE Deutschland AG ist an zahlreichen Stadtwerken beteiligt und führt Strom-, Gas- sowie Wassernetze in deutschen Städten und Gemeinden. Sie wird in der RWE-Zukunftsgesellschaft (Arbeitstitel "NewCo") aufgehen, die am 1. April dieses Jahres gegründet wird.

Unternehmenskreisen zufolge hatte der ehrgeizige Neuhaus mindestens einen Vorstandsposten oder sogar die Leitung von NewCo angestrebt. Laut "Handelsblatt" möchte Konzernchef Terium aber zumindest für eine Übergangszeit die "alte" und die "neue" RWE in Personalunion führen. Offiziell gab es dazu keinen Kommentar vom Unternehmen.

RWE-Vize Rolf Martin Schmitz lobte Neuhaus als "exzellenten Energiemanager". Von RWE-Chef Peter Terium gab es zunächst keine Stellungnahme zum Ausscheiden von Neuhaus.

Die kommunalen Aktionäre dürften auch deshalb kritisch eingestellt sein, weil sie sich auf eine erneute Dividendenkürzung einstellen müssen. Die vor Jahren bereits auf einen Euro halbierte Ausschüttung könnte auf etwa 85 Cent oder noch stärker schrumpfen, befürchten sie. Anfang März kommt der Aufsichtsrat zusammen, am 8. März ist die Jahresbilanz geplant.

dpa

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