Machtkampf zwischen Opel und GM

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Opel-Mitarbeiter protestieren gegen GM.

Rüsselsheim - Machtkampf um die Zukunft von Opel: Während tausende von Beschäftigten des Autobauers gegen die befürchteten Einschnitte protestieren, gibt sich die alte und neue Mutter General Motors (GM) selbstbewusst.

Die deutsche Politik und der Opel- Betriebsrat bringen sich derweil nach dem Scheitern des Magna-Deals für Verhandlungen um Arbeitsplätze und Staatshilfen in Stellung. Mehrere tausend Opel-Beschäftigte machten am Donnerstag an allen vier deutschen Standorten ihrem Unmut wegen befürchteter Massenentlassungen Luft. Der ungeliebte US-Konzern drohte der Belegschaft schon offen mit Insolvenz, sollten die Betriebsräte nicht zu Zugeständnissen bereit sein. Und GM ist sich der Staatshilfe aus Deutschland und den anderen europäischen Opel-Ländern sicher: “Wenn sie den Magna-Plan mögen, mögen sie auch den GM-Plan“, sagte Vize- Präsident John Smith am Mittwochabend.

Opelaner machen ihrem Ärger Luft

Opelaner machen ihrem Ärger Luft

Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
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Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
Klaus Franz und Roland Koch. Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
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Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
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Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
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Opelaner protestieren gegen GM in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach
Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
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Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
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Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
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Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
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Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
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Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
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Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
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Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa
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Opelaner protestieren in Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern gegen GM. Gewerkschaften und Politiker unterstützen die Menschen. © dpa

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General Motors kann auf deutsche Staatshilfe hoffen

GM-Europachef Forster kritisiert Mutterkonzern

Kampf gegen GM: Opel-Mitarbeiter streiken

GM will rund 10.000 Arbeitsplätze bei Opel streichen

Politik und Arbeitnehmervertreter bereiten sich auf Verhandlungen mit GM vor: Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) forderte GM auf, unverzüglich ein Konzept vorzulegen. “Wir erwarten jetzt einen Plan, wie Opel wieder fit und flott gemacht werden kann“, sagte er im ZDF- “Morgenmagazin“. “Wir erwarten von Opel und von GM, dass die Arbeitsplätze in Deutschland gehalten werden.“ Erst wenn dieser Plan vorliege, könne man darüber reden, welche staatlichen Hilfen möglich seien. “Die Amerikaner dürfen nicht glauben, dass sie Deutschland in irgendeiner Form erpressen können.“

10.000 protestieren in Rüsselsheim

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz forderte vor knapp 10.000 Beschäftigten am Stammwerk des Autobauers in Rüsselsheim mehr Eigenständigkeit für den Autobauer unter dem Dach von GM. “Die Adam Opel GmbH muss in eine deutsche Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Wir wollen kein Anhängsel sein, das von Detroit aus durchregiert wird“, sagte Franz. Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter werfen den GM-Managern seit längerem vor, Opel durch Arroganz gegenüber den Interessen europäischer Kunden und eine falsche Modellpolitik in die Krise geführt zu haben.

Verhandlungskrimi um Opel: Eine Chronik

14. November 2008: Nach Absatzeinbruch und massiven Verlusten ruft Opel als erster deutscher Autohersteller den Staat zur Hilfe. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll Opel stützen. Nach Unternehmensangaben geht es um “etwas mehr als eine Milliarde Euro“. © dpa
17. Februar 2009: Der ums Überleben kämpfende Mutterkonzern General Motors (GM) will 47 000 Stellen streichen, davon 26 000 außerhalb der USA. © dpa
27. Februar: Opel will sich weitgehend von GM abkoppeln. Das von der öffentlichen Hand benötigte Kapital eines neuen europäischen Unternehmens Opel/Vauxhall wird auf 3,3 Milliarden Euro beziffert. © dpa
2. März: Der Rettungsplan wird der Bundesregierung vorgelegt. © dpa
31. März: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt Unterstützung für Opel in Aussicht, aber keinen direkten Staatseinstieg. © dpa
23. April: Fiat will Opel übernehmen. Die Arbeitnehmer sind dagegen. Ende Mai zieht sich Fiat zurück. © dpa
28. April: Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna, hier Vize Chef Sigfried Wolf, legt ein erstes “Grobkonzept“ für Opel vor. © dpa
12. Mai: Es wird bekannt, dass auch der in Brüssel ansässige Finanzinvestor RHJ International ein Angebot prüft. © dpa
27. Mai: GM, um Verhandlungsführer John Smith (r.), kündigt dem Vorsitzenden des Opel-Treuhand-Beirats, Fred Irwin (l.) an, sein Europa-Geschäft mit der Hauptmarke Opel rechtlich abzuspalten. © dpa
30. Mai: Bund, Länder, GM, Magna und das US-Finanzministerium einigen sich auf ein Rettungskonzept. Damit ist der Weg frei für einen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro an Opel sowie das umstrittene Treuhand-Modell. © dpa
1. Juni: GM reicht in New York einen Antrag auf Insolvenz mit Gläubigerschutz ein. © dpa
10. Juli: GM, hier Fritz Henderson, Präsident und CEO von General Motors, wird aus der Insolvenz entlassen. Mehrheitlich in Staatsbesitz soll GM wesentlich verkleinert überleben. Es fließen mehr als 50 Milliarden Dollar (36 Mrd Euro) an Steuergeldern. © dpa
15. Juli: Der Finanzinvestor RHJI stellt ein nachgebessertes Übernahmeangebot vor. Die Bundesländer mit Opel-Standorten favorisieren Magna, weil der Zulieferer weniger Stellen abbauen will. © dpa
19. August: Bund und Länder wollen die Kreditzusagen und Bürgschaften für Opel über 4,5 Milliarden Euro ohne Beteiligung der anderen europäischen Länder mit Opel-Standorten vorstrecken, wenn GM sich für Magna entscheidet. © dpa
25. August: Erneutes Opel-Spitzentreffen zwischen Bund, Ländern und GM in Berlin. Laut Medienberichten prüft der US-Autokonzern, seine bisherige Tochter doch zu behalten. © dpa
2. September: RHJI hat sein Angebot abermals nachgebessert und fordert jetzt 600 Millionen Euro weniger Staatshilfen. Dennoch spricht sich die Bundesregierung erneut für Magna aus. © dpa
10. September: Der GM-Verwaltungsrat empfiehlt einen Verkauf von Opel an Magna. Die Treuhand genehmigt das Geschäft. © dpa
14. September: Magna bestätigt, dass in Deutschland mehr als 4000 der rund 25 000 Stellen wegfallen werden. Die EU-Kommission kündigt eine “sehr sorgfältige“ Prüfung der Milliardenbeihilfen an. Belgien ist aufgebracht, weil der Standort Antwerpen geschlossen werden soll. Widerstand kommt auch aus Großbritannien und Spanien. © dpa
22. September: Bevor weitere drei Milliarden Euro fließen, müssen Wirtschaftsprüfer grünes Licht geben. PriceWaterhouseCoopers stuft die Pläne Magnas als “nicht besonders robust“ ein. © dpa
15. Oktober: Aus Sorge um ein späteres Veto der EU-Kommission legen der designierte Käufer Magna mit seinem russischen Partner Sberbank und GM die Unterzeichnung des Übernahmevertrags auf Eis. © dpa
16. Oktober: In einem Brief an Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) äußert EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes schwere Bedenken gegen die von der Bundesregierung versprochenen 4,5 Milliarden Euro an Staatshilfen. Die Hilfszusagen dürften nicht an einen Bieter gebunden sein. © dpa
3. November: Der GM-Verwaltungsrat beschließt in einer dramatischen Wendung, Opel doch zu behalten. Der Mutterkonzern will das Europa-Geschäft selber sanieren. © dpa

Auch das GM-Sanierungskonzept für Opel vom Mai 2009, auf dem der US-Konzern seinen neuen Restrukturierungsplan aufbauen will, lehnt Franz ab. Danach sollten drei Werke geschlossen werden. GM kündigte aber bereits an, dass Bochum möglicherweise überleben könne. Es könne eine attraktive Lösung geben, sagte Smith. Das sei aber noch nicht entschieden. In Nordrhein-Westfalen stehen im kommenden Jahr Landtagswahlen an. Hingegen droht dem Werk in Eisenach weiter eine zweijährige Stilllegung, das Werk im belgischen Antwerpen steht vor dem Aus. Franz betonte jedoch trotz der Insolvenz-Drohung erneut, dass die Mitarbeiter für GM anders als für den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna keine Opfer bringen wollen: “Für das GM-Konzept vom Mai gibt es keinen Cent Mitarbeiterbeiträge.“ Mit Magna hatten sich die Arbeitnehmer auf einen jährlichen Gehaltsverzicht von 265 Millionen Euro geeinigt.

Wut und Angst treiben die Opelaner

Bei den Protesten äußerten die Beschäftigten ihre Wut über den gescheiterten Verkauf an Magna. Sie befürchten Werkschließungen und massive Stellenstreichungen. In Eisenach gingen rund 500 Menschen auf die Straße, in Kaiserslautern waren es mehrere tausend Beschäftigte. In Deutschland arbeiten mehr als 25 000 Menschen für Opel. Nach Smiths Darstellung ist die Sorge über Massenentlassungen unbegründet. GM wolle rund 10 000 der insgesamt gut 50 000 Opel- Arbeitsplätze in Europa streichen. Das wären in etwa genauso viele wie von Magna vorgesehen. Dies sei nötig, um die Kosten um 30 Prozent zu senken und Opel zu einem profitablen Unternehmen zu machen.

GM will den Plan möglichst bald ausarbeiten und den europäischen Regierungen und den Betriebsräten vorlegen. Der Autobauer ist zuversichtlich, trotz aller Kritik auch von Deutschland Staatshilfen zu bekommen. Smith sagte: “Ich bin hoffnungsfroh, dass die Bundesregierung unseren Plan, wenn sie ihn gesehen hat, gut finden und uns genauso unterstützen wird wie die Regierungen aus Spanien, Polen und Großbritannien.“ Sollte Deutschland die Unterstützung verweigern, müsse GM einen “Plan B“ ziehen. Das “Wall Street Journal“ zitierte informierte Personen, wonach der Autobauer aus den eigenen “unbegrenzten Barreserven“ schöpfen könne, um die Restrukturierung selbst zu schultern. Das war in Deutschland bezweifelt worden.

Die Hauptdarsteller im Opel-Drama

Mit dem Beschluss von General-Motors, Opel nun doch zu behalten, endet ein weiterer Akt in dem seit Monaten währenden Drama um 50.000 Arbeitsplätze in Europa, die Hälfte davon in Deutschland. Wir zeigen die Hauptdarsteller im Opel-Drama: © dpa
FRITZ HENDERSON: General-Motors-Chef Fritz Henderson gilt als erfahrener Sanierer. © dpa
Der 50-jährige Manager mit dem Spitznamen “Fix-it-Fritz“ (Bring-es-in-Ordnung-Fritz) übernahm den Chefposten bei dem angeschlagenen größten US-Autokonzern Anfang März, nachdem Rick Wagoner auf Druck von US-Präsident Barack Obama zurückgetreten war, und führte das Unternehmen dann erfolgreich durch die Insolvenz. © dpa
Der in der Autometropole Detroit geborene Henderson hat Erfahrung mit Opel. Als Europa-Chef von GM in den Jahren 2004 und 2005 hatte der hemdsärmelig auftretende Macher das unter Überkapazitäten leidende Europageschäft massiv umgebaut - die Streichung von 9.500 Stellen bei Opel eingeschlossen. © dpa
Henderson gilt als Befürworter des gescheiterten Planes, die Mehrheit von Opel an den kanadischen Zulieferer Magna und die russische Sberbank zu verkaufen. © dpa
In dem seit der Übernahme der Mehrheit bei GM durch die US-Regierung neu besetzten Veraltungsrat konnte er das nicht durchsetzen. © dpa
EDWARD E. WHITACRE jr.: GM-Verwaltungsratschef Edward E. Whitacre jr. gilt als Modernisierer und harter Sanierer. © dpa
Der Texaner, der am Mittwoch 68 Jahre als wurde, übernahm nicht zuletzt mit dem Segen der US-Regierung nach Abschluss des Insolvenzverfahrens die Aufsicht über den Autobauer. © dpa
Der Top-Manager stand seit den späten 1980er Jahren in führenden Positionen bei dem US-Telefongiganten AT&T. Dabei erledigte Whitacre weitgehend geräuschlos mehrere Fusionen und Übernahmen, aber auch Restrukturierungen mit erheblichem Arbeitsplatzabbau. © dpa
Whitacre beschränkt sich bei GM nicht auf die Beobachterrolle, sondern mischt sich aktiv ins Geschäft ein. Bei der ersten Sitzung im August beschloss der Verwaltungsrat unter seiner Führung, die Einführung mehrerer neuer Fahrzeugmodelle zu beschleunigen. © dpa
Whitacre gilt als Skeptiker des Magna-Deals. © dpa
CARL-PETER FORSTER: Carl-Peter Forster ist Aufsichtsratschef von Opel und Präsident von General Motors Europa. © dpa
Die Hauptdarsteller im Opel-Drama © dpa
Der diplomierte Volkswirt und Luft- und Raumfahrtingenieur Forster kam von BMW zu Opel. Bei BMW hatte er gut 14 Jahre lang vor allem in der Fahrzeugentwicklung gearbeitet. © dpa
Forster wurde im April 2001 Chef von Opel in Rüsselsheim. 2004 wechselte er in die GM-Europazentrale nach Zürich, zunächst als Stellvertreter von Fritz Henderson, nach dessen Rückkehr in die USA als Chef von GME. © dpa
Bei den Opelanern ist Forster nicht unumstritten: Sie machen ihn mitverantwortlich für die Verlegung von Teilen der Fertigung ins billigere und den Abbau von europaweit 12.000 Stellen. © dpa
In den Wirren um den Beinahe-Zusammenbruch des Mutterkonzerns sprach er sich zusammen mit Opel-Vorstandschef Hans Demant und dem Betriebsratsvorsitzenden Klaus Franz für eine Abkoppelung der europäischen Töchter von GM aus. © dpa
KLAUS FRANZ: Der Gesamtbetriebsratschef von Opel und der anderen europäischen GM-Werke, Klaus Franz, versteht sich nicht als Gegner der Unternehmensführung, sondern eher als Co-Manager. © dpa
Der 57-Jährige hat sich in fast 30 Jahren Betriebsratsarbeit eine einflussreiche Stellung aufgebaut. Franz, gelernter Drogist, fing bei Opel 1975 als Lackierer an. Seit 1981 sitzt er im Betriebsrat, nebenher studierte er und machte 1994 sein Diplom als Sozialabeiter. © dpa
Seit 2000 ist der Schnurrbartträger im schwarzen Rolli Vorsitzender des Opel-Betriebsrats in Rüsselsheim sowie des Gesamtbetriebsrats. © AP
Franz hat sich in den vergangenen Monaten zu einem scharfen Kritiker der Konzernmutter entwickelt. © dpa
GM verhindere Wachstum, da der Konzern den Export von Opel-Fahrzeugen kaum fördere, dafür aber Verluste nach Europa verschiebe, kritisierte er, und versuchte mit hohem Einsatz, die Ausgliederung von Opel und Vauxhall aus dem GM-Konzern zu erreichen. © dpa
Er hatte dabei klar auf eine Übernahme durch Magna gesetzt. © dpa
NEELIE KROES: Die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes lieferte General Motors den Anlass, den erst im September beschlossenen Verkauf an Magna abzusagen. © dpa
Die Niederländerin forderte am 16. Oktober eine Zusicherung der Bundesregierung, dass sie die Zahlung staatlicher Beihilfen zur Rettung von Opel nicht vom Verkauf an Magna und Sberbank abhängig mache. General Motors müsse die Gelegenheit erhalten, den Verkauf an Magna zu überdenken, forderte Kroes. © dpa
Die 68-jährige Liberale profilierte sich damit erneut als harte Wettbewerbshüterin. Kroes vertritt die Überzeugung, dass die Rettung von Jobs mit Steuergeldern nur erlaubt sein sollte, wenn ein überzeugender Geschäftsplan dahintersteht. © dpa
Der Bundesregierung sei es aber vor allem darum gegangen, die Opel-Werke in Deutschland zu sichern, so Kroes' Vorwurf. Solche betriebsfremden Erwägungen verzerrten den Wettbewerb in Europa. © dpa
Die scheidende Kommissarin stand zudem unter erheblichem Druck. Die britische und die belgische Regierung protestierten aus Sorge um ihre eigenen GM-Standorte heftig gegen die von Deutschland zugesicherten Beihilfen. © dpa
Möglicherweise wollte sich Kroes mit ihrem Schreiben vom 16. Oktober nur rechtlich absichern - für Zehntausende Opel-Mitarbeiter aber wurde sie zur Femme fatale. © dpa

Die Gewerkschaft IG Metall sieht derzeit keine Veranlassung, neue Verhandlungen mit GM voranzutreiben. “Es ist den Arbeitnehmern und damit ihren Gewerkschaften überhaupt nicht zuzumuten, nach diesem Paukenschlag aus Detroit, der auch ein Schlag ins Gesicht war, jetzt mit neuen Plänen aufzuwarten“, sagte der Frankfurter IG-Metall- Bezirksleiter Armin Schild, der Mitglied im Opel-Aufsichtsrat ist, im ZDF-“Morgenmagazin“. Die von GM genannte Investitionssumme von 3 Milliarden Euro reiche nicht aus. “Das reicht genau, um die Sozialpläne und die Schließungskosten zu finanzieren. Das reicht eben nicht, um neue Autos zu bauen und um neue Märkte zu erschließen.“ Der Autoexperte Stefan Bratzel warnte derweil die Opel- Belegschaft, den Bogen nicht zu überspannen. Er sieht eine Insolvenz von Opel allerdings nicht als erste Option: “Ich halte die Insolvenzdrohung nicht für völlig leer. Aber zunächst wird GM versuchen, Geld für eine Sanierung zu bekommen.“

dpa

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