„Magisches Dreieck“ als Orientierung - Finanzwoche Teil 1

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Geld sinnvoll investieren: Vor dem Beratungsgespräch gilt es, seine persönliche finanzielle Ausgangsposition zu überblicken.

Euro-Krise, schwächelnde Konjunktur, steigende Immobilienpreise – viele Menschen, die derzeit ihr Geld anlegen möchten, sind verunsichert. Das liegt aber nicht nur an den aktuellen Schlagzeilen.

Im Vergleich zu beschaulichen D-Mark-Zeiten haben Sparer heute auch kaum noch zu überblickende Möglichkeiten: Vom Eigenheim und dem klassischen Sparbuch über Lebensversicherungen und Aktien bis zu spekulativen Wertpapieren und Zertifikaten. Unser kleines Einmaleins der Geldanlage hilft, nicht den Durchblick zu verlieren.

Die Ist-Situation analysieren

Anlageentscheidungen wollen gut überlegt sein: Zu Beginn sollte sich jeder Anleger seiner Ziele und finanziellen Situation bewusst sein. Möglichst noch bevor man einen Termin beim Bankberater hat, um dann nicht überfordert zu sein. Möchte man einmalig Geld anlegen oder lieber monatlich etwas sparen? Steht man finanziell auf stabilen Beinen oder ist seine Situation eher unsicher? Sind mittel- oder langfristig größere Ausgaben geplant? Wie hoch soll das Risiko sein, wie hoch die Rendite? Hilfreich ist eine Checkliste, auf der die finanzielle Situation und die persönlichen Anlageziele notiert werden können. Checklisten gibt’s kostenlos bei allen Verbraucherzentralen.

Selbst wer sich bislang nur wenig Gedanken über das Thema Geldanlage gemacht hat, kann sich am sogenannten Magischen Dreieck der Vermögensanlage orientieren. Es umfasst die drei Grundziele einer Investition: Sicherheit, Rentabilität und Liquidität. Dieses Trio ist allerdings nie gleichzeitig zu haben. Anleger können maximal zwei der Ziele miteinander kombinieren – das geht jedoch immer auf Kosten des dritten Grundzieles. Ein Beispiel: Wer hohe Rendite-Erwartungen und den Wunsch nach Liquidität hat, wird niemals gleichzeitig volle Sicherheit bekommen.

Das Risiko streuen

Eine weitere Faustregel betrifft das Risiko: Gerade bei größeren Geldbeträgen sollte man nicht nur in ein Produkt investieren, sondern das Risiko streuen. Sind Anlageprodukte beispielsweise an die Konjunktur gekoppelt, können sie sich im Laufe der Zeit teils stark schwankend entwickeln. Während gute Wirtschaftsphasen hohe Rendite versprechen, können Krisen wiederum zu herben Verlusten führen, wie die Lehman-Brothers-Pleite eindrucksvoll gezeigt hat. Wer sein Geld auf verschiedene Anlageformen verteilt, verringert das Risiko und hält die Gesamtrendite stabil.

Schriftliche Unterlagen

Sind die Ziele klar definiert, folgt meist ein Beratungsgespräch, beispielsweise bei einer Bank. Seriöse Berater erkennt man daran, dass sie ihren rechtlichen Status und die sich daraus ergebende Haftung erläutern. Sie haben die Ziele ihrer Kunden im Blick, nicht die eigenen Produkte. Seriöse Berater erfragen die Risikobereitschaft und zeigen Alternativen auf. Zudem erläutern sie die anfallenden Kosten, setzen ihre Kunden nicht unter Zeitdruck und händigen nach dem Gespräch schriftliche Unterlagen aus. Und: Ein seriöser Berater wird niemals Produkte empfehlen, die alle drei Grundziele des „Magischen Dreiecks“ gleichzeitig versprechen. Sicherheitshalber empfiehlt es sich, einen Zeugen zum Gespräch mitzunehmen. Im Idealfall jemanden, der sich mit Finanzprodukten etwas auskennt.

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Denn nicht selten verbergen sich hinter scheinbar lukrativen Angeboten versteckte Kosten und Risiken, die bewusst darauf abzielen, dass sie vom Kleinanleger nicht verstanden werden. Gerade Fonds, Anleihen und bestimmte Zertifikate sind meist sehr komplex und ihre Funktionsweisen für den Laien oft kaum zu verstehen. Deshalb sollten Sparer nur in Produkte investieren, die sie vollständig verstehen. (psn)

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