Die Göttinger kehrten 2010 in die Gewinnzone zurück – und peilen jetzt Rekorde an

Mahr legt Messlatte hoch

Stephan Gais

Göttingen. Der Messtechnik-Hersteller Mahr hat die Krise hinter sich gelassen. 2010 kehrte das weltweit arbeitende Göttinger Unternehmen in die schwarzen Zahlen zurück, in diesem Jahr will es nach Worten des geschäftsführenden Gesellschafters Stephan Gais an den Rekordumsatz des Boom-Jahres 2008 herankommen.

Die anziehende Konjunktur hatte 2010 die Auftragsbücher wieder gefüllt. Die Industrie holte wegen der Krise verschobene Investitionen nach. Kostensenkungen und Kurzarbeit halfen zusätzlich aus der Krise.

Der Umsatz stieg 2010 um 31 Prozent auf 146,7 Millionen Euro. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) wies die Mahr-Gruppe 10,6 Mio. Euro aus und verdiente auch unterm Strich wieder Geld – Zahlen nennt das Unternehmen allerdings nicht. 2009 war ein Verlust von 22,4 Mio. Euro angefallen. Etwa die Hälfte des Umsatzes bringen Abnehmer der Automobilindustrie ein. Doch das Unternehmen, dessen Geräte bis auf Millionstel Millimeter genau messen können, steigt auch in neue Märkte ein, zu denen die Medizintechnik, alternative Energie-Erzeugung sowie Elektromobilität gehören.

Die gute Entwicklung setzt sich im laufenden Jahr fort. Der Auftragseingang sei um die Hälfte gestiegen, sagt Gais, und reiche „über die gesamte Produktpalette“. Am stärksten zog das Geschäft mit Handmessgeräten an. Auch die anderen Sparten, Systemmesstechnik und Spinnpumpen, legten zu. Gais erwartet im laufenden Jahr einen Umsatzanstieg auf mehr als 180 Mio. Euro. Den Bestwert hatte das Unternehmen 2008 mit 192 Mio. Euro erzielt. Allerdings gehörte damals auch noch ein inzwischen verkauftes Werk mit 55 Beschäftigten im Saarland zur Gruppe.

Dank des Aufschwungs wächst auch die Belegschaft wieder. 1500 Mitarbeiter verdienen ihr Geld bei Mahr. In der Krise waren im Ausland 200 Stellen gestrichen worden. Am Stammsitz Göttingen, mit 73,1 Mio. Euro Umsatz, wurden Entlassungen vermieden. Allerdings nutzte das Unternehmen die Fluktuation zu einem leichten Stellenabbau.

Der Beschäftigungspakt, der den Mitarbeitern unter anderem Einkommensabstriche abverlangt und dafür betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, läuft zur Jahresmitte aus. Eine Neuauflage wird es erst einmal nicht geben. „Im Moment ist keine Beschäftigungsgarantie notwendig“ sagt Gais mit Blick auf die verbesserte Ertragslage. „Die bestehenden Arbeitsplätze sind sicher.“

Investitionen von 8,5 Mio. Euro plant Mahr in diesem Jahr, mehr als doppelt so viel wie 2010. Allein drei Mio. Euro fließen nach Göttingen.

Von Barbara Will

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