Studien: Mieten und Immobilienpreise steigen langsamer

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Modernisierter Altbau in Berlin-Mitte: Laut einer aktuellen Studie hat die Mietpreisbremse nicht zu den befürchteten vorgezogenen Mieterhöhungen geführt. Foto: Bernd von Jutrczenka

Der aufgeputschte Immobilienmarkt vor allem in den großen Städten beruhigt sich etwas. Zwei Studien zufolge steigen Preise und Mieten nicht mehr ganz so schnell. Wohnraum wird aber auch in den kommenden Jahren knapp und teuer bleiben.

Frankfurt/Hamburg (dpa) - Kaum Entspannung auf dem deutschen Immobilienmarkt: Zwar belegen zwei neue Studien, dass Mieten und Wohnungspreise aktuell und in den kommenden Jahren nicht mehr ganz so schnell steigen wie zuletzt.

Dennoch wird Wohnen im Schnitt immer teurer, wie aus dem jüngsten Wohn-Preisspiegel des Maklerverbands IVD hervorgeht. Danach sind die Mieten für Wohnungen mit mittlerem Wohnwert im bundesweiten Schnitt innerhalb eines Jahres um 2,9 Prozent gestiegen. Das lag deutlich über der allgemeinen Teuerung, die das Statistische Bundesamt mit 0,9 Prozent für das Jahr 2014 benennt.

In deutschen Großstädten habe die durchschnittliche Netto-Kaltmiete 7,80 Euro betragen, wobei Berlin ziemlich genau im Schnitt, München an der Spitze und Duisburg am unteren Rand gelegen hätten, berichtete der IVD am Dienstag weiter. Die Mietpreisbremse habe nicht zu den befürchteten vorgezogenen Mieterhöhungen geführt.

Die Preise für Eigentumswohnungen haben der Analyse zufolge weiter angezogen, aber wie bei den Mieten nicht mehr so schnell wie im Vergleichszeitraum. In den Städten mit mehr als 500 000 Einwohnern stiegen die Preise für Bestandswohnungen mittlerer Qualität um 6,7 Prozent nach 9,1 Prozent im Jahr zuvor, so der Verband auf der Grundlage von Marktzahlen aus dem zweiten und dritten Quartal 2015.

Am Preisanstieg vor allem in den Großstädten werde sich so schnell nichts ändern. IVD-Präsident Jürgen Michael Schick erklärte: "Generell behält die Faustregel Gültigkeit: Je größer die Stadt, desto höher der Preiszuwachs. Die deutschen Großstädte erfahren seit Jahren einen kontinuierlich starken Zuzug. Gleichzeitig ist Wohnraum knapp und die Politik setzt immer neue Fehlanreize, die Neubau verhindern."

Laut einer in Hamburg veröffentlichten Studie der HSH-Nordbank stehen in den sieben deutschen Top-Städten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart) nur noch weniger als zwei Prozent der Wohnungen leer. In diesen Städten werden die Mieten bis 2018 zwischen 2,7 Prozent (Düsseldorf) und 5,5 Prozent (Berlin und Köln) steigen, wie es in der Marktanalyse heißt. In den Jahren zwischen 2011 und 2014 hätten die Mieten in den meisten deutschen Städten dagegen um 15 bis 18 Prozent angezogen. Zu dem gedämpften Anstieg leiste auch die neue Mietpreisbremse ihren Beitrag.

Gleichwohl bleiben nach Meinung der HSH Nordbank Investitionen in Immobilien attraktiv. Als Gründe nennt die Studie niedrige Miet- und Investmentrisiken, positive wirtschaftliche Perspektiven und die anhaltenden Wohnungsnachfrage. Der Trend werde durch die niedrigen Zinsen noch verstärkt.

Mitteilung IVD

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