22 Jahre Mittelstands-Chef

„Gesicht und Stimme des Verbands“: Wirtschafts-Größe stirbt bei einem Verkehrsunfall

Mario Ohoven: Der Präsident des Mittelstandsverbands BVMW warnt vor einem möglichen zweiten Lockdown.
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Mario Ohoven: Der Präsident des Mittelstandsverbands BVMW warnt vor einem möglichen zweiten Lockdown.

Mehr als zwei Jahrzehnte hat Mario Ohoven die Wirtschaftspolitik in Deutschland mitgeprägt. Nun ist der Mittelstands-Präsident bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Berlin - Der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Wie der BVMW am Sonntag in Berlin mitteilte, kam Ohoven am Wochenende bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Der 1946 in Neuss (Nordrhein-Westfalen) geborene Anlageberater war seit 1998 Präsident des Mittelstandsverbandes.

Ohoven habe in zwei Jahrzehnten den BVMW zum führenden Mittelstandsverband in Deutschland mit 340 Geschäftsstellen und 60 eigenen Auslandsbüros geformt, hieß es in der Mitteilung weiter: „Wir verneigen uns in respektvoller Dankbarkeit vor seinem unvergleichlichen Lebenswerk“. Der gelernte Bankkaufmann galt als Gesicht und Stimme des Verbands. Im Jahr 2005 hatte der Lobbyist sein Unternehmen Investor- und Treuhand-Beteiligungsgesellschaft verkauft.

Ohoven stirbt bei Verkehrsunfall - Anlageberater war mehr als zwei Jahrzehnte lang Stimme des Mittelstands

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betonte, Ohoven habe Großes für die mittelständische Wirtschaft geleistet. „Ich habe ihn sehr geschätzt. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Mitarbeitern“, schrieb der CDU-Politiker im Kurznachrichtendienst Twitter.

1999 hatte Ohoven den „Europa-Preis“ des Europäischen Wirtschaftsinstituts (EWI) erhalten. Im Oktober 2001 wurde er mit dem „Oscar des deutschen Mittelstandes“ ausgezeichnet, zudem wurde er mit dem deutschen Mittelstandspreis „Kustos des mittelständischen Unternehmertums“ geehrt. Für sein Lebenswerk wurde Ohoven 2019 mit dem „Mittelstandspreis der Medien“ geehrt. Seit 2003 war Ohoven Vorsitzender des Kuratoriums der Forschungsstelle mittelständische Wirtschaft der Uni Marburg.

Mario Ohoven bei Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen: Mittelstands-Chef hinterlässt Frau und zwei Kinder

Ohoven war seit 1998 Präsident des BVMW mit Sitz in Berlin und seit 2002 zudem Präsident des europäischen Dachverbands nationaler Mittelstandsvereinigungen CEA-PME in Brüssel. Er hinterlässt seine Ehefrau Ute-Henriette Ohoven, die Unesco-Sonderbotschafterin ist, und zwei Kinder.

Ohoven war bis zuletzt eine markante Stimme im wirtschaftspolitischen Diskurs. Noch Ende Oktober hatte er in einem Interview mit Merkur.de* vor einem zweiten Lockdown in der Corona-Pandemie gewarnt. (dpa/fn) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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