Produktionsprognose

Maschinenbauer rechnen 2017 mit deutlich stärkeren Zuwächsen

+
Sorgen bereiten der Branche Bestrebungen der USA, ihre Märkte abzuschotten. Foto: Marijan Murat

Die Auftragsbücher sind voll, die Produktion brummt: Bei Deutschlands Maschinenbauern wächst die Zuversicht. Ganz ungetrübt sind die weiteren Aussichten jedoch nicht.

Frankfurt/Main (dpa) - Deutschlands Maschinenbauer erwarten nach einem starken Mai im Gesamtjahr mehr Wachstum. Der Branchenverband VDMA rechnet nun mit drei Prozent Plus bei der Maschinenproduktion. Bisher lag die Latte bei einem realen Zuwachs von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

"Die Stimmung in den Unternehmen ist ausgesprochen gut. Alles steht bereit für einen neuen Aufschwung", begründete der Chefvolkswirt des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Ralph Wiechers am Donnerstag in Frankfurt den Ausblick.

Der Auftragseingang vor allem aus den Euro-Partnerländern sei in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres deutlich stärker gestiegen als erwartet. Zudem gebe es "berechtigte Hoffnungen, dass das Inlandsgeschäft stärker anzieht als bisher prognostiziert", erklärte der Verband. So gebe es in der heimischen Industrie zum Beispiel Nachholbedarf bei Investitionen und Modernisierungen. Auch die Geschäfte mit Asien - vor allem China - liefen besser als erwartet.

Im Mai übertraf der Auftragseingang der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer das Vorjahresniveau deutlich um real 17 Prozent. Das war der kräftigste Zuwachs seit März 2016 (plus 18 Prozent).

Seinerzeit habe allerdings vergleichsweise viel Großanlagen-Geschäft die Zahlen nach oben getrieben, erklärte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Dieses Mal sei der Aufschwung breiter angelegt. "Das ist kein Boom, aber ein Aufschwung nach einer langen Phase der Stagnation."

Aus dem Ausland gingen im Mai 23 Prozent mehr Bestellungen ein als ein Jahr zuvor. Haupttreiber war dabei wie in den vergangenen Monaten die kräftige Nachfrage nach Maschinen und Anlagen "made in Germany" aus den Euroländern (plus 34 Prozent). Erstmals in diesem Jahr legten aber auch die Bestellungen aus den Nicht-Euroländern zweistellig zu (plus 20 Prozent). Und sogar im zuletzt schwächelnden Inlandsgeschäft ging es wieder aufwärts (plus 5 Prozent).

Ganz abkoppeln von den weltpolitischen Entwicklungen kann sich die mittelständisch geprägte deutsche Schlüsselindustrie jedoch nicht. Sorgen bereiten der Branche etwa Bestrebungen der USA, ihre Märkte abzuschotten, und der auf den Weg gebrachte Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit).

Angesichts dieser Entwicklungen in wichtigen Absatzmärkten sieht der VDMA durchaus noch Risiken auf dem Weg zu einem Wachstum von drei Prozent. "Das Umfeld, in dem wir uns bewegen, ist nach wie vor fragil", gab Chefvolkswirt Wiechers zu bedenken.

Presseseite VDMA

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.