Nach Cyberattacke auf Konzern

News-Ticker: Merkel will Telekom-Hacker jagen

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Schaltet sich auch in den Fall Telekom ein: Kanzlerin Angela Merkel.

Berlin – Kunden der Deutschen Telekom klagen in vielen Gegenden Deutschlands über den Ausfall ihrer Anschlüsse. Eine Software soll helfen. Die Kunden nehmen es mit Humor, manche wüten. Am Dienstag sollen alle Probleme behoben werden. 

Kunden der Deutschen Telekom haben am Sonntag und Montag mit einer bundesweiten Störung ihrer Anschlüsse zu kämpfen gehabt.

  • Die Probleme dauerten am Abend zunächst an. „Einen Zeitpunkt für die Behebung der Störung können wir derzeit noch nicht nennen“, teilte der Konzern auf seiner Facebook-Seite „Telekom hilft“ weiter mit. 
  • Betroffen seien Internet, Telefonie und Fernsehen. 
  • Der Konzern riet seinen Kunden, den Router kurz vom Netz zu trennen. Wie unsere Onlineredaktion aber weiß, kann dieser Tipp die Probleme auch nur für kurze Zeit lösen.

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+++ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einen Zusammenhang zwischen Cyber-Angriffen wie aktuell auf Router der Telekom und der russischen Strategie "hybrider Auseinandersetzungen" hergestellt. "Solche Cyber-Angriffe, auch solche wie es in der Doktrin ja auch Russlands heißt, hybride Auseinandersetzungen, gehören heute zum Alltag", sagte Merkel am Dienstag in Berlin. "Wir müssen lernen, damit umzugehen", fügte sie hinzu.

Deutschland dürfe sich von solchen Attacken "nicht irritieren lassen", forderte Merkel, ohne Russland dabei ausdrücklich zu nennen. Man müsse sich nur darüber im Klaren sein, "dass es so etwas gibt". Es gehe darum, die Menschen in Deutschland zu informieren, und "ansonsten müssen wir unsere politischen Überzeugungen klar weiter zum Ausdruck bringen".

Die Kanzlerin räumte allerdings auch ein, dass die Urheber der Attacken auf die Telekom-Router noch unklar seien. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werde aber "alles daransetzen, gemeinsam mit anderen hier zu versuchen herauszubekommen, woher diese Angriffe kamen".

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Nach dem Hacker-Angriff auf die Deutsche Telekom hat die Staatsanwaltschaft Köln am Dienstag ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Mit den Ermittlungen beauftragte die Strafverfolgungsbehörde das Bundeskriminalamt (BKA), wie der Kölner Staatsanwalt Daniel Vollmert auf Anfrage mitteilte. Vollmert bestätigte damit einen Online-Bericht der "Wirtschaftswoche".

Die Staatsanwaltschaft leitete das Verfahren wegen Datenveränderung und Computer-Sabotage demnach am Dienstagmorgen von Amts wegen ein. Nach Angaben der Telekom steckt hinter der Störung bei zahlreichen Routern von Kunden eine Attacke mit Schadsoftware, wodurch sich die Geräte nicht mehr mit dem Telekom-Netz verbinden konnten. Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) war der Vorfall einem "weltweiten Angriff" auf DSL-Router zuzuordnen.

Telekom-Störung: Am Dienstag soll alles besser werden

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Die Telekom will die Störungen bei ihren Routern am Dienstag ausräumen. „Die Zahl der akut betroffenen Router ist von 900 000 dramatisch zurückgegangen, wir gehen davon aus, dass wir heute keine Probleme mehr sehen werden“, sagte ein Sprecher des Konzerns am Morgen im RBB-Inforadio. Die Ausfälle gehen nach Erkenntnissen der Telekom und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf eine weltweite Attacke auf Router zurück.

„Die Schadsoftware war schlecht programmiert, sie hat nicht funktioniert und hat nicht das getan, was sie hätte tun sollen. Ansonsten wären die Folgen des Angriffs noch viel schlimmer gewesen“, sagte der Telekom-Sprecher.

+++ Die massiven Störungen von Anschlüssen der Deutschen Telekom sind nach Erkenntnissen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Folge einer weltweiten Attacke. Dabei seien gezielt Fernverwaltungsports von DSL-Routern angegriffen worden, teilte die Behörde am Montagabend mit. Laut BSI waren die Angriffe auch in dem von der Behörde selbst geschützten Regierungsnetz bemerkbar, konnten dort aber mit effektiven Schutzmaßnahmen abgewehrt werden.

+++ Die Grünen-Bundestagsfraktion kritisierte die Informationspolitik des Unternehmens. „Die Telekom lässt ihre Kunden mit dem Problem allein“, sagte der netzpolitische Sprecher der Grünen, Konstantin von Notz, der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die Bemühungen des Unternehmens, die Ausfälle zu beheben, schienen „bislang wenig koordiniert“. Und die Ratschläge an die Kunden wirkten „hilflos“.

+++ Die Twitter-Gemeinde spottet im Netz über die massiven Störungen bei der Telekom. Hier einige Beispiele.

+++ Die Bundesregierung hat angesichts der Störungen bei Anschlüssen der Deutschen Telekom den nötigen Schutz von Datennetzen hervorgehoben. Dies sei eine Aufgabe, die Staat, Wirtschaft und die Gesamtgesellschaft sehr ernst nehmen müssten und ernst nähmen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Die Regierung lege hohe Aufmerksamkeit auf die Cybersicherheit.

Telekom-Störung: Kostenloses Datenvolumen des Konzern

+++ Die Telekom stellt für ihre User kostenloses Datenvolumen zur Verfügung. Über den Link kann sich jeder Kunde mit Mobilfunkvertrag einen Day-Flat „unlimited“ Pass freischalten. Die dort angezeigten Kosten werden nicht berechnet, schreibt die Telekom auf Facebook. Alle anderen können sich auf Hilfe im nächsten Telekom-Laden freuen.

+++ Wir haben für Sie zusammengestellt, was Sie tun können, wenn das Internet nicht funktioniert. Lesen Sie hier.

+++ Hinter der Störung bei der deutschen Telekom mit hunderttausenden betroffenen Festnetzkunden steckt nach jüngsten Erkenntnissen des Unternehmens vermutlich ein Angriff. "Wir gehen davon aus, dass auf die Router von außen Einfluss genommen wurde", sagte ein Telekom-Sprecher am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Offenbar sei eine Schadsoftware auf die Geräte aufgespielt worden, die es unmöglich machte, dass sich die Router mit dem Telekom-Netz verbanden.

Die massiven Störungen bei Anschlüssen der Deutschen Telekom sind nach Angaben des Unternehmens im Verlauf des Montags deutlich zurückgegangen. „Die eingespielten Patches und Software-Updates greifen“, sagte ein Sprecher der dpa. Was zu den Ausfällen geführt hat, von denen rund 900 000 Anschlüsse betroffen waren, sei noch nicht geklärt. „Wir erwarten ein Ergebnis der Analysen in den kommenden Tagen“, sagte der Sprecher.

+++ Nach den massiven Störungen bei Anschlüssen der Deutschen Telekom geht das Unternehmen nach eigenen Angaben ersten Spuren eines Angriffs von außen nach. Möglicherweise handele es sich bei den Router-Ausfällen um einen Eingriff von außen - und nicht üm einen normalen, aber ebenfalls ärgerlichen Systemausfall, sagte ein Sprecher am Montag der dpa. 

„Wir haben erste Hinweise darauf, dass wir möglicherweise Opfer eines Hacker-Angriffs geworden sind.“ Das würden Analysen der IT-Sicherheit und der Forensiker bei der Telekom nahelegen.

Telekom-Störung: Kein klares Fehlerbild

+++ Auch am Montagmorgen sind die Störungen noch nicht behoben. Klar werden allerdings so langsam die Ausmaße: 

Betroffen seien rund 900.000 der insgesamt mehr als 20 Millionen Festnetzkunden mit bestimmten Routern, teilte ein Unternehmenssprecher am Montag mit. Das Netz funktioniere "störungsfrei". Es sei "nicht auszuschließen, dass auf Router gezielt Einfluss von außen genommen wurde" und dass sich diese dadurch nicht mehr im Netz anmelden könnten.

Dem Sprecher zufolge gibt es "kein klares Fehlerbild". Bei einigen Kunden gebe es "zeitweise Einschränkungen oder sehr starke Schwankungen in der Qualität". Es gebe aber auch Kunden, "bei denen derzeit gar nichts geht". Einen "lokalen Schwerpunkt" gebe es nicht.

Welche Router von den Problemen betroffen sind, wird demnach noch geprüft. Experten der Telekom und die Hersteller der Geräte arbeiten demnach bereits "die ganze Nacht durch an einer Lösung". 

Ein Telekom-Router.

Der TIPP: Das Unternehmen rät, den Router bei Problemen vom Netz zu nehmen (Unsere Onlineredaktion weiß aber: Der Router funktioniert auch dann nur für kurze Zeit.).

+++ Die Störung soll seit Sonntagnachmittag 16 Uhr bestehen.

+++ Auch in den sozialen Medien machten User ihrem Ärger Luft: „Haben schon den ganzen Tag Probleme mit unserem Internet. Mal fällt das WLAN aus, dann ist es wieder da. Sehr nervig“, schrieb beispielsweise ein Nutzer im Kurznachrichtendienst Twitter.

+++ Im Juni erst war es bei der Deutschen Telekom zu einem massiven Ausfall des Mobilfunknetzes gekommen. Grund war eine Datenbankfehler, der dazu geführt hatte, dass die SIM-Karten der Handys nicht mehr korrekt in das Netz eingebucht werden konnten.

dpa/afp

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