„Männertage“

Media-Markt-Plakat mit Sophia Thomalla: Jetzt gibt es die Quittung vom Werberat

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Sophia Thomalla.

Sexismusvorwurf: Mit einem provokanten Plakat haben Media Markt und Sophia Thomalla Werbung gemacht. Der Werberat fällt nun ein klares Urteil über die Kampagne - doch Media Markt hat Glück. 

Update 19.11., 18.56 Uhr: Anfang November war Sophia Thomalla auf einem Plakat von Media Markt zu sehen - knapp bekleidet und mit tiefem Ausschnitt. Auf dem Plakat ist ein Spruch zu lesen: „An diesen Tagen streichelt er einfach alles, was Knöpfe hat." Gemeint sind die „Männertage“, die Media Markt als Stichwort für seine Werbekampagne dienten.

Dem Werberat ging das nun deutlich zu weit. Schon zuvor hatten einige über das Plakat geschimpft und sich über die Botschaft aufgeregt. Auch in den Augen von Julia Busse ist das Plakat „gesellschaftlich inakzeptabel“. 

Kennzeichung als Zitat von Sophia Thomalla hilft Media Markt nicht

Sie ist die Geschäfsführerin des Werberates. Was ihr nicht gefällt, ist, dass das Plakat den Eindruck erwecke, als sei es tolerabel, Frauen an die Brüste zu fassen. Gegenüber dem Online-Portal „Horizont“ sagte sie, "da reicht es auch nicht, dass der Satz in Anführungszeichen steht und somit Frau Thomalla zugewiesen wird".

Die Plakate mit dem Motiv hängen schon seit über einer Woche nicht mehr aus. Wie Media Markt mitteilt, sei das auch planmäßig - nur bis zum 12. November war die Aktion geplant. Deshalb wird es auch keine unmittelbaren Konsequenzen geben. Würde das Plakat noch plakatiert werden, gäbe es vom Medienrat eine klare Aufforderung: Die Werbung wäre zu ändern oder zu entfernen. 

Besonders interessant: Werberats-Chefin Busse gab an, dass auch viele Männer sich über das Motiv beschwert hätten. Die Unterstellung, so zu denken, lassen sich offenbar immer weniger gefallen. Media Markt hingegen blieb sich mit der Kampagne genauso treu wie Sophia Thomalla. Nicht zum ersten Mal haben beide auffallend provoziert, wie Thomalla etwa mit ihrem Kreuz-Foto zu Weihnachten vor einem Jahr

Kampagne „Männertage“: Media Markt versteht Rüge nicht

Viel Verständnis hat Media Markt für die Rüge nicht. „"Wir haben stets die Erfahrung gemacht, und so ist es auch bei den Männertagen der Fall, dass die Menschen in Deutschland den Humor von Media Markt so verstehen, wie er gemeint ist“, ließ das Unternehmen verlauten. Man sei „manchmal provozierend und sicherlich auch polarisierend, aber immer humorvoll und niemals einzelne Personen oder Personengruppen herabwürdigend".

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Es scheint also nicht danach zu klingen, dass die Rüge Thomalla oder Media Markt in ihrer Strategie beeinflussen können. Beide setzen wohl weiter auf Provokation - und über beide wird man weiter reden. 

Sophia Thomalla sorgt für Hass-Kommentare gegen MediaMarkt - Unser Ursprungsartikel vom 7. November 2018

München - Fast alle haben sie schon einmal erblickt: Die neuen Werbeplakate von MediaMarkt sind mittlerweile in jeder deutschen Stadt zu sehen. Abgebildet sind meistens prominente Männer und, ganz groß geschrieben, der Hashtag „#männertage“.

Dabei handelt es sich um die neue Werbekampagne der Elektrohandelskette. Doch leider scheint sie nicht so gut bei den Kunden anzukommen. Denn nicht nur Männer sind auf den Plakaten zu sehen: Eine gewisse Frau sorgt wie gewohnt für Aufregung. Die Rede ist von Sophia Thomalla. Auch sie nimmt an der #männertage-Werbekampagne teil - und hat dafür einen richtigen Shitstorm geerntet. 

MediaMarkt ist sich sicher: „Männertage gibt‘s wirklich!“

„Männertage gibt‘s wirklich!“ ist auf der Webseite von MediaMarkt zu lesen. Um diese These zu belegen, hat das Unternehmen sogar eine Analyse bei einem Marktforschungsinstitut in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Zwei von drei Männern sollen tatsächlich unter Stimmungsschwankungen leiden. 

Sophia Thomalla feiert dieses Ergebnis. Auf ihrem Plakat, das sie gleichzeitig auf Instagram gepostet hat, ist die 29-Jährige im sexy Look zu sehen. Dazu das Zitat: "An diesen Tagen streichelt er einfach alles, was Knöpfe hat." 

Und als wäre das nicht genug, schreibt die Berlinerin auch noch dazu: "Nicht nur wir Frauen gehen den Männern immer gehörig auf den Sack, wenn wir unsere Phasen haben. Männer können genauso launisch, bockig und gereizt sein. Und zwar so sehr, dass sie jetzt eine eigene Kampagne bekommen. Und ich darf Teil davon sein. #männertage"

Mit den harten Reaktionen der User dürften allerdings weder Thomalla noch MediaMarkt gerechnet haben. Viele haben sich auf Twitter oder Instagram über die Kampagne beschwert und teilweise auch schwere Vorwürfe gegen Model und Unternehmen gehoben. 

MediaMarkt: Schwere Seximus-Vorwürfe in den sozialen Netzwerken

So schreibt eine Userin zum Beispiel: „Also haben Männer nun eine Rechtfertigung an gewissen Tagen alles anzufassen ohne Erlaubnis? #rapeculture". Ein anderer User meint: „Was genau hat Sie dazu bewogen, bei diesem sexistischen Dreck mitzumachen?“ Und eine Userin fragt sich einfach: „Das ist nicht euer Ernst, oder?“

Weder MediaMarkt noch Sophia Thomalla haben bisher auf die Vorwürfe reagiert.

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fm

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