Für wen sich der Schritt lohnt und was man bedenken muss

Medizin im Ausland studieren

Studienplätze in der Medizin sind schwer zu bekommen: Manche Bewerber weichen ins Ausland aus. Foto: tmn

Studienplätze in der Medizin sind hart umkämpft. Jedes Jahr warten tausende Bewerber vergeblich auf ihre Zulassung. Für manche lohnt es sich dann, auf eine Hochschule im Ausland auszuweichen. Das kann auch ein Türöffner an deutschen Unis sein. Mitunter fallen aber happige Studiengebühren an, und die Rückkehr an eine deutsche Hochschule ist schwierig.

Konkurrenz ist groß

Generell ist die Konkurrenz im Rennen um einen Studienplatz in der Medizin im Ausland etwas geringer als in Deutschland. Auch an ausländischen Hochschulen übersteigt die Zahl der Bewerber aber die der Studienplätze, warnt der Deutsche Akademische Austauschbund (DAAD) in Bonn. Gerade in den deutschsprachigen Nachbarländern haben es hierzulande abgelehnte Kandidaten schwer. Die Universitäten in Österreich und der Schweiz haben hohe Zugangshürden errichtet.

Außerhalb des deutschsprachigen Raums sind die Chancen größer. In Ungarn bieten die Semmelweis Universität in Budapest sowie die Hochschulen in Pécs und Szeged das Medizinstudium größtenteils sogar auf Deutsch und Englisch an. „Oft müssen in höheren Semestern Kenntnisse der ungarischen Sprache in einer Prüfung nachgewiesen werden“, sagt Petra Ruthen-Murray von der Studienberatung „planZ“, die zum Auslandsstudium berät. In Prag, Zagreb, Riga sowie im ungarischen Debrecen und in Martin in der Slowakei gibt es ebenfalls englischsprachige Medizinstudiengänge. Auch Kanada, die USA und Australien gelten als beliebte Studienländer für angehende Ärzte.

Späteren Wechsel mit deutscher Uni abklären

Viele setzen darauf, ein im Ausland begonnenes Medizinstudium in Deutschland abzuschließen. Das gelingt nicht immer. „Es ist die Entscheidung der deutschen Hochschule, wen sie nimmt“, erklärt Ramin Parsa-Parsi, der Leiter des Auslandsdienstes bei der Bundesärztekammer in Berlin. Er empfiehlt, schon vor der Studienaufnahme im Ausland einen späteren Wechsel mit der deutschen Universität abzuklären. „Erkundigen Sie sich, welche Scheine gebraucht werden und was die Universität erwartet.“

Ausbildung wird in Deutschland anerkannt

Wer sein Studium komplett in EU-Ländern abschließt, hat es leichter. „Diese Ausbildung wird automatisch anerkannt“, sagt Ramin Parsa-Parsi. „Die Inhalte der Ausbildung sind geregelt, da gibt es wenig Bedenken.“ Wer beispielsweise in Ungarn weiterstudiert, erhält automatisch die dortige Approbation. Der Weg nach Deutschland führt dann über das Landesprüfungsamt des Bundeslandes, in dem frisch gebackene Mediziner mit Auslandsabschluss ihren Hauptwohnsitz haben wollen oder in dem der Arbeitgeber sitzt. (tmn)

Von Katlen Trautmann

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