Politik und Wirtschaft haben sich auf eine Erhöhung der Quote geeinigt - Umsetzung ist noch unklar

Mehr Frauen in Führungsetagen

Annette Beller: Wird neuer Finanzvorstand bei B. Braun Melsungen.

Bei einem Spitzengespräch haben sich die Bundesregierung und die Vorstände der 30-Dax-Konzerne zur Erhöhung der Frauenquote in Unternehmen verpflichtet. Konkrete Ziele wurde aber nicht festgezurrt. Die Regierung streitet weiterhin über Sinn und Umfang einer gesetzlichen Regelung.

Frauenministerin Kristina Schröder (CDU) kämpft für die Verdreifachung des Frauenanteils bis 2013. Sie will einen Vier-Stufenplan mit freiwilliger Selbstverpflichtung und flexibler Quote. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) forderte zuletzt eine gesetzliche Quote von 30 Prozent, von der sie nun abrückt. Die meisten Unternehmen setzen auf die freiwillige Selbstverpflichtung:

Continental hat sich zum Ziel gesetzt, die Frauenquote in Führungspositionen bis 2015 von drei auf zehn Prozent zu erhöhen. Der Reifenhersteller arbeite daraufhin, Frauen für die Vorstandsetage aufzubauen. Bisher regieren hier acht Männer. Im 20-köpfigen Aufsichtsrat ist Elisabeth Schaeffler die einzige Frau. Volkswagen holt mit Annika Falkengren, Geschäftsführerin der SEB-Bank, die erste Frau auf Aktionärsseite in den Aufsichtsrat. Bisher war Babette Fröhlich von der IG Metall Einzelkämpferin. Der Konzern setzt auf selbst gesetzte Ziele, um die Quote zu erhöhen Vorstandsmitglied Horst Neumann versprach kürzlich: „Es wird nicht mehr lange dauern, bis die erste Frau im Vorstand sitzt“.

Sartorius zeigt Verständnis für die Quoten-Diskussion. Für den Laborausrüster gelte das Leistungsprinzip. „Der Anteil der Frauen im Aufsichtsrat soll nicht weniger als 25 Prozent betragen“, sagt Aufsichtsratsmitglied Petra Kirchhoff. Sartorius hat drei Frauen im Aufsichtsrat.

Wintershall fördert seit Jahrzehnten die Frauenquote, deshalb spielt eine gesetzliche Regelung für den Erdgas- und Erdölproduzent keine Rolle, sagt Pressesprecher Stefan Leunig.

B. Braun setzt ab April auf Annette Beller als Finanzvorstand. Das Unternehmen fördert Frauen, damit sie in Führungspositionen gelangen Eine Quote sei hierfür der falsche Weg. Wichtig sei es, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen.

Von Alia Shuhaiber

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