Hohe Auslastung im Kasseler Werk des Daimler-Konzerns – Arbeit für Lkw Actros

Mehr Schichten für Achsen

Kassel. Das Lkw-Achsenwerk des Daimler-Konzerns in Kassel schaltet einen Gang hoch: „Im zweiten Halbjahr haben wir wirklich volle Auftragsbücher“, sagte der Vorsitzende des Betriebsrats, Dieter Seidel, am Dienstag nach einer Betriebsversammlung.

Ein Teil der Beschäftigten muss deshalb künftig wieder am Wochenende ran, denn im Nutzfahrzeugwerk in Wörth, dem die Kasseler zuliefern, stehen Sonderschichten an. Das hat Auswirkungen auf die Nordhessen. Gegenwärtig arbeiten sie normalerweise in 15 Schichten, ab August werden es mindestens zwei mehr werden, die sich dann bis in den Samstag hinein erstrecken. In der Spitze können es sogar 21 Schichten werden, der Betrieb läuft dann rund um die Uhr.

Rund 2900 Mitarbeiter hat das Kasseler Werk in der Stammbelegschaft, gut 1500 von ihnen in der Produktion. Hinzu kommen mittlerweile 80 Leiharbeiter und auch die Einstellungen für Aushilfen während der Ferienzeit sind angelaufen.

„Daimler geht es im Moment wirklich gut“, sagt Seidel. „Das ist auch im Werk Kassel angekommen.“

Absatz steigt

Der europäische Nutzfahrzeug-Markt hat sich von der Wirtschaftskrise zwar noch nicht völlig erholt, aber er zieht an. „Wir wollen den weltweiten Absatz von Mercedes-Benz Lkw von 135 000 Fahrzeugen 2010 dieses Jahr um rund 20 Prozent steigern“, sagt Hubertus Troska, der im Konzern für Mercedes-Benz Lkw zuständig ist.

Die Schwaben setzen dabei auch auf die Neuauflage ihres Flaggschiffes Actros, der am Dienstag in Brüssel vorgestellt wurde. Und der Lkw für den Fernverkehr, in dem eine zehnjährige Entwicklungszeit steckt, wird mit Komponenten aus Kassel über die Straßen rollen: „In den neuen Achsen steckt unsere geballte Erfahrung in der Produktion dieser komplexen und stark beanspruchten Bauteile“, sagt Holger Steindorf, Leiter des Mercedes-Benz-Werks Kassel und Chef der weltweiten Achsen- und Getriebeproduktion der Konzern-Nutzfahrzeugsparte Daimler Trucks.

Die neuen Achsen sollen nicht nur Reibungsverluste verringern und damit Sprit sparen, sondern werden auch mit neuen Technologien produziert. So wird etwa beim Achsantrieb, dem „Herzstück“ der Achse, die Verzahnung der Rohteile ohne kühlende Schmierung mit hoher Geschwindigkeit mit einem Messerkopf aus hartem Metall geschnitten.

Die Fertigung für die neuen Actros-Achsen wird bis Ende 2012 hochgefahren.

Im vergangenen Jahr hatten die Kasseler rund 400 000 Achsen für Lastwagen, Transporter und Busse hergestellt. Dieses Jahr werden es „deutlich über 500 000“ werden, sagt Seidel. Den Stand des Boomjahres 2008 mit seinen 580 000 Stück wird das Werk jedoch noch nicht erreichen.

Von Barbara Will

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