Den Menschen als Ganzes sehen

Immer mehr Menschen gehen nicht nur zum Arzt, sondern auch zum Heilpraktiker. Das hat mehrere Gründe: Heilpraktiker betrachten den Menschen als Ganzes und sehen Erkrankungen so mit anderen Augen. Zudem sind Naturheilverfahren nebenwirkungsarm.

Mit dem Interesse an einer naturheilkundlichen Behandlung steigt auch das Interesse an einer naturheilkundlichen Ausbildung. Heilpraktiker ist eine in Deutschland geschützte Tätigkeitsbezeichnung für Personen, die nach dem deutschen Heilpraktikergesetz aus dem Jahr 1939 eine staatliche Erlaubnis besitzen, die Heilkunde auszuüben, ohne über eine ärztliche Approbation zu verfügen. Der Heilpraktiker übt seinen Beruf eigenverantwortlich aus und zählt zu den freien Berufen.

Schulische Ausbildung in Teil- oder Vollzeit

Die Heilpraktikerausbildung in Deutschland sieht eine schulische Ausbildung an privaten Bildungseinrichtungen vor. In Deutschland gibt es rund 500 Heilpraktikerschulen. Neben einer Ausbildung mit Vollzeitunterricht gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit, in einem Fernstudium, in Abend- oder Wochenendkursen dem Beruf zu erlernen.

Die Ausbildung dauert zwischen ein und drei Jahren, abhängig vom Unterrichtsmodell und der Bildungseinrichtung. Nach der regulären Ausbildungszeit wird meist eine zusätzliche Vorbereitung auf die Prüfung angeboten, die sechs Monate dauert.

Heilpraktiker brauchen eine fundierte Ausbildung. Der Unterricht wird von Heilpraktikern, Psychologen, Ärzten und Apothekern gestaltet. Ausbildungsinhalte sind unter anderem die Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des menschlichen Körpers, Infektionslehre, Gesetzeskunde und Hygiene, Psychologie und Psychopathologie, Notfallmedizin, Pharmakologie, Naturheilkunde und Laborkunde.

Neben dem Allgemeinen Heilpraktiker, auch großer Heilpraktiker genannt, gibt es zusätzlich den Heilpraktiker Psychotherapie, auch als kleiner Heilpraktiker bekannt. Die Prüfungsinhalte für den Heilpraktiker Psychotherapie sind jedoch stark reduziert. Das prüfungsrelevante Wissen umfasst im Wesentlichen die Psychologie und Psychopathologie. Nach der Ausbildung und bestandener Prüfung dürfen sie allerdings nur psychische Erkrankungen diagnostizieren und behandeln.

Eigene Praxis als Perspektive

Für Absolventen gibt es mehrere Möglichkeiten ihren Beruf als Heilpraktiker auszuüben: in eigener Praxis, als Angestellter in einer Praxis oder auch als Dozent in medizinischen Bildungseinrichtungen wie einer Heilpraktikerschule.

Der Arbeitsalltag eines Heilpraktikers ist vielseitig. Zu den Hauptaufgaben gehört das Erstellen von aussagekräftigen Diagnosen, die Information des Patienten, die Auswahl und Durchführung von geeigneten Therapien und die Dokumentation aller Tätigkeiten. Zu den Therapieverfahren, die eine Heilpraktikerpraxis anbieten kann, gehören unter anderem Craniosacraltherapie, Fußreflexzonenmassage, Osteopathie, Kinesiologie, Bachblütentherapie, Homöopathie, Therapie mit Schüssler Salzen, Phytotherapie, Psychotherapie, Ernährungsberatung, Irisdiagnose, Hypnose, Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin.

Regelmäßige Weiterbildung

Die kontinuierliche Weiterbildung, vor allem im Hinblick auf die gestiegenen Anforderungen durch die Patienten, und die Einhaltung von Vorschriften und Richtlinien gehören ebenso zum Arbeitsalltag. Der Beruf unterliegt jedoch auch gesetzlichen Einschränkungen. Dazu gehören beispielsweise das Behandlungsverbot bei vielen Infektionskrankheiten wie Röteln und Masern oder Erkrankungen, die unter die Zahnheilkunde fallen. (hko)

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