Merkel: wirtschaftliche Talsohle "mit Sicherheit erreicht"

+
Angela Merkel hat die IAA eröffnet.

Frankfurt/Main - Das tiefe Tal der Rezession in Deutschland ist nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel durchschritten. Das sagte Merkel bei der Eröffnung der IAA.

Zur Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung (IAA) sagte Merkel am Donnerstag in Frankfurt am Main , die wirtschaftliche Talsohle sei “mit Sicherheit erreicht“. Es gebe Lichtblicke, wieder mehr Aufträge und einen stabilen privaten Konsum, auch dank der von der Regierung aufgelegten Programme. Der “Bild“-Zeitung sagte die CDU -Politikerin zuvor: “Die Automobilindustrie muss aktuell weltweit einen Absatzrückgang verkraften. Mit der Überwindung der Krise ist auch wieder mit einer Erholung zu rechnen.“

IAA: Die Stadtflitzer

Auch ohne Abwrackprämie hoch im Kurs: die wieselflinken Kleinwagen, oft mit erstaunlich viel Komfort. Knallrot als Erkennungsmerkmal - der Fiat-Tuner Abarth lackiert das 500er-Sondermodell 695 Tributo Ferrari wie die Sportwagen der Schwestermarke. © dpa
Citroën zeigt mit dem DS3 einen kleinen Kompakten mit vielen Lifestyle-Elementen. © Citroën
Kia präsentiert mit dem Venga einen speziell für Europa entwickelten Mini-Mini-Van. © dpa
Fiat setzt seine 500-Fans an die frische Luft: in dem nostalgischen Stoffverdeck-Cabrio. Rolldach wie beim Original - Fiat baut den 500 nun auch als offene Variante und orientiert sich dabei am Ur-500er aus den 50er-Jahren. © dpa
Mini hat mit einem Roadster und einem Zweisitzer-Coupé gleich zwei heiße Feger: Der Vorstandsvorsitzende von Mini, Ian Robertson, präsentiert am Stand von Mini auf der IAA den Mini Concept Roadster (links) und Coupe. © dpa

Dies gelte insbesondere für die Wachstumsmärkte, zu denen der russische Markt zähle. “Die Autoindustrie rechnet aber auch noch 2010 mit einem schwierigen Jahr“, betonte Merkel. Die IAA zeige, “dass die deutschen Autofirmen durch Innovationen und moderne Antriebstechnologien auf die Krise reagieren“, sagte die Kanzlerin. “Ich bin zuversichtlich, dass sie trotz des schwierigen Wettbewerbs am Markt überzeugen werden.“ Die Kanzlerin nahm auch Stellung zu den Vorwürfen, mit der Übernahme des Opel-Konzerns durch den Zulieferer Magna werde Steuergeld nach Russland abfließen. “Es gibt keinen Abfluss von deutschen Steuergeldern ins Ausland“, erklärte sie.

Merkel verteidigt Opel-Deal

Die finanzielle Unterstützung in Form von Garantien durch Bund und Länder erfolge unter strikten Auflagen. Zudem werde der Sitz von Opel mit dem gesamten Europageschäft künftig in Rüsselsheim und nicht mehr in Zürich liegen. “Deshalb fließen hier auch alle Finanzierungsströme zusammen“, sagte Merkel.

Alles Elektro

Peugeot iON
Der Peugeot iON ist ein Elektro-Stadtauto mit 60 PS und 130 km Reichweite, ist bis zu 130 Sachen schnell und soll Ende 2010 starten. © Peugeot
Elektrostudie Ampera von Opel
Die Elektrostudie Ampera von Opel hat einen 150 PS starken E-Motor sowie einen 1,4-Liter-Benziner als Stromgenerator. © AP
Mercedes S 500 Plug-in Hybrid
Der Mercedes S 500 Plug-in Hybrid mit 448 PS verbraucht nur 3,2 Liter auf 100 km und lässt sich an jeder Steckdose aufladen. Auf der IAA wurde er von Mercedes Boss Dieter Zetsche präsentiert. © AP
Toyota Auris Vollhybrid
Der Toyota Auris Vollhybrid mit 136 PS ist ein Kompaktauto, hat einen Benziner und einen Elektromotor. Soll Mitte 2010 starten. © Toyota
Elektro E-Up VW
Ausblick auf ein Elektro-Stadtauto von VW: Studie „E-Up!“ © dpa
Renault Zoe
Renault Zoe: Ab 2012 das Elektroauto in der Nähe von Paris produziert. © Renault

Aus dem Konzept von Magna ergebe sich ein Investitionsvolumen in Russland von 170 Millionen Euro, darüber hinaus gehende Investitionen würden unmittelbar aus dem Umsatzzuwachs auf dem russischen Markt finanziert. “Diese Investitionen dienen der Umsatzsteigerung von Opel und sichern so auch die gegebenen Garantien im Interesse des deutschen Steuerzahlers“, erklärte die Kanzlerin. 

Umweltthemen Schwerpunkt auf der IAA

Auf der Messe der seit Ausbruch der Wirtschaftskrise arg gebeutelten Autoindustrie steht in diesem Jahr vor allem Umweltbewusstsein auf der Tagesordnung. Zahlreiche Hersteller präsentieren Elektroautos, deren Serienreife aber noch einige Zeit auf sich warten lässt. Die größte Autoschau der Welt dauert bis zum 27. September. Nach weiteren Fachbesuchertagen ist sie ab Samstag auch für das allgemeine Publikum geöffnet.

IAA: Die Hingucker

Jede Messe hat ihre Stars, vor denen sich die Massen drängen. Was in Frankfurt die Besucher vor allem interessiert, erfahren Sie hier: © dpa
Er ist der neue „Kleine“ bei Rolls- Royce. Aber er kostet immer noch 253 000 Euro: Der Rolls Royce „Ghost“. © dpa
Riesige Nachfrage bei BMW in Sachen kleiner Offroader X1. © dpa
Nachfolger einer Ikone ist der neue Mercedes-Flügeltürer SLS – der große IAA-Star. © dpa

Die 63. IAA im Krisenjahr fällt kleiner aus als vor zwei Jahren. Die Zahl der Aussteller liegt um fast 28 Prozent niedriger als 2007, die Ausstellungsfläche ist um etwa 15 Prozent geschrumpft. Der veranstaltende Verband der Automobilindustrie (VDA) hofft auf mindestens 750.000 Besucher, nach mehr als 970.000 vor zwei Jahren.

AP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.