Merkel: Schuldenkrise darf Aufschwung nicht gefährden

Berlin - Die Schuldenkrise im Euroraum droht aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Aufschwung in Deutschland zu gefährden.

“Wenn wir nicht richtig handeln, kann das passieren, aber das wollen wir ja genau verhindern“, sagte die Kanzlerin in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast im Internet. Über 60 Prozent des deutschen Exports gingen in den europäischen Bereich. Wenn es allen Europäern gut gehe, gehe es auch der deutschen Exportwirtschaft gut. Wegen der Vorteile des Euro sei es “richtig und gut, dass wir uns auch für den Euro als eine starke Währung einsetzen“. Merkel sagte: “Wir dürfen nichts tun, was den Aufschwung weltweit insgesamt in Gefahr bringt und dann auch in Deutschland wieder in Gefahr bringen würde.“ Der Bankrott der US-Investmentbank Lehman Brothers habe in Deutschland 2009 zu einem Wirtschaftseinbruch von fast fünf Prozent geführt. So etwas müsse unbedingt verhindert werden.

Die Bundesregierung hatte am Freitag breite Rückendeckung der schwarz-gelben Koalition für ihren umstrittenen Griechenland-Kurs erhalten. Ein gemeinsamer Entschließungsantrag der Regierungsfraktionen zu weiteren Milliarden-Hilfen an Athen fand im Bundestag die nötige Mehrheit von Union und FDP. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte zuvor eindringlich um Unterstützung für eine “weiche“ Umschuldung und ein zweites Hilfspaket geworben: “Die Lage in Griechenland und damit in Europa ist ernst."

dpa

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