Haustarifverhandlungen haben begonnen

IG Metall: Sechs Prozent bei VW

Kassel. Beim Autobauer Volkswagen haben am Mittwoch die Haustarifverhandlungen begonnen. Die Marschrichtung ist klar: Die Beschäftigten erwarten „Metall plus X“ – also mehr als die 2,7 Prozent, die der Flächentarifvertrag ab April vorsieht.

Die IG-Metall fordert für eine Laufzeit von zwölf Monaten sechs Prozent mehr Lohn für die 100 000 Beschäftigte bei VW und Financial Services in Braunschweig. Indirekt profitieren davon auch die Beschäftigten der VW-Töchter. Der Betriebsrat des VW-Werkes Kassel in Baunatal wollte sich nicht zu den Verhandlungen äußern, sondern verwies auf den Verhandlungsführer der IG-Metall, Hartmut Meine, der seit 2008 auch im VW-Aufsichtsrat sitzt. Meine hält die sechs Prozent für gut begründet, da „der Laden brummt“.

VW will sich am Flächentarifvertrag orientieren. „In dieser Tarifrunde geht es um die Erhöhung des Grundentgelts. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, orientieren wir uns dabei an der Metallindustrie“, betonte Personalchef Jochen Schumm, der die Verhandlungen für den Arbeitgeber führt. Würden die sechs Prozent durchgesetzt, müsste VW eine Erhöhung der Lohn- und Gehaltskosten im zweistelligen Millionenbereich stemmen.

Am Mittwoch wurden die Verhandlungen auf den 28. Januar vertagt. Dennoch rechnen Beteiligte mit einer zügigen Tarifrunde, zumal bei VW Sonderkonjunktur herrscht: Der Absatzrekord von über sieben Millionen Fahrzeugen dürfte die Kasse gut gefüllt haben. Weitere Rekorde werden erwartet. „Volkswagen könnte für 2010 vor Rekorden bei Umsatz- und Ergebnisgrößen stehen“, meint Frank Schwope, Analyst der NordLB. Ein Teil der Werke fährt Sonderschichten, um Kundenwünsche zu erfüllen, etwa im VW-Werk in Baunatal. Dort arbeiten 14 500 Beschäftigte.

Die Gehälter der VW-ler liegen im Schnitt zehn Prozent über dem Flächentarif. Der Grund liegt in der Geschichte: Als das Werk Wolfsburg nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde, lockte man Arbeiter mit 50 Pfennig mehr die Stunde und einem warmen Essen ins damalige Zonenrandgebiet. Die Regelung wurde später in allen Werken übernommen.

Von Martina Wewetzer

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