Für 15.000 Mitarbeiter

IG Metall und VW zurren neuen Haustarif fest

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Der Verhandlungsführer der IG Metall Niedersachsen-Sachsen-Anhalt, Hartmut Meine (links), und der Verhandlungsführer der Volkswagen AG, Martin Rosik

Wolfsburg/Hannover - Zehntausende Haustarif-Beschäftigte bei Volkswagen dürfen sich über ein Verdienstplus freuen. In der Nacht zu Donnerstag handelt die IG Metall einen Kompromiss aus, der Eckpunkte des Metall-Flächentarifs übernimmt. Am stärksten profitiert dabei Niedersachsen.

Die rund 115.000 Haustarif-Beschäftigten beim Autobauer Volkswagen bekommen schon bald spürbar mehr Geld. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen erfuhr, erzielten die IG Metall und die VW-Arbeitgeber nach stundenlanger Sitzung in der Nacht zu Donnerstag eine Einigung. Details wollen sie bei einer Pressekonferenz am Vormittag erläutern. Nach dpa-Informationen läuft es auf 3,4 Prozent Einkommensplus hinaus. Diese Höhe sieht auch der kürzlich erfolgte bundesweite Kompromiss im Metall-Flächentarif vor. Mit den 3,4 Prozent hätten die VW-Haustarif-Beschäftigten je nach Entgeltstufe pro Monat zwischen 65 und 209 Euro brutto mehr.

Der Firmentarif bei VW ist laut IG Metall mit Abstand der größte in Deutschland. Die hausinterne Regelung des Autobauers hat ihre Wurzeln in der Nachkriegszeit und gilt für die sechs westdeutschen VW-Werke Emden, Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Hannover und Kassel sowie für die Bank- und Immobilientochter des VW-Konzerns.

Die IG Metall hatte bei VW einige Wochen später als in der Fläche verhandelt. Die Gewerkschaft orientiert sich beim VW-Haustarif an den bundesweiten Forderungen der Metallindustrie, hatte zuletzt aber oft ein Sahnehäubchen erzielt, etwa in Form einer Rentensonderzahlung.

Dieses Ziel hatte IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine zum Start der Verhandlungen am Mittwoch bekräftigt: „Es muss schon ein Stückchen Sahne oben drauf sein“, sagte er. In der Fläche hatte es 150 Euro Einmalzahlung als Ausgleich für drei anfängliche Nullmonate ohne Erhöhung gegeben. VW dürfte das nun mindestens ähnlich regeln.

Mit der Einigung beenden die Arbeitgeber die Haustarifverhandlungen geräuschlos schon in Runde drei. Bei der zweiten Runde Mitte Februar hatte der neue bundesweite Flächentarif noch nicht gestanden, an dem sich VW im Haustarif orientiert. Damals bot VW-Verhandlungsführer Martin Rosik 2,2 Prozent Entgeltplus an - das war der damalige Stand der Arbeitgeberofferte im Flächentarif. Die IG Metall war bei VW und in der Branche mit 5,5 Prozent Entgeltforderung ins Rennen gegangen.

Bei VW verdienten die Haustarif-Mitarbeiter bisher in der niedrigsten Stufe 1916,50 Euro brutto im Monat, wobei jedoch die zweitniedrigste Stufe mit 2139,50 Euro die Regel für das Minimum ist. Das Ende der tariflichen Fahnenstange waren zuletzt 6131,50 Euro brutto im Monat - gezahlt in der Regel an erfahrene Spezialisten mit Uni-Abschluss.

Neben der Entgeltfrage wollte die IG Metall die jährliche Zahl der Ausbildungsplätze bei VW um 150 auf 1400 erhöhen. Zusätzlich sollte es eine Verhandlungsverpflichtung über einen Zukunftspakt geben. Er soll etwa die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf regeln oder Konzepte, die sich um die Digitalisierung der Arbeitsplätze drehen.

dpa

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