Metro kämpft weiter mit Wirtschaftskrise

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Metro kämpft weiterhin mit der Wirtschaftkrise.

Düsseldorf - Deutschlands größter Handelskonzern Metro hat auch im dritten Quartal mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen gehabt. Allerdings zeigt das eingeleitete Sparprogramm inzwischen Wirkung.

“Wir rechnen auch im vierten Quartal nicht mit einer wesentlichen Trendverbesserung“, teilte Metro am Dienstag in Düsseldorf mit. Die von Metro-Chef Eckhard Cordes bereits häufig zitierte “Nebelwand“ hat sich immer noch nicht gelichtet, weshalb der Konzern weiterhin keinen Ausblick auf das Gesamtjahr gibt. Klar ist aber, dass Umsatz und Ergebnis zurück gehen werden. Die entscheidende Periode steht dem Konzern mit seinen Großhandelsmärkten, zu dem die Lebensmittelkette Real, die Elektronikmärkte Media Markt und Saturn sowie die Kaufhof-Warenhäuser gehören, noch bevor.

In den letzten drei Monaten des Jahres mit dem für den Handel so wichtigen Weihnachtsgeschäft wird traditionell der Großteil des Ergebnis eingefahren. Metro sei auf diese Phase gut vorbereitet und schrecke auch vor weiteren Preiskämpfen nicht zurück, sagte Cordes. An der europaweiten Nummer zwei ist die Wirtschaftskrise in den zurückliegenden Monaten nicht spurlos vorbeigegangen. Vor allem die starken Währungsschwankungen in Osteuropa belasteten den stark auf das Ausland setzenden Konzern.

Auf dem Heimatmarkt verlief das Geschäft hingegen einigermaßen stabil. Konzernweit sanken die Erlöse im dritten Quartal um um 4,6 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro. Der Gewinn lag mit 357 Millionen Euro knapp unter dem Vorjahresniveau. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 72 Millionen Euro nach 183 Millionen Euro im Vorjahr. Verantwortlich für den Gewinnrückgang waren unter anderem die Kosten für den Konzernumbau, der laut Cordes aber bereits erste Einspareffekte zeigt. Seit Jahresanfang wurden dem Vorstandschef zufolge bereits 100 Millionen Euro gespart. Der Großteil stammt aus dem Abbau von weltweit knapp 5000 Stellen.

Börse reagiert positiv

Die Börse honorierte die Zahlen, die besser ausfielen als von vielen Marktteilnehmern erwartet. Die Metro-Aktie gehörte zu den größten Gewinnern im Dax und verbuchte zuletzt ein Plus von 2,6 Prozent auf 38,47 Euro. Auch Metro-Chef Cordes zeigte sich zufrieden: “Die Metro ist beim Umsatz in vielen Ländern besser als der Markt.“

Fortschritte gemacht haben aus Cordes Sicht auch die beiden größten Baustellen im Konzern: Das deutsche Großhandelsgeschäft (Cash & Carry) und die Lebensmitteltochter Real. Im dritten Quartal verbuchte das Deutschlandgeschäft von Cash & Carry allerdings einen Umsatzrückgang von fünf Prozent. Deutlich schwächer entwickelte sich der Auslandsmarkt.

Weiter Interesse an Karstadt

Die unter dem Namen Real laufenden Supermärkte wurden von dem derzeit tobenden Preiskampf im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel ausgebremst. Ihr Umsatz sank um vier Prozent. Das Glanzstück in der Metro-Gruppe waren erneut die Elektronikketten Media Markt und Saturn, deren Umsatz in Deutschland um 6,5 Prozent stieg. Ein Umsatzminus von gut vier Prozent verbuchten die Kaufhäuser Galeria Kaufhof, weil das warme Wetter bis in den September hinein den Verkauf von Wintertextilien erschwerte. Metro zählt Kaufhof nicht mehr zum Kerngeschäft und würde die Tochter am liebsten in einer Deutschen Warenhaus AG mit dem Konkurrenten Karstadt zusammenlegen.

Cordes erneuerte am Dienstag sein Interesse an Karstadt. Er will die Kette aber nicht wie vom Karstadt-Insolvenzverwalter gewünscht als Ganzes, sondern höchstens zwei Drittel der 90 Häuser übernehmen. Derzeit liegen die Gespräche auf Eis. In der nächsten Woche tagt die Gläubigerversammlung von Karstadt, was vielleicht neuen Schwung in die Verhandlungen bringen könnte. Laut Cordes hatte Metro bislang noch keine Gelegenheit, einen ausführlichen Blick in die Bücher zu werfen. Daher habe man noch kein Angebot abgeben können. Cordes: “Das wäre so, als würden wir ein Auto kaufen, ohne vorher Baujahr und Kilometerleistung zu kennen.“

dpa

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