Milchpreis im Keller

Milchkrise: Bauernverband fordert Milliarden-Hilfe

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Die EU-Kommission hat Sofortmaßnahmen für notleidende Milchbauern vorgeschlagen - doch die Bauern fordern eine Verdopplung. Foto: Bernd Schoelzchen/Archiv

Berlin - Bauernpräsident Joachim Rukwied hat die EU-Kommission aufgefordert, ihre Hilfen für notleidende Landwirte mindestens zu verdoppeln. Die zugesagten 500 Millionen Euro seien "ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Rukwied der Deutschen Presse-Agentur.

Den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen in der Landwirtschaft werde das aber nicht gerecht. "Am Ende muss eine Summe stehen, die deutlich über einer Milliarde liegt."

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV) forderte, dafür die 900 Millionen Euro an Einnahmen aus der sogenannten Superabgabe komplett zur Verfügung zu stellen. Das sind Strafgelder, die Bauern zur Zeit der Milchquote an Brüssel zahlen mussten, weil sie mehr als zulässig produziert hatten.

Rukwied zeigte sich auch offen dafür, den Interventionspreis weiter anzuheben. Damit ist festgelegt, wie viel in der EU für bestimmte Agrarprodukte mindestens gezahlt werden muss.

Die deutschen und europäischen Milchbauern bangen um ihre Existenz, weil der Milchpreis im Keller ist. Gründe sind unter anderem das Russland-Embargo und die schwache Nachfrage in China. Brüssel hat Hilfen von rund 500 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Details wollen die EU-Agrarminister am Dienstag in Luxemburg verhandeln.

Infos des Agrarministeriums zum Milchmarkt

Erzeugerpreise für Milch, 2000 bis 2014

DBV zur weltweiten Milcherzeugung im ersten Halbjahr

dpa

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