Zum Abschluss eines Krisenjahrs

Milchpreise steigen: Landwirte vorsichtig optimistisch

Bremen - Butter, Käse und Trinkmilch sind spürbar teurer geworden. Auch das Milchgeld zieht an. 2016 bleibt aus Sicht der Landwirte dennoch ein absolutes Milch-Krisenjahr.

Für Milch müssen Verbraucher auch in den kommenden Monaten mehr Geld einplanen als im Jahresverlauf. Denn der Milchpreis steigt, und vielerorts bekommen Bauern schon mehr als 30 Cent pro Liter von den Molkereien. Im Einzelhandel habe es zum 1. November eine durchschnittliche Erhöhung von 15 bis 19 Cent pro Liter Trinkmilch gegeben, sagte Hans Foldenauer vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM).

„Man sieht schon, dass die Milchpreise nach oben gehen“, sagte Foldenauer der Deutschen Presse-Agentur. Es bleibe aber abzuwarten, ob die Molkereien die Erhöhung - etwa bei Trinkmilch - 1:1 in der Novemberabrechnung an die Bauern weitergäben. Den tendenziellen Anstieg des Milchgeldes führt Foldenauer vor allem auf die Mengenreduzierung der vergangenen Monate in Deutschland aber auch in Europa zurück. Dadurch habe der „immense Marktdruck“ nachgelassen.

Die größte deutsche Molkereigenossenschaft, das Deutschen Milchkontor (DMK), bestätigte den Aufwärtstrend. Für November zahlt das DMK 30 Cent. Im Dezember könnten es 31, vielleicht auch 32 Cent pro Liter werden. „Wir rechnen auch in den ersten Monaten des kommenden Jahres mit Preisen über 30 Cent“, sagte Sprecher Hermann Cordes. Nach dem Katastrophenjahr 2016 sei er vorsichtig optimistisch. Als auskömmlich und wirtschaftlich gelten bei Milchbauern Preise um die 40 Cent.

Der deutliche Anstieg bei den Butter- und Käsepreisen und zuletzt auch bei Trinkmilch hätten - verbunden mit der Reduzierung der Milchproduktion - eine deutliche Steigerung beim Milchgeld gebracht, sagte der Geschäftsführer der Landesvereinigung Milchwirtschaft in Niedersachsen (LVN), Frank Feuerriegel, der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings sei die Krise für die Milchbauern damit noch nicht überstanden.

Niedrige Preise belasten seit Monaten die Milchbauern. Eine Ursache ist ein Überangebot. Bund und EU hatten daher Finanzhilfen zugesagt. Die Bundesregierung genehmigte Anfang November dieses Hilfspaket mit einem Volumen von 581 Millionen Euro bis Ende 2017. Das Milchpaket setzt sich zusammen aus Finanzhilfen der EU und aus dem Bundeshaushalt, einem Bürgschaftsprogramm für Kredite, Zuschüssen zur Unfallversicherung und Steuerentlastungen. Das Paket ist zum Teil an die Bedingung geknüpft, dass die Produktionsmenge nicht weiter steigt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.