Millionen für Karstadt-Insolvenzverwalter

+
Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg kann auf einen fürstlichen Lohn hoffen.

Düsseldorf - Seit mehr als einem Jahr kämpft Klaus Hubert Görg um die Rettung von Karstadt: Doch jetzt kann der Insolvenzverwalter der bedrängten Warenhauskette auf fürstlichem Lohn hoffen.

Das Honorar des 69-jährigen Juristen könnte bei mehr als 50 Millionen Euro liegen, berichtete die “Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Verhandlungskreise. Görgs Sprecher Thomas Schulz betonte allerdings am Dienstag im Gespräch mit DAPD, dass zur Höhe des Görg-Honorars noch keine Entscheidung gefallen sei. Er verwies darauf, dass die Bezahlung von Insolvenzverwaltern gesetzlich geregelt sei und das Honorar vom Konkursgericht genehmigt werden müsse.

Städtevergleich: Hier verdienen Sie am meisten

Die Verliererin beim Städtevergleich ist die brandenburgische Stadt Frankfurt an der Oder: Das Gehaltsniveau erreicht nur 74,1 Prozent vom Bundesdurchschnitt! © dpa
Im brandenburgischen Cottbus stehen die Arbeitnehmer genauso schlecht da. Das Gehaltsniveau liegt bei 74,1 Prozent. Für gute Laune kann da nur noch ein Besuch im Cottbuser "Stadion der Freundschaft" sorgen - vorausgesetzt, der FC Energie Cottbus gewinnt! © dpa
Diese Werftarbeiter in Wismar, Mecklenburg-Vorpommern, dürften wohl für einen geringen Lohn schuften. Denn das Gehaltsniveau in Wismar liegt bei nur 74,5 Prozent. © dpa
Genauso schlecht wie die Wismarer Löhne sind die Gehälter im mecklenburg-vorpommerschen Stralsund. © dpa
Vielleicht kann der schöne Anblick des Schweriner Schlosses die Bürger der mecklenburg-vorpommerschen Stadt über ihre kargen Löhne hinwegtrösten. Das Gehaltsniveau: Nur 74,5 Prozent! © dpa
Na also, geht doch! Im sächsischen Dresden liegt das Gehaltsniveau im Vergleich zum Bundesdurchschnitt bei immerhin 85,7 Prozent. © dpa
Nicht gerade fürstlich sind die Löhne in der Hauptstadt, wo das Gehaltsniveau 96,2 Prozent vom Bundesdurchschnitt erreicht: So verdient eine Sekretärin in Berlin durchschnittlich 2369 Euro brutto im Monat. Ein Elektriker bekommt 2373 Euro monatlich. Wenig im Vergleich zu... © dpa
...den Nürnberger Sekretärinnen und Elektrikern: Die Bürodamen der fränkischen Stadt verdienen 2595 Euro monatlich. Die Elektriker können sich im Vergleich zu ihren Berliner Kollegen über rund 200 Euro mehr pro Monat freuen. © dpa
Auch Würzburg steht nicht schlecht da: Das Gehaltsniveau liegt im Vergleich zum Bundesdurchschnitt bei 101,8 Prozent. Das ist ein bisschen niedriger als in... © dpa
...Regensburg, wo das Gehaltsniveau bei 104,4 Prozent liegt. © dpa
Glückliches Augsburg: Hier liegt das Gehaltsniveau sogar bei 106,9 Prozent. © dpa
Hoch im Norden sind auch die Löhne hoch - zumindest in Hamburg: Eine Sekretärin bekommt ein monatliches Salaire von 2632 Euro brutto, ein Elektriker 2637 Euro. Eine Personalreferentin verdient im Monat 3954 Euro, ein Softwareentwickler 4078 Euro. © dpa
Die Hochburg der Narren ist auch eine Hochburg des Gehalts: Das Kölner Lohnniveau liegt im Vergleich zum Bundesdurchschnitt bei 107 Prozent. Für eine Sekretärin bedeutet das ein Salaire von monatlich 2635 Euro brutto, für einen Elektriker 2639 Euro. Eine Personalreferentin verdient 3958 Euro, ein Softwareentwickler 4082 Euro. © dpa
Ulm hat im Vergleich zu Köln die Nase vorn. Das Gehaltsniveau im Vergleich zum Bundesschnitt: 107,8 Prozent. © dpa
Von wegen geizige Schwaben! In Stuttgart verdient eine Sekretärin 2743 Euro brutto, ein Elektriker 2748 Euro. Eine Personalreferentin bezieht ein Gehalt von 4120 Euro monatlich, ein Softwareentwickler bekommt 4250 Euro.    © dpa
Düsseldorf zählt zu den top five der Städte mit den höchsten Löhnen: Eine Sekretärin verdient 2750 Euro brutto im Monat, ein Elektriker 2755 Euro. Die Personalreferentin hat ein Gehalt von 4131 Euro, der Softwareentwickler ein Gehalt von 4262 Euro. © dpa
Klar, dass in Wiesbaden - so nahe an der Bankenmetropole Frankfurt - nicht wenig aus dem Geldhahn fließt. Das Gehaltsniveau liegt bei 111,7 Prozent. Damit kommt Wiesbaden auf Platz vier im Städtevergleich - noch vor Düsseldorf, aber hinter... © dpa
...Leverkusen. Das Gehaltsniveau hier: 111,9 Prozent im Vergleich zum Bundesdurchschnitt! © dpa
Dass die schönsten Frauen der Republik in München leben, ist bekannt seit einer Studie im Auftrag eines Männermagazins. Jetzt ist klar: Auch die Löhne sind hier am schönsten. Naja, fast: Mit einem Gehaltsniveau von 115,5 Prozent kommt München auf Platz 2. Für eine Sekretärin bedeutet das einen Monatslohn von 2844 Euro brutto, für einen Elektriker 2849 Euro. Die Personalreferentin bekommt 4272 Euro im Monat, der Softwareentwickler 4407 Euro. © dpa
Auf Platz 1 des großen Städtevergleichs: Frankfurt am Main! Eine Sekretärin verdient in "Mainhattan" 2849 Euro brutto im Monat, ein Elektriker 2854 Euro. Die Personalreferentin bekommt 4279 Euro brutto, der Softwareentwickler 4414 Euro. © dpa

Nach der “Insolvenzrechtlichen Vergütungsverordnung“ richtet sich die Bezahlung nach der am Schluss verbliebenen Insolvenzmasse. Von den ersten 25.000 Euro erhält der Verwalter 40 Prozent. Danach sinkt der Anteil der Insolvenzverwalter rasch. Von den Beträgen zwischen 250.000 und 500.000 Euro erhält er nur noch 3 Prozent. Bei Summen über 50 Millionen Euro stehen ihm nur noch 0,5 Prozent zu. Zuschläge aber auch Kürzungen sind möglich - je nach Arbeitsaufwand und Komplexität des Verfahrens. Görg stehe nicht in dem Ruf, übertrieben hohe Rechnungen auszustellen, betonte die “Süddeutsche Zeitung“. Im Gegenteil: Das Oberlandesgericht Köln habe ihm in seiner Tätigkeit als Insolvenzverwalter der Weserberghütte sogar bescheinigt, sein Forderung sei “sehr zahm“ ausgefallen.

Verhandlungen ums Kleingedruckte

Von dem möglichen Millionenregen müsste Görg ohnehin noch seine zahlreiche Mitarbeiter bezahlen. Der Zeitung zufolge beschäftigte der Rechtsanwalt ein Team von bis zu 20 Mitarbeitern, um die Karstadt-Pleite zu managen. Das Insolvenzverfahren um Karstadt und den früheren Mutterkonzern Arcandor gilt als eines der komplexesten in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Und nach wie vor ist die Rettung der traditionsreichen Warenhauskette nicht endgültig gesichert. Denn der Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen hat sich bislang nicht mit dem Vermieterkonsortium Highstreet und dessen Gläubigern über weitere Mietkürzungen einigen können. Dies ist aber eine Vorbedingung für das Inkrafttreten des Kaufvertrages.

Doch scheint der Verhandlungsprozess zwischen Berggruen und Highstreet langsam aber sicher weitere Fortschritte zu machen. Derzeit würde Details im Kleingedruckten geklärt, erfuhr DAPD am Dienstag aus informierten Kreisen. Allerdings könne auch dies noch etliche Tage in Anspruch nehmen. Letztlich sei auch der bis lang als Enddatum betrachtete 16. Juli “nicht in Stein gemeißelt“, hieß es. An diesem Tag will das Amtsgericht Essen nach der bisherigen Planung über den Karstadt-Insolvenzplan entscheiden. Doch wäre eine nochmalige Verschiebung dieses Datums wohl kein unüberwindbares Hindernis.

apn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.