Deutsche Bank legt Fonds auf – Laufzeit liegt bei sieben Jahren – Start im ersten Quartal

Millionen für Mittelstand

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Geld für den Mittelstand – das verspricht der Fonds, der im ersten Quartel 2010 startet.

Mit 300 Millionen Euro greift die Deutsche Bank dem von der Krise gebeutelten Mittelstand unter die Arme. Das Geld soll das Eigenkapital von Firmen stärken und so deren Chancen auf Kredite verbessern. Betriebe können aus dem Fonds zwischen zwei und zehn Mio. Euro erhalten.

? Was steckt hinter dem 300 Mio. Euro schweren Mittelstandsfonds, den die Deutsche Bank gemeinsam mit dem Frankfurter Unternehmen M Cap Finance auf den Weg bringt?

!Mittelständler erhalten aus diesem Fonds Kapital in Form von Genussrechten (siehe Stichwort). Dafür zahlen sie zehn bis elf Prozent Zinsen an den Fonds. Dieses Geld wird in den Bilanzen der Unternehmen wie Eigenkapital behandelt, da es einer Beteiligung gleicht. Abgerufen werden können je Unternehmen zwischen zwei und zehn Mio. Euro. Dieses Geld stärkt das Eigenkapital. Eine gute Eigenkapitalausstattung ist wichtig, damit man für Kredite bei Banken und Sparkassen bessere Konditionen erhält.

? Bekommt dieses Geld jeder Mittelständler?

!Der Fonds ist branchenübergreifend angelegt und richtet sich an Mittelständler mit einem Umsatz von bis zu 100 Mio. Euro. Dabei ist es völlig unerheblich, wo das Unternehmen sein Konto hat. Abgewickelt werden der Fonds und die Vergabe der Kredite einzig über M Cap Finance. M Cap Finance trägt auch das Risiko. Besondere Hürden gebe es für die Mittelständler nicht, sagt Geschäftsführer Frank Golland. Aber: „Wir analysieren genau, wie das Unternehmen dasteht.“

? Was wird mit diesem Geld finanziert?

!Der Fokus liegt dabei auf der Stärkung des Eigenkapitals, der Stabilisierung der Gesamtfinanzierung und der Wachstums- und Investitionsfinanzierung. Steht ein Unternehmen finanziell auf der Kippe, ist der Fonds nicht die richtige Adresse. Die Laufzeit der Finanzierung beträgt in der Regel sieben Jahre.

? Wie unabhängig sind dann die Unternehmen noch in ihrer Entscheidung?

!Da es sich bei dem Geld um Genussrechte handelt, bleiben die Mittelständler unabhängig in ihrer Entscheidung. Also: Es redet kein Investor mit.

?Warum braucht es solch einen Fonds?

!Eigenkapital ist über den Kapitalmarkt oder Private Equity (privates Beteiligungskapital) aktuell nur für den gehobenen Mittelstand möglich, so Deutsche-Bank-Sprecher Frank Hartmann. Öffentliche Fördertöpfe mit Eigenkapitalcharakter sind meist nur mit kleineren Summen möglich. „Der Mittelstandsfonds schließt die Lücke zwischen zwei und zehn Mio. Euro“, sagt Hartmann.

?Warum macht die Deutsche Bank dies?

!Die Deutsche Bank verdient damit ebenfalls Geld. In der eigenen Bilanz steht der Fonds über 300 Mio. Euro als Beteiligung. Nach unbestätigten Informationen erwartet die Deutsche Bank dafür eine Rendite zwischen acht und neun Prozent.

?Können sich Personen am Fonds beteiligen?

!Ab zehn Mio. Euro ist dies für institutionelle Anleger wie Banken und Versicherungen, aber auch für Unternehmen selbst möglich. Weitere 200 Mio. Euro will die Deutsche Bank bei Partnern einwerben.

?An wen muss man sich wenden, wenn man Geld aus dem Fonds braucht?

!An M Cap Finance in Frankfurt. Infos im Internet † www.mcap-finance.de

Von Martina Wewetzer

Stichwort - Genussschein

Genussscheine haben eine Sonderstellung zwischen Aktien und Anleihen. Sie sind mit einer stillen Beteiligung vergleichbar: Der Inhaber ist am Firmengewinn beteiligt, hat aber nicht dieselben Eigentümerrechte wie ein Aktionär. Er hat kein Stimmrecht. Der Anleger bekommt jedoch bei einem Genussschein meist eine höhere Rendite als bei einer Anleihe und hat eine größere Sicherheit als bei einer Vorzugsaktie. Die Dividende richtet sich nach der Gesamtsituation der Firma. Macht das Unternehmen Verlust, wird nichts ausgeschüttet. Da es sich um Gläubigerrechte handelt, hat der Inhaber beim Verkauf einen Anspruch auf Rückzahlung des Kapitals. (dpa)

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