Millionenschaden durch Korruption bei BASF

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BASF soll einen Millionenschaden durch Korruption erlitten haben.

Ludwigshafen - Dem Chemiekonzern BASF ist offenbar ein Millionenschden durch Korruption entstanden. Die Ermittlungen betreffen interne und externe Mitarbeiter.

Der Chemiekonzern BASF ist durch betrügerische Abrechnungen um eine Millionensumme geprellt worden. Wie die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern am Donnerstag auf Anfrage einen Artikel der “Rheinpfalz“ bestätigte, wird inzwischen gegen rund ein Dutzend Personen wegen Betrugs und Korruption ermittelt. Eine hessische Firma, die seit 2000 Montagearbeiten an BASF-Standorten durchgeführt hat, soll Leistungen doppelt abgerechnet und dadurch einen Schaden von mindestens einer Million Euro verursacht haben.

Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen wurden die Angestellten der Fremdfirma dabei von sechs BASF-Mitarbeitern unterstützt. Polizei und Staatsanwaltschaft haben bei den betroffenen Firmen nach den Worten des Leitenden Oberstaatsanwalts Helmut Bleh rund 700 Aktenordner beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden müssen.

Mitarbeiter gekündigt

Nach Blehs Angaben begannen die Betrügereien spätestens 2007. Die Fremdfirma habe offenbar bereits abgerechnete Leistungen in anderen Rechnungen nochmals aufgeführt und so zweimal kassiert. Es sei davon auszugehen, dass die BASF-Mitarbeiter für ihre Mithilfe mit Geld oder Sachleistungen bestochen wurden, sagte der Chef der Staatsanwaltschaft. BASF-Sprecher Thomas Möller sagte, auch der Konzern gehe derzeit von einem Schaden von rund einer Million Euro aus.

Allerdings seien die internen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Von den betroffenen sechs Mitarbeitern sei inzwischen einer fristlos gekündigt worden. Bei zwei weiteren werde die Kündigung vorbereitet. In drei weiteren Fällen dauere die Prüfung noch an. Nach Möllers Worten war die hessische Montagefirma vor allem im BASF-Stammwerk Ludwigshafen, daneben aber auch an den Standorten Antwerpen in Belgien sowie Schwarzheide in Brandenburg tätig.

DAPD

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