Branche rät, mit dem Tanken nicht bis zum Herbst zu warten - Förderung für Blockheizkraftwerke

Mineralölverband: Heizen auch künftig teuer

Kassel/Göttingen. Die Mineralölwirtschaft erwartet mittel- und kurzfristig keine sinkenden Heizölpreise und empfiehlt, mit dem Tanken nicht mehr allzu lange zu warten. „Die Heizölpreise hängen in hohem Maße an den Weltmarktpreisen für Rohöl, und die sind derzeit unberechenbar.“

Das sagte der Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH), Jörg Lenk, im Gespräch mit unserer Zeitung. Mittelfristig erwarte er steigende Preise. Und wer mit dem Tanken bis zum Herbst warte, müsse wegen der begrenzten Logistik-Kapazitäten mit Lieferzeiten von bis zu vier Wochen rechnen.

Der VEH vertritt rund 600 kleine und mittelständische Heizölhändler in der Mitte, im Westen und Südwesten Deutschlands, die 615 000 Kunden beliefern und für ein Drittel des gesamten Heizölmarktes im Inland stehen.

Der Schwesterverband für Niedersachsen und Norddeutschland schätzt die Lage ähnlich ein. „Wir haben derzeit keine Anzeichen für sinkende Preise“, sagte Geschäftsführer Uwe Cassens.

Derzeit kostet Heizöl in der Region bei Abnahme von 3000 Litern rund 85 Cent je Liter. Vor einem Jahr kostete der Brennstoff noch zehn Cent weniger. Grund für den Preisanstieg sind die steigende Nachfrage nach Mineralölprodukten infolge der guten Konjunkturentwicklung und des Umstieg Japans von der Atomenergie auf fossile Brennstoffe sowie die anhaltend unruhige Lage im Nahen Osten und in Nordafrika.

20 bis 30 Dollar Spekulation

Hinzu kommt laut Lenk ein Spekulationsaufschlag von 20 bis 30 Dollar je Barrel (159 Liter) Rohöl. Der Preis lag gestern bei etwa 114 Euro für die Nordseesorte Brent und gut 95 Euro für die US-Sorte WTI.

Mineralölwirtschaft und Heiztechnik-Branche wollen ein eigenes Förderprogramm für kleine Blockheizkraftwerke auf Heizölbasis auflegen. Wer sich ein kleines BHKW etwa in größere Gebäude einbauen lässt, kann mit bis zu 1500 Euro Förderung rechnen. BHKW stellen Strom her und speisen ihn ins Netz ein. Mit der Abwärme wird geheizt, wodurch diese Anlagen einen hohen Wirkungsgrad erreichen. Der VEH weist aber darauf hin, dass sich der Einsatz dieser Technik für Einfamilienhäuser noch nicht lohnt.

Von José Pinto

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